Landespriorisierung ermöglicht Fortführung der Planung – kommunale Beschlüsse bleiben maßgeblich
Möglingen/Ludwigsburg.| Beim zweiten Mandatsträgerforum zur geplanten Stadtbahn im Landkreis Ludwigsburg am 15. Oktober 2026 im Bürgerforum Möglingen stand die Reaktivierung der Strecke Ludwigsburg-Markgröningen im Mittelpunkt. Mit der Entscheidung des Verkehrsministeriums, die Markgröninger Bahn bevorzugt in die Liste der zu reaktivierenden Bahnstrecken einzustufen und eine hälftige Vorfinanzierung der Planungskosten zu übernehmen, entstand bei der Zusammenkunft aller Projektpartner eine besondere Dynamik.
Eingeladen zu dem Mandatsträgerforum hatte der Zweckverband Stadtbahn im Landkreis Ludwigsburg. Teilnehmende waren die Gemeinderäte der Kommunen Ludwigsburg, Markgröningen und Möglingen, die Mitglieder des Verwaltungsrats des Zweckverbandes und die Kreisrätinnen und -räte. Nach Begrüßung durch die Möglinger Bürgermeisterin Rebecca Saile und Prof. Markus Schmidt von der Hochschule für Technik Stuttgart sagte Landrat Dietmar Allgaier in seiner Eröffnungsrede: „Ich begrüße die Entscheidung des Landes sehr. Sie eröffnet den kommunalen Vorhabenträgern die Möglichkeit, die Planung mit der angekündigten Unterstützung fortzuführen. Die Priorisierung ist eine gute Basis, um in dem Projekt aussichtsreich weiterzukommen.“
Verkehrsministerin Nicole Razavi hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass das Land die Reaktivierung der Markgröninger Bahn als prioritäres Vorhaben einordnet. Sie kündigte hierfür eine hälftige Vorfinanzierung der Planungskosten an. Eine spätere Kofinanzierung der Umsetzung durch das Land setzt eine Förderung des Bundes nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz voraus.
Landrat Allgaier: „Es gab unterschiedliche Beschlüsse in den einzelnen Gemeinden und Städten des Kreises. Unser Ziel ist, bis Ende März 2027 in den einzelnen Gemeinderäten eine gemeinsame Beschlusslage zu haben.“
Fachliche Beiträge behandelten beim Mandatsträgerforum die kommunalen Beschlusslagen, die untersuchten Varianten sowie Fragen zu Förderung, Betriebskosten, Kostenverteilung und Zeitplan. Besondere Aufmerksamkeit erhielt die vorgestellte Betriebsprogrammstudie der Deutschen Bahn. Demnach ist ein 30 Minuten-Takt mit Einfahrt in den Bahnhof Ludwigsburg möglich, sofern der Fahrplan nach einem bestimmten Schema ausgerichtet würde: Einfahrt in den Bahnhof zu den Minuten 16 und 46 und die Abfahrt aus dem Bahnhof jeweils sechs Minuten später. Andere Zeitfenster seien wegen Gleisbelegungen nicht möglich. 20- oder 15-Minuten-Takte seien wegen Gleisbelegungen nicht möglich, erklärte ein Vertreter der DB InfraGo. Das Unternehmen, eine Tochterfirma der Deutschen Bahn AG, ist für die Weiterentwicklung der Bahn-Infrastruktur zuständig.
In einem moderierten Austausch erörterten die Mandatsträgerinnen und Mandatsträger offene Fragen mit den Referenten und Planern.
Zum Abschied fasste Landrat Allgaier zusammen: „Die Entscheidung des Landes ist ein wichtiges Signal für die Markgröninger Bahn. Die nächsten Schritte wollen wir im Respekt vor den kommunalen Entscheidungen und im Austausch mit den Partnern angehen.“ Mit den Mitgliedern Remseck, Schwieberdingen und dem Zweckverband Pattonville, die sich aufgrund der Beschlüsse des Gemeinderates der Stadt Ludwigsburg, mit jeweiligen Gemeinderats- und Zweckverbandsbeschlüssen für einen Ausstieg aus der Planung ausgesprochen haben, werden Gespräche geführt, die bis Ende des 1. Quartals 2027 abgeschlossen sein sollen.
Das Mandatsträgerforum diente der Information und dem Austausch. Es ersetzt weder kommunale Beschlüsse noch formale Entscheidungen der zuständigen Gremien.