Polizeipräsidium Aalen und Landratsamt starten gemeinsame Kampagne zur Fahrradsicherheit
Kampagne zum Start der Bike-Saison: Zahl der Unfälle immer noch zu hoch
Der Rems-Murr-Kreis hat gemeinsam mit dem Polizeipräsidium Aalen und dem kreisweit aufgestellten Fachgeschäft Bikesnboards eine Kampagne für mehr Sicherheit im Radverkehr gestartet. In den Bikesnboards-Filialen in Waiblingen, Backnang und Schorndorf werden dafür ab sofort Anhänger an Fahrradräder angebracht, die Kundinnen und Kunden im Alltag an das Tragen eines Helms erinnern sollen. Die Kampagne steht unter dem Slogan: „Ein Helm. Ein Leben. Deine Entscheidung.“
Landrat Dr. Richard Sigel betont: „Die Idee zu der Kampagne ist bei der Einweihung des Radfahrübungsplatzes in Alfdorf gemeinsam mit dem Polizeipräsidium Aalen entstanden. Fahrradsicherheit ist für uns ein zentrales Anliegen und das gilt für alle Altersgruppen. Ob auf dem Weg zur Schule, zur Arbeit oder in der Freizeit: Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, setzt sich immer auch einem gewissen Risiko aus. Dabei ist der Fahrradhelm die einfachste und zugleich wirkungsvollste Maßnahme, um sich zu schützen. Unser Ziel ist es, noch mehr Menschen dafür zu sensibilisieren, den Helm ganz selbstverständlich zu tragen. Die Zahl der Unfälle ist immer noch zu hoch und vieles wäre vermeidbar. “
Die aktuellen Zahlen unterstreichen die Relevanz des Themas: Im Jahr 2024 war in Deutschland etwa jede sechste im Straßenverkehr tödlich verunglückte Person mit dem Fahrrad unterwegs. Insgesamt verloren 441 Radfahrerinnen und Radfahrer ihr Leben, darunter 192 auf einem E-Bike.
Auch im Rems-Murr-Kreis zeigt sich ein steigender Trend: Die Zahl der Fahrrad- und E-Bike-Unfälle ist seit 2021 kontinuierlich gestiegen – von 329 auf 531 Fälle im Jahr 2025. Erstmals wurden 2025 auch Daten zur Helmnutzung erhoben: Bei 18 Unfällen trugen die Beteiligten keinen Helm, 15 Personen wurden leicht, drei schwer verletzt.
„Gerade bei Fahrradunfällen kommt es häufig zu schweren oder sogar lebensgefährlichen Kopfverletzungen. In vielen Fällen könnte ein Helm die Folgen deutlich abmildern oder sogar verhindern. Deshalb ist es uns ein großes Anliegen, die Menschen immer wieder für dieses Thema zu sensibilisieren. Ein kurzer Griff zum Helm vor der Fahrt kann im Ernstfall den entscheidenden Unterschied machen“, so Polizeipräsident Reiner Möller.
Die Partner verfolgen mit der Kampagne das Ziel, die Sicherheit im Radverkehr nachhaltig zu erhöhen, insbesondere mit Blick auf den Beginn der Fahrradsaison.
„Beschädigte Helme nach einem Unfall zeigen eindrücklich, welche Kräfte auf den Kopf wirken. Genau deshalb gehört der Helm für uns zur Grundausstattung – so selbstverständlich wie das Fahrrad selbst“, erklärt Timur Selvi, Geschäftsführer von Bikesnboards.
Weitere Maßnahmen für mehr Sicherheit im Radverkehr
Neben der Helmkampagne engagiert sich der Rems-Murr-Kreis mit verschiedenen Projekten für mehr Sicherheit:
radspaß – sicher e-biken
Mit dem Projekt „radspaß – sicher e-biken“ bietet der Landkreis Fahrsicherheitstrainings für Pedelec-Fahrende an. Der Landkreis war Pilotkreis für dieses Projekt in Baden-Württemberg. Landrat Dr. Richard Sigel ist selbst nicht nur Radtrainer, sondern auch E-Bike-Trainer. Die Kurse richten sich sowohl an Einsteigerinnen und Einsteiger als auch an alle, die ihre Fahrtechnik verbessern möchten. Neben praktischen Übungen zur Koordination und Reaktion werden auch wichtige Aspekte der Verkehrssicherheit vermittelt. Ziel ist es, mehr Sicherheit und Souveränität im Straßenverkehr zu gewinnen.
Der Landkreis fördert in diesem Bereich regelmäßig zusätzliche Aktionen des Kreisseniorenrats und des Deutschen Roten Kreuzes zur Förderung der Verkehrssicherheit.
RadHelden at school
Mit dem Projekt „RadHelden at school“ fördert der Rems-Murr-Kreis bereits seit mehreren Jahren gemeinsam mit dem Württembergischen Radsportverband (WRSV) die Verkehrssicherheit von Kindern. An Grundschulen im Landkreis werden Fahrradaktionstage angeboten, bei denen motorische Fähigkeiten, sicheres Fahrverhalten und die Freude am Radfahren im Mittelpunkt stehen. Karl-Heinz Nagel, der Vizepräsident des WRSV ist einer der Garanten für den Erfolg dieses Projekts.
Seit 2022 haben bereits 84 Schulen mit insgesamt 14.326 Schülerinnen und Schülern teilgenommen.
Die Verkehrssicherheitsarbeit für junge Radfahrerinnen und Radfahrer wird durch die Fahrradprüfung an Grundschulen ergänzt, die in bewährter Weise von Polizei und Verkehrswacht durchgeführt wird.