Scala-Sanierung im Gemeinderat beschlossen

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Kosten von rund 6,3 Millionen Euro mit großer Mehrheit durchgewunken

von Michael Schau

LUDWIGSBURG. Es ist schon ein Drama. Da hat man nach vielen Querelen ein fähiges Team gefunden, welches eine hohe Kultur- und Programmqualität im Ludwigsburger “Kulturtempel” Scala gewährleistet. Nach ebenso vielen Debatten und vergeblichen Versuchen, das stark sanierungsbedürftige Gebäude meistbietend an den Mann zu bringen, hatte man sich dazu entschieden, die Generalsanierung nun selbst durchzuführen.

Womit niemand rechnen konnte, aufgrund der derzeitigen Auftragslage im Baugewerbe haben es die Unternehmen gar nicht nötig, sich um Aufträge zu reißen. Die Folge: nur ein einziges Unternehmen legte ein Angebot vor, und das war preislich jenseits von Gut und Böse. Die städtische Wohnbau Ludwigsburg (WBL), welcher das Scala gehört, legte nun mehrere Varianten vor, die deutliche Einsparungen auswiesen. Im zuständigen Ausschuss am Dienstag, 24. Juli 2012, hatte man sich die Köpfe heiß geredet und war letztendlich zu dem Schluss gekommen, sich doch für den ursprünglichen Umfang der Sanierungsarbeiten auszusprechen.

In der Aussprache des Gemeinderats am Mittwoch, 25. Juli, akzeptierten die meisten Stadträte dann “schweren Herzens” diese Lösung. “Würde man dieses Projekt jetzt stoppen, dann hätte man einiges Geld in den Sand gesetzt”, so Stadtrat Herrmann (CDU). Auch Dr. Bohn (SPD) wollte die große Sanierung eigentlich nicht, doch jetzt müssen man in den sauren Apfel beißen. Die Freien Wähler wollten mit einer Ausnahme dem Vorschlag des Ausschusses nicht zustimmen, obwohl sie eigentlich nicht gegen das Scala sind, so Roland Glasbrenner.

Allein die Grüne Fraktion bekannte sich vollumfänglich zum Scala. “Die volle Funktionsfähigkeit soll hergestellt werden”, so Dr. Vierling, “wir wollen die optimalen Bedingungen für die Arbeit des Scala schaffen” betonte er in seiner kurzen Rede.

Während selbst die sonst so kritische FDP sich hinter den Vorschlag stellte, legte sich die fraktionslose Stadträtin Lange wieder einmal quer. Ihrer Meinung nach sei der gute Name des Scala nicht durch moderne Technik entstanden. Außerdem stünden die Kosten in keiner Relation zum Endergebnis. Wie sie aber einen reibungslosen Programmablauf ohne vernünftige Technik gewährleisten will, das blieb Lange dem Rat schuldig.

Letztendlich verabschiedete der Gemeinderat den Vorschlag aus dem Ausschuss mit 26 Ja-Stimmen, lediglich 6 Räte sprachen sich dagegen aus, zwei enthielten sich.

Nun kann die längst fällige Sanierung endlich vonstattengehen. Die derzeitige Situation ist weder für die Macher des Scala noch die Pächter des Restaurants “Scoville” tragbar. Ludwigsburg kann sich auf einen rundum sanierten Kulturtempel freuen. Nach dem Programmgenuss kann man dann “barrierefrei” noch ins Scoville gehen und sich erneut etwas Gutes gönnen.