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StartRegionKreis LudwigsburgDialogischer Planungsprozess ‚Neue Ortsmitte Möglingen‘ startet in die nächste Phase

Dialogischer Planungsprozess ‚Neue Ortsmitte Möglingen‘ startet in die nächste Phase

RegionKreis LudwigsburgDialogischer Planungsprozess ‚Neue Ortsmitte Möglingen‘ startet in die nächste Phase
  • Runder Tisch zur ‚Neuen Ortsmitte‘ nimmt seine Arbeit auf
  • Protokoll der 1. Sitzung kann online auf der Homepage der Gemeinde eingesehen werden

Möglingen.| Bei seinem ersten Treffen im Dezember 2025 hat sich der Runde Tisch zur „Neuen Ortsmitte“ im kleinen Saal im Bürgerhaus konstituiert und erste Ideen und Anregungen zur räumlichen Neugestaltung der Ortsmitte ausgetauscht. Nach einer Vorstellungsrunde erhielten die Mitglieder des Runden Tischs aus Bürgerschaft, in der Ortsmitte ansässigem Gewerbe und Gastronomie, Senioren, Jugend, sowie Gemeinderat und Verwaltung zunächst einen Überblick zum Beteiligungsprozess und den Ergebnissen aus der im Vorfeld durchgeführten und breit angelegten Ideensammlung im Rahmen der ersten Bürgerbeteiligungsphase, die den inhaltlichen Rahmen für die weitere Diskussion bilden.

Im Vorfeld hatte sich die Verwaltung und Gemeinderat in zwei Workshopterminen mit den Anregungen aus der Ideensammlung intensiv auseinandergesetzt und weiter inhaltlich konkretisiert. Im September 2025 wurde das im Dialog verdichtete Ergebnis als Grundlage für die Fortsetzung des weiteren Planungsdialogs durch den Gemeinderat freigegen.

Vor diesem Hintergrund machte Bürgermeisterin Rebecca Saile bei ihrer Begrüßung deutlich, „Wir stehen nicht mehr am Anfang, sondern sind schon einige wichtige Schritte gegangen.“ und ermuntert die Mitglieder des Runden Tisches „lassen Sie sich offen auf den Denkprozess ein“. Mit Blick auf die besondere Bedeutung der Aufgabenstellung und gleichzeitig auch große Herausforderung für eine Gemeinde wie Möglingen macht sie deutlich, dass es um weitaus mehr geht, als ein neues Rathaus zu bauen. Mit Hilfe der Städtebauförderung, ohne die ein solches Gesamtprojekt nicht zu stemmen wäre, so die Bürgermeisterin, ist der erste wichtige Baustein mit der Verlagerung der Feuerwehr auf den Weg gebracht. Der Spatenstich hierzu ist für dieses Frühjahr geplant.

In Rahmen der Vorstellungsrunde werden bereits erste Gedanken ausgetauscht. Dabei wird deutlich, dass die im fortgeschriebenen Gemeindeentwicklungsplan als Handlungsschwerpunkt formulierte Neugestaltung der Ortsmitte unter Einbindung der Öffentlichkeit eine große Verantwortung bedeutet, aber auch die enorme Chance bietet, einen lebendigen Begegnungsort mit Aufenthaltsqualität zu schaffen, mit dem sich alle Möglinger Bürgerinnen und Bürger identifizieren. Gleichermaßen werden aber auch als große Herausforderungen gesehen, die vielen Interessen zusammenzubringen ebenso wie Fragen zur Finanzierung in der allgemein angespannten finanziellen Situation in den Kommunen und den Auswirkungen auf die Ortsmitte während der Bauzeit.

Hinsichtlich der Finanzierung ermuntert Bürgermeisterin Rebecca Saile die Anwesenden: „Ein Projekt, dass solch eine zukunftsweisende Perspektive nicht nur für die Ortsmitte, sondern für Möglingen als Ganzes bietet, wird nicht an der aktuellen Finanzsituation scheitern. Mit einer guten wie soliden Gesamtkonzeption werden wir gemeinsam Wege finden, um das Projekt erfolgreich umzusetzen; nicht zuletzt mithilfe der Möglichkeiten der Städtebauförderung, die sich der Gemeinde durch die Ausweisung des Sanierungsgebiets ‚Ortskern‘ bieten.“

Nach der Vorstellung der inhaltlichen Rahmenbedingungen durch die Moderation stellt Mario Zech vom Büro INOVAPLAN GmbH, Karlsruhe / München, das prozessbegleitend mit der Erstellung eines Verkehrskonzepts beauftragt wurde, die Ergebnisse der Bestandsanalyse sowie der Parkraumerhebung vor. Insgesamt kommt die verkehrliche Analyse zur Erkenntnis, dass die Flächenverteilung im öffentlichen Raum, häufig zu Gunsten des KFZ-Verkehrs ausfällt. Die ÖPNV-Anbindung der Ortsmitte an die vier vorhandenen Buslinien bewertet der Verkehrsplaner als grundsätzlich gut, weist hierbei aber auch auf Herausforderungen hin, die es bei der Gestaltung der neuen Ortsmitte zu lösen gilt. Auch gelte es, die Fahrradinfrastruktur weiter auszubauen. Die Parkraumerhebung kommt grundsätzlich zur Erkenntnis, dass die Auslastung des Parkraums in der Ortsmitte als moderat angesehen werden kann, im Verlauf des Tages aber jedoch an wechselnden Bereichen ein durchaus sehr hoher Parkdruck erfasst wurde.

Nach dem umfangreichen Input waren nun die Mitglieder des Runden Tisches gefragt, in lockerer Arbeitsatmosphäre und interaktiv ins Gespräch zu kommen. An einem großen Plantisch in der Raummitte wurden beim Brainstorming erste Gedanken ausgetauscht, welche räumlichen Gestaltungsmöglichkeiten sich auf der gedanklich freien insgesamt rund 7.800 Quadratmetern großen Fläche bieten. In der sehr lebhaften Diskussion werden vielfältige Fragestellungen angetippt: Wo trifft man sich? Wie groß ist die künftige Platzfläche? Wie viel Grün passt in die Ortsmitte? Kann man ggf. die Verkehrsführung für den Autoverkehr ändern? Ist der Platz wie heute überfahrbar? Was ist mit dem Bus? Wo steht das Rathaus richtig? Wie könnte ein Angebot für besondere Wohnformen bzw. bezahlbaren Wohnraum in die Ortsmitte gut integriert werden? Losgelöst von der räumlichen Betrachtung wird nochmals deutlich: Das Rathaus soll weiterhin sichtbar die Ortsmitte markieren und identitätsstiftend für diese sein. Der Platz soll im Alltag lebendig und für alle ein Angebot sein und vielseitig nutzbar. Handel und Gastronomie sollen durch die Neugestaltung gestärkt werden.

Am Ende des anregenden Abends resümiert Bürgermeisterin Rebecca Saile: „Wir haben viel vor und sind gemeinsam auf einem guten Weg.“ Im nächsten Schritt sollen die Anregungen und Hinweise aus dem Brainstorming in Form von alternativen Entwurfsprinzipien mit dem Runden Tisch diskutiert und hinsichtlich ihrer Potenziale eingeordnet werden. Hierzu treffen sich die Mitglieder Mitte Februar wieder. Das öffentliche Perspektivforum, bei dem die bis dahin gewonnenen Erkenntnisse des Runden Tisches diskutiert werden sollen, findet im Mai statt. Hierzu sind allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern herzlich eingeladen.

Alle Informationen zum Planungsprozess sowie die gezeigten Präsentationen und Protokolle der Sitzungen des Runden Tisches finden Sie auf der Homepage der Gemeinde Möglingen unter: https://www.moeglingen.de/aktuelles/Neue-Ortsmitte-

Hintergrundinformation Sanierungsgebiet ‚Ortskern‘

Der Möglinger ‚Ortskern‘ rund um Rathaus mit Rathausplatz und Beim Rathaus, sowie der östliche Bereich nördlich der Rosenstraße mit Hindenburgstraße, Fröhlichhof mit Beim Geistholz und Krämergasse ist seit 2019 als Sanierungsgebiet förmlich abgegrenzt. Das Sanierungsgebiet wurde 2021 für die Verlagerung der Feuerwehr an den neuen Standort und 2024 um den Bereich Bürgerhaus erweitert. Aktuell wird die Erweiterung das Sanierungsgebiets im Bereich der Hanfbachstraße untersucht.

Die Verlegung der Feuerwehr mit Abbruch der Bestandsgebäude wie auch der geplante Neubau des Möglinger Rathauses sind im Maßnahmenkonzept enthalten und stellen mit der Aufwertung des öffentlichen Raums in der Ortsmitte wesentliche Zielsetzungen des Sanierungsverfahrens dar. Gleichermaßen nehmen die Erneuerung und Instandsetzung von Gebäuden bzw. die Neuordnung privater Grundstücke im Sanierungsgebiet einen maßgeblichen Stellenwert ein. Weitere Informationen hierzu erhalten interessierte Bürgerinnen und Bürger auf der Homepage der Gemeinde, u.a. die genaue Abgrenzung, die Sanierungssatzung und eine Infobroschüre zur Förderung privater Modernisierungs- und Ordnungsmaßnahmen. Die Landsiedlung Baden-Württemberg GmbH berät interessierte Eigentümer im Sanierungsgebiet über Fördermöglichkeiten.


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