Fußball-EM war weitgehend friedlich

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Polizei im Kreis Ludwigsburg zieht positive Bilanz

(textmacher) – Die Polizei im Kreis Ludwigsburg zieht eine positive Bilanz der Fußball-Europameisterschaft. „Wir können sehr zufrieden sein, denn die Anzahl der Einsatzanlässe, bei denen wir tätig werden mussten, war vergleichsweise gering“, sagte Polizeidirektor Christian Ostertag.

Der Leiter des Führungs- und Einsatzstabes betonte darüber hinaus, dass sich die Fußballfans überwiegend diszipliniert und einsichtig verhalten hätten.

„Um möglichen Störungen bei den Feierlichkeiten vorzubeugen, hatten wir allerdings vorgesorgt und die Hauptverkehrsstraßen rund um Ludwigsburg überwacht und Fahrzeugkontrollen durchgeführt. Unfallträchtiges Verhalten, wie beispielsweise das Sitzen auf Fahrzeugdächern, Hinauslehnen oder Stehen in Fahrzeugen wurde von uns nicht geduldet“, so Ostertag.

So wandte die Polizei erstmals ein neues Konzept an, wonach auffällige Verkehrsteilnehmer angehalten und rund 85 Fans zunächst mündlich verwarnt wurden. Unter Hinweis auf die Registrierung des Fahrzeugkennzeichens machten die Einsatzkräfte auch deutlich, dass im Wiederholungsfalle mit weiteren Maßnahmen, wie der Abnahme des Fahrzeugschlüssels bis zum Ende der Feierlichkeiten gerechnet werden musste. Erfreulicherweise zeigten sich die Fans einsichtig und eine solche Maßnahme war nicht erforderlich.

Zahlreiche Fans nutzten die Public-Viewing-Angebote in Ludwigsburg und den Kreisgemeinden und feierten anschließend gemeinsam auf Straßen und Plätzen.

Bei den Feiern in Ludwigsburg hatte die Verkehrsregelung und insbesondere die Trennung des Fußgänger- und Fahrzeugverkehrs oberste Priorität, um Verkehrsunfälle und eine Gefährdung von Fußgängern zu verhindern.

Bereits bei vergangenen, vergleichbaren  Fußballeinsätzen zeigte sich, dass sich in Ludwigsburg die meisten Fans zu Freudenfeiern und Autokorsos zusammenfinden und es hatte sich bewährt, den Fahrzeugverkehr auf der Bundesstraße 27 in Ludwigsburg zu stoppen und den Tunnel für die feiernden Fans frei zu geben.

Zwischenzeitlich haben sich die feiernden Fußballfans sowie die übrigen Verkehrsteilnehmer auf diese Situation eingestellt. Jeweils nach den vier Siegen der deutschen Mannschaft wurde der Tunnel gesperrt und nach der Reinigung wieder für den Verkehr freigegeben. Über diese Maßnahme wurde die Öffentlichkeit jeweils über den Verkehrswarnfunk informiert.

Bei den 28 größten Autokorsos und Feierlichkeiten fanden in Ludwigsburg jeweils nach den deutschen Siegen gegen Portugal mit etwa 800 Fahrzeugen und etwa 400 Personen und gegen die Niederlande mit etwa 250 Fahrzeugen und 400 Personen statt. Nach den Siegen gegen Dänemark wurden etwa 400 Fahrzeuge und etwa 650 feiernde Personen registriert und im Spiel gegen Griechenland etwa 250 Fahrzeuge und etwa 700 Fußgänger.

Bei den Spielen Italien – Irland wurden bei Autokorsos in Ludwigsburg rund 300 Fahrzeuge und bei den Spielen Italien – England und Italien – Deutschland jeweils rund 600 Fahrzeuge registriert.

Dabei wurde lediglich einem Fußballfan eine 10-Euro-Verwarnung ausgesprochen, nachdem er etwa eine Stunde nach Abpfiff hupend und grölend an einer Polizeikontrolle in Pattonville vorbeigefahren war.

Die rund 1100 eingesetzten Beamtinnen und Beamte der Polizei im Kreis Ludwigsburg, die während der EM rund 6000 Stunden im Einsatz waren, mussten vier Mal wegen körperlicher Auseinandersetzungen und in acht Fällen wegen alkoholisierten Personen einschreiten. Darüber hinaus wurden 15 Fälle wegen unerlaubtem Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen registriert. Es gab drei Festnahmen wegen Körperverletzungsdelikten und eine wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz.  14 Personen wurde ein Platzverweis ausgesprochen.

Es ereigneten sich zwei Verkehrsunfälle, einer davon zwischen Ludwigsburg und Bietigheim-Bissingen mit mehreren verletzten Personen.