London schielt nach Ludwigsburg

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Großbritanniens meistgehörter Radio-Wirtschaftssender zu Gast bei der Kreis-sparkasse Ludwigsburg und ihren mittelständischen Kunden – „Erfolgsmodell Sparkasse“ im Fokus des BBC-Interesses

LUDWIGSBURG – Die Anzeichen scheinen sich zu mehren: Dem erfolgreichen, für Deutschlands Süden ganz typischen Zusammenspiel zwischen Regionalbank und mittelständischer Wirtschaft wird wachsende Bewunderung entgegengebracht. Und Aufmerksamkeit. Nicht nur innerhalb Deutschlands. Auch internationale Beobachter spüren mit großem Interesse diesem Erfolgsmodell nach. Der Besuch von BBC-Vertretern aus Großbritannien ist der jüngste Beleg hierfür. Mit dem BBC-Radiokanal 4 kam Großbritanniens meistgehörter Wirtschaftssender nach Ludwigsburg, um eine Dokumentation zu erstellen. Fast könnte man dahinter ein olympisches Motiv vermuten: in London denkt man ja vielleicht, von Ludwigsburg zu lernen, heißt siegen zu lernen und schielt neidisch deshalb in die Barockstadt.

Für ihre geplante Dokumentation über die  Besonderheiten erfolgreicher Mittelstandsfinanzierung in Deutschland baten die Reporter der BBC die Experten der Kreissparkasse Ludwigsburg um die Vermittlung von Kontakten zu mittelständischen Unternehmen, die eine gewisse Größe haben und damit alle Finanzierungs- und Dienstleitungsangebote einer modernen Bank nutzen möchten. Denn die Radiomacher wollten verstehen, wie umfassend eine deutsche Mittelstandsbetreuung beziehungsweise -finanzierung funktioniert und was die deutsche Wirtschaft in diesen Zeiten so erfolgreich macht.

Beispielhaft für viele weitere Firmen standen deshalb Besuche bei der Guilliard+Dörr GmbH in Ochsenbach sowie bei den Firmen Dürr Dental und Suco Robert Scheuffele in Bietigheim-Bissingen auf dem Programm. Martin Auber, Geschäftsführer der Guilliard+Dörr GmbH, berichtetet BBC-Reporter Michael Robinson von der seinerzeitigen Firmenübernahme unter Mithilfe der Kreissparkasse und deren S-Wagnis- und Beteiligungsgesellschaft.

Auch im Gespräch mit Joachim Eppinger, Vorstand Finanzen von Dürr Dental kamen die britischen Radiomacher tief beeindruckt von der Firmenbesichtigung zurück.

Aus dem Besuch der Firma Suco Robert Scheuffele haben die Gesprächspartner von Peter Stabel, dem dortigen Kaufmännischen Geschäftsführer, erfahren, wie „angenehm gering“ der bürokratische Aufwand hinsichtlich Finanztransaktionen bei der Kreissparkasse Ludwigsburg sei, nachdem er vor zweieinhalb Jahren vergleichende Erfahrungen bei einem Firmenkauf in Wales gemacht habe.

Dabei überraschten die Reporter der BBC im Interview mit Stephan Kessler, Abteilungsdirektor des Firmenkunden- Centers, auch die voll umfänglichen Möglichkeiten der Kreissparkasse im internationalen Geschäft, sei es in Eigenregie oder auch durch Einschaltung der Landesbank.

Die Verblüffung darüber, was eine deutsche Regionalbank leisten kann, war besonders groß angesichts der Tatsache, dass die Kreissparkasse Ludwigsburg auch einen eigenen Trading-floor unterhält. Hier war man aus englischer Sicht von eingeschränkten Möglichkeiten ausgegangen.

Ganz zu schweigen vom sozialen Engagement der Kreissparkasse Ludwigsburg in Form von Spenden und Sponsoring. Allesamt Mittel, die der  Region in verschiedenen Bereiche zu Gute kommen. Diese Verbundenheit mit der Region und dem Engagement für die Menschen im Landkreis war Anlass für Michael Robinson, am Ende des Interviews mit Matthias Berlinghof, stellvertretendes Vorstandsmitglieds der Kreissparkasse Ludwigsburg, anzumerken, dass der Bericht über das „Erfolgsmodell Sparkasse“ in Großbritannien für Aufsehen sorgen wird. Radiomann Robinson war sich sicher, dass sich auch in seiner Heimat die Menschen eine Mittelstandsförderung beziehungsweise – finanzierung durch Regionalbanken nach dem hiesigen Modell wünschen würden. Der BBC-Reporter fasste seine Beobachtungen am Ende des Besuches mit folgendem Satz zusammen: „Ganz offensichtlich taugt auch die deutsche Mittelstandsfinanzierung zum Exportschlager.“

Im Bild: Martin Auber, Geschäftsführer von Guilliard+Dörr GmbH, in Ochsenbach, und BBC-Reporter Michael Robinson, aus London, im Gespräch.