Das Amt für Bildung, Jugend, Sport und Vereine plädiert für eine Lösung der prekären Raumsituation durch eine Aufstockung von Gebäude 3
Vaihingen/Enz.| Den dringenden Appell von Schulleiter Jürgen Joos an Stadt und Gemeinderat nimmt die Stadtverwaltung Vaihingen an der Enz sehr ernst. Die Verwaltung unterstützt als Schulträger die von der Schulleitung der Schlossbergschule geforderte Lösung der prekären Raumsituation durch eine Aufstockung von Gebäude 3.
Den Flächenbedarf der Schlossbergschule und die Schülerzahlenentwicklung hat das zuständige Amt 40 (Bildung, Jugend, Sport und Vereine) bereits im Jahr 2021 umfassend dargestellt und im vergangenen Jahr 2025 unter anderem im Gemeinderat noch einmal bestätigt. Die hohe Belastung der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrerschaft aufgrund der Unterrichtsverteilung auf eine Vielzahl von Gebäuden sind der Verwaltung als großes Problem bewusst. Die Schulleitung muss immer wieder entsprechende Wegezeiten und damit verbundene Aufsichts-Thematiken in die Unterrichtspläne einarbeiten. Dem Lösungsvorschlag, zusätzliche Klassen an weitere, möglicherweise noch entferntere Standorte in anderen Teilorten auszulagern, möchte die Verwaltung darum nicht folgen: „Die aufwendige Organisation des Schulalltags stellt eine erhebliche Belastung für die Schulgemeinschaft dar. Am Ende leidet auch die Bildungsqualität –wenn beispielsweise Unterrichtsstunden durch Wegezeiten ständig kürzer ausfallen. Das ist ein Provisorium, das nicht auf unbestimmte Zeit fortbestehen kann“, so Amtsleiterin Dr. Barbara Ogbone. An den angrenzenden Schulen werden bereits aktuell verfügbare Räume durch die Schlossbergschule genutzt. Dies bringt aber auch Einschränkungen für die unterstützenden Schulen mit sich.
Der Flächenbedarf der Schlossbergschule wurde im Rahmen der Haushaltsklausuren diskutiert und fand Niederschlag im Entwurf des Haushaltsplans für das Jahr 2026. Da die Notwendigkeit einer Baumaßnahme an der Schlossbergschule immer wieder thematisiert wird, hat die Stadtverwaltung die wichtigsten Informationen zu der Aufstockung für die weiteren Beratungen in den Gremien visuell aufbereitet.
An der Schlossbergschule besteht bereits bei bisheriger 4-Zügigkeit ein Raummangel. Der Raumbedarf ergibt sich überwiegend aus den fehlenden Fachklassenräumen für die Sekundarstufe. Zudem waren die Eingangsklassen der Grundschule zum Schuljahr 2024 erstmals 5-zügig, was den Raummangel zusätzlich verschärft. Die Schlossbergschule ist die größte Grundschule im Stadtgebiet und einzige staatliche Grundschule in der Kernstadt.
Durch die geplante Aufstockung von Gebäude 3 ließen sich 1.200 Quadratmeter zusätzlicher Schulfläche schaffen. Dann entspricht die Gesamtfläche der Schule auch den Vorgaben des Raumprogramms aus der Schulbauförderung. „Die Maßnahme würde die Schlossbergschule nach Jahren des Wartens endlich in räumlicher Hinsicht entlasten“, erklärt Dr. Barbara Ogbone. Die Schlossbergschule würde dadurch die dringend notwendigen Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten erhalten, um das zu tun, was Kernaufgabe einer Schule ist: Kindern die bestmöglichen Bildungschancen bieten. Insgesamt würden durch die Baumaßnahmen 13 zusätzliche Klassenräume, Nebenräume und Büros entstehen.
Einstweilen geht der Schlossbergschule aber bereits im Sommer 2026/27 endgültig der Platz aus – dann wird die Stadtverwaltung die ersten Container auf den Lehrerparkplatz stellen. Im darauffolgenden Schuljahr könnten weitere folgen.
Baumaßnahmen, die der Erweiterung einer Schule dienen, werden durch das Land Baden-Württemberg anteilig gefördert. Hierfür ist beim Regierungspräsidium Stuttgart eine 33-prozentige Förderung zu beantragen.