In Ludwigsburg wird es immer wärmer – das zeigt ein Blick in die Wetterdaten vor Ort. Maßnahmen, um diesen Herausforderungen zu begegnen, ergreift die Stadt mit dem Klimaanpassungskonzept.
Ludwigsburg.| Die Statistikstelle der Stadt verzeichnet die Wetterdaten für Ludwigsburg: Demnach wurde im vergangenen Jahr eine Durchschnittstemperatur von 11,2 Grad Celsius gemessen, das sind 1,7 Grad über dem langjährigen Mittel. Die jährliche Niederschlagssumme bewegte sich mit 649 Millimeter im langjährigen Mittel. Diese und andere Messergebnisse und Klimakenngrößen der lokalen Wetterstation von DTN-MeteoGroup werden monatlich herausgegeben und reichen bis ins Jahr 2007 zurück.
Es werden mehrere Kenngrößen ausgewertet, welche nachfolgend für das Jahr 2025 beschrieben werden. Diese Daten werden online auf www.ludwigsburg.de/statistik im Wetterdatenbericht unter „Mobilität, Wetter, Wirtschaft“ für jeden Monat veröffentlicht.
Temperatur: Trend zeichnet sich ab
Die aktuellen Werte können jeweils mit den Vorjahren verglichen und die Daten von 1961-1990 für langfristige Vergleiche herangezogen werden. So können Schlüsse über die Klima-Entwicklung vor Ort in Ludwigsburg gezogen werden.
Mit Blick auf die Temperatur fällt auf: Der Durchschnittswert lag in allen Monaten über dem langjährigen Mittel. Der heißeste Monat war der Juni mit einer Durchschnittstemperatur von 20,9 Grad Celsius, Damit lag er um 4,5 Grad über dem langjährigen Mittel. Der kälteste Monat, der Januar mit 2,8 Grad, lag plus 2,3 Grad über dem Vergleichswert des langjährigen Mittels von 0,5 Grad Celsius. Die 2025 gemessene Tageshöchsttemperatur von 37,3 Grad wurde am 2. Juli erreicht.
Sommer: Heiße Tage, Wüstentage, Tropennächte
2025 wurden in Ludwigsburg 66 Sommertage (Temperatur über 25 Grad), davon 25 heiße Tage (über 30 Grad) und 2 Wüstentage (über 35 Grad) gezählt. An zwei Tagen sank die Temperatur nicht unter 20 Grad, sogenannte Tropennächte. Außer der Anzahl der Tropennächte sind diese Kennzahlen im Vergleich zu 2024 geringer.
Winter: Mehr Frosttage, dafür der Januar zu warm
Die Anzahl der Frosttage mit Werten unter 0 Grad wurde an 63 Tagen erreicht – der höchste Wert seit 2013. Vier Eistage mit einer Maximaltemperatur von unter 0 Grad wurden gezählt.
Niederschlag: Durchschnittlich viel Regen, zunehmende Starkregenereignisse
Das gesamte Jahr 2025 war durchschnittlich, verglichen mit dem langjährigen Mittel mit 648,9 Litern Regen pro Quadratmeter. Zum Vergleich: im besonders trockenen Jahr 2022 regnete es nur 594,9 Liter auf den Quadratmeter. Die Anzahl der Regentage erreicht in diesem Jahr mit 143 ihren bisherigen Tiefstwert. Dass die Jahressumme trotzdem im Durchschnitt liegt, liegt an den zunehmenden Starkregenereignissen. Der Tag mit dem meisten Niederschlag war der 27. Juli mit 33,5 Litern pro Quadratmeter, ein Tag, an dem im Südwesten örtlich kräftige Gewitter bzw. gewittrig anhaltenden Starkregen niedergingen. Tage mit Starkniederschlägen gab es im vergangenen Jahr 21, bei welchen mehr als 10 Millimeter Niederschlag gemessen wurden, an vier Tagen waren es mehr als 20 Millimeter.
Die Monate Juli und September lagen mit 126 und 115,2 Millimeter Niederschlag in Summe deutlich über deren langjährigem Monatsmittel (63 und 53 Millimeter). Der Dezember war mit einer Monatssumme von 13,3 Millimeter verglichen mit dem langjährigen Mittelwert (41 Millimeter) bemerkenswert niederschlagsarm. Somit wurden nur knapp 33 Prozent des in diesem Monat Üblichen erreicht.
Die Dauer der längsten Trockenperiode betrug 15 Tage im August. Daraufhin folgte ein Tag mit leichtem Niederschlag von 2,5 Millimeter sowie weitere fünf niederschlagsfreie Tage. In Kombination mit hohen Temperaturen im selben Zeitraum war dies für die Vegetation ein Stressfaktor.
Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel vor Ort
Die lokal aufgezeichneten Wetter-Entwicklungen passen ins Bild des weltweiten Temperaturanstiegs. Auch künftig bedeutet das für Ludwigsburg mehr Hitzetage und Tropennächte im Sommer, weniger Frosttage im Winter und generell mehr Extremwetterereignisse, als das in den letzten Jahren der Fall war. Das bringt neue Herausforderungen für die Stadtentwicklung mit sich. Wie die Stadt Ludwigsburg diesen begegnet, wird im städtischen Klimaanpassungskonzept beschrieben: Maßnahmen wie vermehrte Begrünung, das Aufstellen von Sitzbänken an schattigen Plätzen und Trinkwasserbrunnen werden kontinuierlich umgesetzt, um der Hitze zu begegnen. Die vermehrt in den Sommermonaten auftretenden Starkregenereignisse werden aktuell in Ludwigsburg durch ein Starkregenrisikomanagement (siehe dazu im Web www.ludwigsburg.de/starkregen) bearbeitet.
Neben baulichen Maßnahmen, die zur Abkühlung beitragen, beachtet die Verwaltung das sich wandelnde Klima auch in der Stadtplanung. Die Stadtklimaanalyse www.ludwigsburg.de/stadtklimaanalyse zeigt auf, wo sich stark belastete Gebiete befinden, die entlastet werden müssen, und in welchen Teilen der Stadt die kalte Luft, die Ludwigsburg an heißen Tagen kühlt, entsteht – sowie wohin sie fließt und wo diese Kaltluftströme gesichert werden sollten.