Die SG BBM Bietigheim ist mit einem Ausrufezeichen in die neue Saison der 1. Handball-Bundesliga gestartet. Der Aufsteiger setzte sich bei der HSG Wetzlar nach einer über weite Strecken ausgeglichenen Partie mit 35:33 (18:18) durch und sicherte sich damit die ersten beiden Punkte im deutschen Oberhaus.
Von Beginn an entwickelte sich in Wetzlar ein Duell auf Augenhöhe. Beide Mannschaften begegneten sich mit hoher Intensität und fanden immer wieder Lösungen im Angriff. Bietigheims Offensive wurde dabei früh von Mathias Larson geprägt. Der dänische Neuzugang übernahm auf der Rückraum-Mitte Verantwortung, war selbst torgefährlich und setzte zugleich seine Mitspieler immer wieder gekonnt in Szene. Bereits nach kurzer Zeit standen für Larson vier Treffer, zwei Assists und ein Ballgewinn zu Buche. Beim 8:10 aus Sicht der Gastgeber sah sich Wetzlars Trainer Runar Sigtryggsson erstmals zu einer Auszeit gezwungen.
Die HSG fand anschließend zurück in die Partie. Mit drei Toren in Folge glichen die Mittelhessen aus und zwangen nun auch Bietigheims Trainer Hartmut Mayerhoffer zur Unterbrechung. In einer temporeichen und torreichen Partie konnte sich in der Folge keine Mannschaft entscheidend absetzen. Bereits zur Halbzeit stand es 18:18.
Nach dem Seitenwechsel setzte sich das enge Spiel zunächst fort. Bietigheim legte regelmäßig vor und konnte sich beim 19:22 durch Jonas Josef erstmals auf drei Tore absetzen. Wetzlar reagierte erneut, stellte seine Deckung kompakter und fand dadurch wieder besseren Zugriff auf die Gäste-Offensive. Der Ausgleich ließ nicht lange auf sich warten.
Auf Bietigheimer Seite erwies sich Keeper Martin Tomovski als wichtiger Rückhalt. Mit insgesamt 15 Paraden hatte der nordmazedonische Schlussmann entscheidenden Anteil daran, dass die SG BBM auch in der Schlussphase stets knapp in Führung blieb.
Mit dem 26:29 durch Djibril M’Bengue zehn Minuten vor dem Ende begann schließlich die entscheidende Phase der Partie. Wetzlar kämpfte verbissen um den Anschluss, doch die Gäste ließen sich nicht mehr aus der Ruhe bringen. Bietigheim verteidigte seinen Vorsprung konsequent und brachte den 35:33-Auswärtssieg über die Zeit.
Für Mathias Larson war vor allem die mannschaftliche Geschlossenheit ausschlaggebend für den gelungenen Auftakt: „Wir waren die ganzen 60 Minuten da und haben um jeden Ball gekämpft – in der Abwehr und im Angriff. Dazu hatten wir einen guten Torwart. Eigentlich hat heute alles super für uns funktioniert.“
Auch persönlich fand sich der Neuzugang bereits gut in seiner neuen Rolle zurecht. „Die erste Zeit hier in Bietigheim war für mich als Spieler wirklich gut. Ich habe Verantwortung für den Ball und das Spiel bekommen und konnte immer besser in das System kommen. Und mir macht es echt Spaß, Handball zu spielen, wenn es so funktioniert“, erklärte Larson.
Für den Aufsteiger war der Erfolg auch deshalb besonders wertvoll, weil die SG BBM auf der rechten Außenbahn ersatzgeschwächt antreten musste. Moritz Strosack stand aufgrund muskulärer Probleme nicht zur Verfügung, zudem lag die Spielgenehmigung für Lukas Wucherpfennig noch nicht vor. So kamen mit Quirin Oßwald und Jona Bader zwei Spieler aus dem eigenen Unterbau zum Einsatz. Oßwald, der für die SG BBM in der A-JugendBundesliga aktiv ist, durfte sich dabei über sein erstes Bundesliga-Tor freuen. Bader gehört normalerweise zum Kader der zweiten Männermannschaft in der Oberliga.
Am Ende war Larson mit neun Treffern der erfolgreichste Bietigheimer Werfer und einer der prägenden Akteure der Partie. Entsprechend groß war die Freude über den gelungenen Bundesliga-Einstand: „Wir haben die ersten zwei Punkte als Aufsteiger geholt. Wir wissen, dass Kiel ein anderer Gegner ist, aber wir können uns für heute nichts Besseres wünschen“, blickte der Däne bereits auf die nächste Aufgabe voraus. Und die hat es in sich: Am kommenden Donnerstag empfängt die SG BBM den Rekordmeister THW Kiel in der EgeTrans Arena.