von Bernhard Gaus

Bietigheim-Bissingen.| Das war ein entspannter Freitagabend am Livestream für die Fans der SG BBM Bietigheim. Die Schwaben gewannen ihr Heimspiel gegen den TV Emsdetten ungefährdet mit 41:31 (22:16) Toren und festigten ihren Platz in der oberen Tabellenhälfte. Emsdetten bleibt Vorletzter mit drei Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz.

„Nach 35 Minuten war das Spiel durch, von da an hatte ich ein richtig gutes Gefühl“, freute Brian Ankersen. Der Interimscoach der SG BBM, der das Team bis zum Saisonende führen wird, feierte gegen die Münsterländer den vierten Sieg in Folge. „Wir wollten im Angriff einen Schritt nach vorne machen, die 41 Tore sprechen für sich.“ Während die Bietigheimer Handballer ihre dreiwöchige Spielpause also nutzen konnten, kämpft Emsdetten noch mit den Nachwirkungen seiner Corona-Quarantäne. „Der Stopp von 5 Wochen hat uns nicht gutgetan“, klagte Dettens Coach Peter Portengen. „Rhythmus und Kondition der Spieler sind ein bisschen weg.“

Beide Teams setzten auf Offensiv-Power und drückten aufs Tempo, das wurde schon in den ersten Aktionen schnell deutlich. Nach sechs Spielminuten stand es 6:5, beim 11:6 in der 12. Minute griff Portengen erstmals zur Grünen Karte und war vor allem mit der Defensive seines Teams sichtlich unzufrieden. Beiden Mannschaften unterliefen wenige technische Fehler, aber die SG BBM nutzte in der Anfangsphase bereits jeden Ballgewinn mit höchster Effizienz, zog so Tor um Tor davon.

Bei Bietigheim fehlten die erkrankten Patrick Rentschler und Jan Asmuth und doch klingelte es auf ihren Angriffspositionen. Jonathan Fischer markierte ohne Fehlwurf insgesamt sieben Treffer am Kreis, Linksaußen Martin Marčec steuerte vor der Pause drei Tore bei. Viele Treffer fielen in der ersten und zweiten Welle und auch aus dem Rückraum machten in der Anfangsaufstellung Jonas Link, Juan de la Peña und Tim Dahlhaus mächtig Druck. Erst nach der 16:8-Führung gingen die Schwaben ein wenig vom Gas, Emsdetten verkürzte bis zum Seitenwechsel noch auf 22:16.

SG BBM-Coach Brian Ankersen konnte sich schon kurz nach der Pause entspannt zurücklehnen. Sein Team hatte mit einem energischen Zwischenspurt vollends für klare Verhältnisse gesorgt. Das 30:18 durch Christian Schäfer, der am Freitag mit 11 Treffern seine Spitzenposition in der Torschützenliste der 2. Liga weiter ausbauen konnte, markierte in der 40. Minute bereits die höchste Führung für die Gastgeber. Emsdetten leistet sich im Offensivspektakel eine entscheidende Torflaute, scheiterte einige Male am Bietigheimer Block oder am starken Aron Edvardsson. Auf der Gegenseite indes funktionierte Bietigheims Tormaschine weiter wie geölt.

Emsdettens Dirk Holzner traf bei sieben Versuchen von Linksaußen und vom Siebenmeterpunkt siebenmal und war damit Emsdettens erfolgreichster Werfer. Doch das war in der Summe zu wenig, um aus der Bietigheimer Viadukthalle dringend benötigte Punkte für den Klassenerhalt mitzunehmen.

Am Ende fiel erstmals seit der Bietigheimer Aufstiegssaison 2017/18 wieder die 40-Tore-Marke. „Ich weiß gar nicht, was da für Lukas Urban fällig wird“, musste Dominik Claus eingestehen, der im rechten Rückraum ohne jeden Fehlwurf fünf Tore gemacht hatte. „Das war unsere beste Angriffsleistung, seit ich den Trainer übernommen habe“, stellte Brian Ankersen fest.

„Mit zehn Toren verlieren will keiner, aber es sind auch nur zwei Punkte“, versucht Peter Portengens den Blick zügig für die kommenden Aufgaben zu schärfen. Da trifft Emsdetten in 11 noch ausstehenden Partien auf einige direkte Konkurrenten um den Klassenerhalt. Am Mittwoch kommt jedoch zunächst Spitzenreiter HSV Hamburg in die Emshalle, während die SG BBM beim abstiegsgefährdeten Wilhelmshavener HV Schützenhilfe leisten könnte.

SG BBM Bietigheim: Edvardsson, Lehmann; Schäfer (11/4), Fischer (7), Claus (5), Dahlhaus (4), Marčec (3), Vlahovic (3), Barthe (2), Link (2), Boschen (2), de la Peña (1), L. Urban (1), Öhler.

TV Emsdetten: Madert, Paske; Holzner (7/4), Urban (6), Kress (5), Schliedermann (3), Jansen (2), Nowatzki (2), Kornecki (2), Terhaer (1), Kolk (1), Weßeling (1), Mojzis (1), Stüber, Wasielewski.

Spielverlauf: 5:3 (6.), 11:6 (12.), 16:8 (18.), 19:14 (26.), 22:16 (30.), 30:18 (40.), 33:25 (50.), 38:28 (54.), 41:31 (60.).
Zeitstrafen: Fischer (20.), Dahlhaus (45.) – Wasielewski (28.), Paske (40.)
Siebenmeter: 4/5 – 4/4
Schiedsrichter: Tobias Schmack / Philipp Dinges (DHB Bundesligakader)
Zuschauer: 0 (Sporthalle am Viadukt, Bietigheim)