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StartRegionKreis LudwigsburgPostkartenidylle als Aushängeschild

Postkartenidylle als Aushängeschild

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Gemeinderat beschließt Neugestaltung des Vaihinger Marktplatzes in einer kleinen Variante

Vaihingen/Enz.|  Die Neugestaltung des Vaihinger Marktplatzes beschäftigt die Verwaltung und die Gremien der Stadt seit Jahrzehnten. Jetzt ist der Weg frei für eine moderate, wenngleich nicht rein ästhetische Aufwertung: Der Gemeinderat stimmte für eine Variante mit einheitlichem Mobiliar und robusten Schirmen, zwei erdgebundenen Bäumen und einer unterirdischen Stromversorgung für Veranstaltungen. 60 Prozent der Kosten werden über das Städtebauprogramm des Landes gefördert, der Anteil der Stadt liegt bei rund 143.000 Euro. Das Aushängeschild mit Postkartenblick auf Rathaus, Stadtkirche und Schloss soll nicht nur Gäste, sondern auch fehlende Gastronomen anlocken.

Keine Schattenspender, Plastikstühle und Drahtbänke, keine praktikable Stromversorgung: Über die Notwendigkeit von Verbesserungen herrschte in den Gremien Einigkeit, nicht aber über die Art der Gestaltungsmöglichkeiten. Vor allem die Frage, ob die Bäume in großen, mobilen Kübeln oder erdgebunden gepflanzt werden sollten, war umstritten. Mit der Entscheidung des Gremiums ist nun aber der Weg frei für eine schnelle Realisierung von wichtigen Maßnahmen:

  • Auf Empfehlung des Gestaltungsbeirates und in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege werden zwei erdgebundene Bäume mit großen Kronen gepflanzt. Dazu sind Schutzmaßnahmen notwendig, um einerseits das Wurzelwerk, andererseits die Infrastruktur unter der Erde nicht zu gefährden. Die Gehölze selbst sollen als Schattenspender dienen, müssen gleichzeitig aber über eine Widerstandsfähigkeit verfügen, die auch große Hitzeperioden übersteht. Ein Baum steht an der Ecke Grabenstraße/Marktplatz 9, ein weiterer nahe der bisherigen Statue „Walkmen“. Für diese soll eventuell in einer Ideensammlung ein neuer Platz gesucht werden. Die Bäume lassen die Sichtachse auf Rathaus, Stadtkirche und Schloss frei.
  • Die Umsetzung stellt die Stadt vor erhebliche technische Herausforderungen, die kostenintensiv sind: Die extrem dichte Infrastruktur unter dem Marktplatz mit ihrem engmaschigen Geflecht aus Wasser- und Abwasserleitungen, Strom- und Telekommunikationskabeln lässt kaum Raum für Erdarbeiten und macht sowohl die Pflanzung der Bäume als auch die Verankerung der geplanten massiven Sonnenschirm-Fundamente äußerst komplex. Die Arbeiten erfordern daher präzise Planungen, aufwendige Schutzmaßnahmen und spezielle, teils manuelle Bauverfahren, um die bestehende Infrastruktur nicht zu beschädigen.
  • Das einheitliche und wetterfeste Mobiliar soll mit Beteiligung der bereits ansässigen, bzw. künftigen Gastronomen vor den Gebäuden Marktplatz 9, 10 und 11 angeschafft und aufgestellt werden. Geplant sind widerstandsfähige Tische, Stühle und robuste, im Boden verankerte, wetterfeste und sturmsichere Schirme aus besonderen Materialien mit einer Spannweite von 4,5 x 4,5 Metern. Die tragfähigen Fundamente – ein einziges wiegt so viel wie ein VW-Golf – müssen eine dauerhafte Standsicherheit gewährleisten und sollen die Aufenthaltsqualität auf dem Platz langfristig und zu jeder Jahreszeit verbessern. Insgesamt werden 100 Quadratmeter dauerhaft überdacht.
  • Im gleichen Arbeitsschritt wird darüber hinaus ein Kabel eingezogen, das künftig die unterirdische Stromversorgung auf dem Marktplatz bei Veranstaltungen sicherstellt. Bislang geschieht dies über überirdisch verlegte Kabel.
  • Zusätzlich entsteht am Eingang Marktcafé eine kleine barrierefreie Rampe.

Die Realisierung der Vorhaben ist bis Frühjahr 2026 geplant. Parallel laufen noch Abstimmungen mit den Marktbeschickern. Nicht erneuert wird bei der Neugestaltung das intakte, aber naturgemäß holprige Kopfsteinpflaster. Dies würde die Kosten für die Sanierung abermals in die Höhe treiben. Lediglich im Bereich der Außengastronomie wird geprüft, ob ein ebenmäßigerer Bodenbelag machbar wäre.

Insgesamt liegt die aktuelle Kostenrechnung bei 357.000 Euro. 40 Prozent der Kosten muss die Stadt tragen, 60 Prozent werden über das Landesprogramm gefördert. In Anbetracht der finanziellen Situation der Stadt war eine Neugestaltung nur mit Landesmitteln über das Sanierungsgebiet „Marktplatz“ denkbar.


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