Fachjury entscheidet sich für den Autoren Juli Mahid Carly
Ludwigsburg wird in diesem Jahr wieder um eine neue schreibende Stimme reicher: Das Ludwigsburger Stipendium war mit Förderung der Wüstenrot Stiftung zum fünften Mal ausgelobt worden. Die einberufene Fachjury wählte aus sechs vorgeschlagenen Autoren Juli Mahid Carly zum neuen Ludwigsburger Stadtschreiber für das Jahr 2026. Neben der erkennbar großen Bereitschaft, sich im Zuge des dreimonatigen Stipendiums mit der Stadt Ludwigsburg auseinanderzusetzen, war die literarische Qualität des Schaffens zentrales Bewertungskriterium.
Juli Mahid Carly wird im Frühjahr und Sommer mehrere Wochen in der Barockstadt zu Gast sein und das in dieser Zeit entwickelte literarische Werk im November 2026 im Rahmen des Literaturfestivals Ludwigsburger WORT WELTEN präsentieren.
Juli Mahid Carly wurde 1997 im nordhessischen Baunatal geboren. Er studierte Deutsche Philologie und Geschichtswissenschaft an der Universität Göttingen sowie Theater-Regie an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Als junge Autoren- und Regieperson arbeitet Carly an unterschiedlichen Stadttheatern. Er war zuletzt am Theater Magdeburg mit „Schrei so laut du kannst“ und am Theater Konstanz mit „FAUST. Der Tragödie nächster Fail“ engagiert. Er ist ebenso in der freien Szene kreativ, oft explizit mit und für Jugendliche und junge Erwachsene.
Darüber hinaus schreibt Carly Texte für Zeitschriften und andere Kunstschaffende. Aktuell arbeitet er an seinem Debütroman. Er gibt Seminare, Workshops und engagiert sich im Bereich politische Bildung mit künstlerischen Mitteln gemeinsam mit dem Verein Studio Lev Kassel. Seine experimentellen Arbeiten erfahren durch Nominierungen, Auszeichnungen und Stipendien Anerkennung.
„Juli Mahid Carly ist eine junge Persönlichkeit, die sich mit vielen künstlerischen Sprachen zwischen unterschiedlichen Genres bewegt und ausdrückt. Ausgangspunkt des schriftstellerischen Schaffens ist stets die Frage danach, wie Narrative – ob historisch oder biografisch – Sinn stiften, Ausschlüsse sichtbar machen und Räume für neue Haltungen öffnen. Diese Herangehensweise hat sich in den bisherigen Werken mehrfach manifestiert: In theaterstückartigen Textmontagen, performativen Essays und interdisziplinären Abenden, die Postkolonialität, Queerness und Popkultur als Impulsgeber für Denkprozesse nutzen. Wir freuen uns sehr auf die Begegnung von Juli Mahid Carly, besonders mit der jungen Generation in der Stadt“, so die Begründung der Jury.
Zu dieser gehören Oliver Altmann (Leiter der Stadtbibliothek Ludwigsburg), Professor Ludger Engels (Direktor der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg), Dr. Anton Knittel (Leiter Literaturhaus Heilbronn), Dr. Natalie Maag (Leiterin der Abteilung Bibliothek des Deutschen Literaturarchivs Marbach), Anne Richter (Vorstandsmitglied im Verband deutscher Schriftsteller Baden-Württemberg) sowie die Juryvorsitzende Petra Bewer (Vorstand des Vereins Buchkultur).