5.7 C
Ludwigsburg
Samstag, 17. Januar , 2026

2025 liefert Porsche 279.449 Sportwagen an Kunden aus

Sportwagen-Ikone 911 mit erneutem Auslieferungsrekord ...

A81: Nächtliche Vollsperrung des Engelbergtunnels

Der Engelbergtunnel erhält im Rahmen der Erneuerung...

W&W-Gruppe erneut als „Top Employer“ ausgezeichnet

Zum sechsten Mal in Folge erhielt die...
StartRegionKreis LudwigsburgZuversicht, Verantwortung und Humor zum Jahresauftakt

Zuversicht, Verantwortung und Humor zum Jahresauftakt

RegionKreis LudwigsburgZuversicht, Verantwortung und Humor zum Jahresauftakt

Neujahrsempfang 2026 des Landkreises Ludwigsburg

Ludwigsburg. Mit einem Appell für mehr Zuversicht, Zusammenhalt und faktenbasiertes Handeln eröffnete Rainer Gessler als ehrenamtlicher Stellvertreter von Landrat Dietmar Allgaier den traditionellen Neujahrsempfang des Landkreises Ludwigsburg im Ludwigsburger Reithaus. Rund 500 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft erlebten einen Abend zwischen ernsten Themen und heiteren Momenten – musikalisch umrahmt vom Ensemble der Musikschule Besigheim. Ehrengast und Impulsgeber des Abends war Arzt, Wissenschaftsjournalist und Stiftungsgründer Dr. Eckart von Hirschhausen.

Landrat Allgaier konnte aus familiären Gründen nicht persönlich am Neujahrsempfang teilnehmen und ließ den Gästen sein Bedauern über seine Abwesenheit übermitteln. Anlass war der Tod seiner Mutter. Rainer Gessler verlas daher die Neujahrsrede des Landrats und moderierte durch den Abend.

Rückblick auf ein bewegtes Jahr 2025

In der Rede des Landrats ging es um das Jahr 2025, das von internationalen Krisen, wirtschaftlichen Umbrüchen und einer angespannten Finanzlage der Kommunen geprägt war. Dabei hatte der Landrat eine klare Botschaft: „Stabilität ist keine Selbstverständlichkeit. Sie entsteht dort, wo Verantwortung übernommen wird, Kompromisse möglich sind und der Blick nach vorn nicht verloren geht.“

So stand 2025 für den Landkreis im Zeichen der Haushaltskonsolidierung. Mit dem Projekt „(Re-)Set 2026“ sei es gelungen, das Haushaltsdefizit deutlich zu verringern. 43 Millionen Euro wurden eingespart – doch trotz großer Anstrengung blieben strukturelle Probleme bestehen. Deshalb appellierte Gessler in Stellvertretung des Landrats: Bund und Land müssten die kommunale Ebene finanziell so ausstatten, dass sie ihre Aufgaben erfüllen könne.

Besonders wurde in der Rede auch der Besuch einer Delegation aus dem Landkreis Ludwigsburg in die israelische Partnerregion Oberes Galiläa hervorgehoben. Schließlich zeige sich gerade in Krisenzeiten, wie stark Freundschaft über Grenzen hinweg trage.

Vertrauen, Medienkompetenz und Umgang mit Falschinformationen

Ein Schwerpunkt der Rede lag auf dem Thema Desinformation. Fake News, künstlich erzeugte Videos und Verzerrungen bedrohten zunehmend das Vertrauen in Politik und Medien – auch auf lokaler Ebene. Meinungen seien legitim – Fakten seien aber nicht verhandelbar. Deshalb rief Gessler in Stellvertretung für den Landrat dazu auf, Transparenz, Dialog und Medienkompetenz zu stärken, um populistische und falsche Erzählungen zu entkräften.

Wirtschaft, Resilienz und Sicherheit

Mit Blick auf die wirtschaftliche Lage in der Region zeigte sich der Landrat in seiner Neujahrsrede kämpferisch.: „Wir sind eine Region der Tüftler und Denker. Jetzt gilt es, die Transformation aktiv zu gestalten.“ Er kündigte an, die Zukunftsstrategie des Landkreises Ludwigsburg weiter voranzutreiben.

Auch die Krisen- und Katastrophenvorsorge bleibe ein zentrales Thema. Nach dem jüngsten Stromausfall in Berlin erneuerte der Landrat seine Unterstützung für den Bau eines modernen Katastrophenschutzzentrums im Landkreis. Die Infrastrukturen müssten widerstandsfähiger werden – Sicherheit sei keine Haushaltsfrage, sondern eine Kernaufgabe.

Gesundheitsversorgung im Wandel

Ein weiterer Schwerpunkt galt den Kliniken des Landkreises. Mit einem neuen Konsolidierungsprogramm und einer Komplementärstrategie sollen die drei Standorte Ludwigsburg, Bietigheim und Markgröningen künftig enger zusammenarbeiten. Ziel sei eine stabile, patientenzentrierte Versorgung. Gleichzeitig dürfe, wer Gesundheit ernst nehme, den Kliniken keine Mittel entziehen.

Geplante Investitionen – etwa in einen Herzkatheter-Messplatz in Bietigheim oder modernste Bildgebungstechnik in Markgröningen – sollen die qualitativ hochwertige medizinische Versorgung im Kreis langfristig sichern.

Impulse von Gastredner Dr. Eckart von Hirschhausen

Dass Klimaschutz, Gesundheit und gesellschaftliche Verantwortung eng zusammenhängen, erläuterte der prominente Gastredner des Abends, Dr. Eckart von Hirschhausen. Der Arzt, Wissenschaftsjournalist und Stiftungsgründer verband in seinem Vortrag medizinische Erkenntnisse, Humor und gesellschaftliche Fragestellungen. Von Hirschhausen und Ludwigsburg sind dabei keine Unbekannten. „Ludwigsburg ist mir seit Kindertagen verbunden, weil meine Großeltern hier gelebt haben“, so von Hirschhausen. „Daher freue ich mich, dass mit der großzügigen Unterstützung und dem Neujahrsempfang wir drei Herzensanliegen vor Ort unterstützen können: Mit meiner ersten Stiftung, HUMOR HILFT HEILEN, die Kinderklinik mit Clowns und einer kinderfreundlichen Gestaltung. Dann den Verein Aufwind, die sich um chronisch kranke Kinder kümmern. Und als Drittes ein wichtiges Zukunftsthema, die Kommunikation zu Extremwettersituationen. Dafür planen wir zusammen mit der Ärztekammer, meiner Stiftung Gesunde Erde-Gesunde Menschen und der Filmhochschule, zeitgemäße Aufklärungsvideos. So wird heute ein Impuls in die Zivilgesellschaft gehen, der an vielen Stellen Früchte trägt und weiterwirkt.“

Mit Zuversicht ins neue Jahr

Zum Abschluss dankte Gessler im Auftrag des Landrats den vielen Engagierten im Landkreis – in Politik, Ehrenamt, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Verwaltung. Zudem richtete er die positive Botschaft des Landrats an die Gäste: „Wenn wir auf Wissen vertrauen, Verantwortung teilen und solidarisch handeln, können wir dieses Jahr aktiv gestalten – pragmatisch, menschlich und mit Zuversicht.“


Weitere Artikel

Beliebte Artikel