Nistkästen, Stauden und natürliche Strukturen für Vögel, Kleinsäuger und Insekten

Stuttgart.| Wenn die Nächte länger und kälter werden, suchen sich viele Tiere im Garten einen trockenen, geschützten und frostfreien Unterschlupf. Selbst die robustesten Outdoor-Profis unter den Tieren schätzen dann eine warme Stube. Daher rät der NABU, den Garten zum Überwinterungsquartier zu entwickeln. In naturnahen Gärten mit wilden Ecken, Laubhaufen, Trockensteinmauern, Kompost- und Totholzhaufen finden Igel, Eidechse & Marienkäfer kinderleicht ein passendes Versteck.

„Für Insekten schaffen Gärtnerinnen und Gärtner ganz entspannt frostsichere Domizile, indem sie ihre Gärten im Herbst weniger akkurat aufräumen und vertrocknete Pflanzenstängel bis zum Frühjahr stehen lassen“, empfiehlt NABU-Gartenexpertin Anna Sesterhenn. Einige Wildbienenarten überwintern in den markhaltigen Stängeln von Beerensträuchern. Die Samenstände von Flockenblume und Wilder Karde werden gern von Gartenvögel wie dem Stieglitz gefressen. „Auch aufgeschichtete Haufen mit Laub, Reisig oder Totholz dienen diversen Tieren als Überwinterungslager. Neben Igeln finden darin Spinnen, Käfer, Molche, Raupen und Falter ebenso wie Eidechsen, Schlangen und Frösche ein Versteck“, so Sesterhenn.

Wer überwintert in meinem Nistkasten?
Vogelnistkästen sind willkommene Wohnstuben nicht nur für Spatz & Co. Wer noch einen Nistkasten im Keller hat, sollte ihn bald aufhängen. Denn die künstlichen Nisthilfen sind eine gute Ergänzung zu natürlichen Bruthöhlen in großen Bäumen. „Im Garten vorhandene Nistkästen sollten jetzt nicht mehr gereinigt werden, da oft schon neue Bewohner eingezogen sind. Sie dienen Spatzen, Meisen, Zaunkönigen und anderen Vögeln als Unterschlupf in kalten Herbst- und Winternächten. Mancher Vogelkasten ist mit Siebenschläfern, Haselmäusen oder Fledermäusen belegt, die man besser ebenfalls nicht stört“, erklärt Stefan Bosch, NABU-Fachbeauftragter für Ornithologie. Eine Ausnahme sind alte Eier oder gar tote Küken im Nest, die samt Nest entfernt werden sollten.

Wer jetzt noch vogel- und insektenfreundliche Sträucher und Stauden pflanzen kann, deckt vielen Tieren auf natürliche Weise für lange Zeit den Tisch. Einheimische, blühende Gehölze wie Schlehe, Weißdorn oder Holunder bieten neben Nistplätzen auch Schutz und Beerennahrung im Winterhalbjahr. Früh blühende Gehölze wie Salweide und Kornelkirsche sind für Insekten im Frühjahr eine erste Nahrungsquelle. „Wer nur wenig Platz hat, kann auch Frühblüher wie Krokus, Narzisse oder Traubenhyazinthe stecken – sie lassen ab März den Garten bunt aufleuchten“, rät Sesterhenn.

Viele Tipps zum naturnahen Gärtnern bietet das Projekt „Blühende Gärten – damit es summt und brummt!“ unter www.blühendegärten.de sowie am NABU-Gartentelefon, das unter Tel. 0711.966 72 58 oder per E-Mail an Gartenberatung@NABU-BW.de erreichbar ist. Das Projekt wird vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg gefördert und läuft bis Ende März 2020.