Halbjahresbilanz der DRF Luftrettung

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Stuttgarter Luftretter fliegen 564 Einsätze

Christoph 51 bei Motorradunfall auf der Löwensteiner Platte im Einsatz

STUTTGART. Ob Lungenpatient, Kindernotfall oder Schlaganfallpatient – bei Schwerkranken oder -verletzten zählt jede Minute bis zum Beginn der klinischen Spezialtherapie. 564-mal wurde der Stuttgarter Hubschrauber der DRF Luftrettung im ersten Halbjahr 2012 alarmiert, um Patienten unter intensivmedizinischer Betreuung in Spezialkliniken zu fliegen.

Thomas Roth, Pilot an Bord von „Christoph 51“, erläutert die Vorteile der Luftrettung: „Mit dem Hubschrauber können wir auch größere Distanzen schnell überwinden. Gerade bei zeitkritischen Verlegungen von Herzinfarkt- oder Schlaganfallpatienten sind wir häufig das schnellste Transportmittel. Aber auch Notfallpatienten konnten wir in den vergangenen sechs Monaten 304-mal schnelle medizinische Hilfe leisten. Nach einem außergewöhnlich kalten Winter mit vielen Glatteisunfällen, wurden wir mit den steigenden Temperaturen im Frühjahr vermehrt zu Freizeitunfällen, wie verunglückten Wassersportlern oder Motorradfahrern, alarmiert.“

Ob als schonendes Transportmittel für Patienten oder als schneller Notarztzubringer – oft kommt die schnellste Hilfe aus der Luft. „Christoph 51“ ist an 365 Tagen im Jahr von 8.00 Uhr morgens bis Sonnenuntergang einsatzbereit. Orte im Umkreis von 50 Kilometern kann er in maximal 15 Minuten erreichen. Neben den Gebieten Ludwigsburg und Rems-Murr wird der rot-weiße Hubschrauber auch in den Bereichen Stuttgart, Esslingen, Calw, Pforzheim, Ostalb, Göppingen, Reutlingen, Tübingen, Zollern-Alb, Heilbronn, Schwäbisch Hall und Hohenlohe alarmiert. Für Transporte von Intensivpatienten zwischen Kliniken werden der gesamte süddeutsche Raum, Österreich, die Schweiz und Frankreich angeflogen.

Aus dem Einsatzalltag von „Christoph 51“
Ein 18-jähriger Zweiradfahrers war Anfang auf der Bundestrasse in Richtung Löwenstein unterwegs, als ihm ein abbiegender Kleintransporter die Vorfahrt nahm. Bei dem Zusammenstoß zog sich der Zweiradfahrer ein Schädel-Hirn-Trauma und ein Wirbelsäulentrauma zu. Zunächst alarmierte die Leitstelle Heilbronn bodengebundene Rettungskräfte zur Unfallstelle. Schnell stellte der Notarzt vor Ort jedoch fest, dass der 18-Jährige so schwer verletzt war, dass er in eine Spezialklinik transportiert werden musste. Hierzu wurde der Stuttgarter Hubschrauber der DRF Luftrettung nachalarmiert. Nur elf Minuten später landete der Pilot die rot-weiß lackierte Maschine am Einsatzort. Dort übernahmen Hubschraubernotarzt und Rettungsassistent den Verletzten von den Kollegen vor Ort. Der Patient wurde auf eine Vakuummatratze gebettet, seine Halswirbelsäule durch eine Halskrause gestützt und an ein Monitoring angeschlossen, das der medizinischen Besatzung permanent seine Vitalwerte anzeigte. An Bord von “Christoph 51” wurde der Patient schnell und schonend in das Klinikum Ludwigsburg transportiert.

Hintergrundinformationen zur DRF Luftrettung
An 31 Stationen in Deutschland, Österreich und Dänemark setzt die DRF Luftrettung über 50 Hubschrauber für die Notfallrettung und den Transport von Intensivpatienten zwischen Kliniken ein, an acht Standorten sogar rund um die Uhr. Darüber hinaus werden weltweite Patiententransporte mit eigenen Ambulanzflugzeugen durchgeführt. Rund 660 Notärzte, 320 Rettungsassistenten, 160 Piloten und 80 Techniker sind für die DRF Luftrettung im Einsatz.

In Deutschland hat jeder Betroffene Anspruch auf den Einsatz eines Rettungshubschraubers, wenn dies medizinisch erforderlich ist. Während im bodengebundenen Rettungsdienst nach Einsatzpauschalen vergütet wird, werden Luftrettungseinsätze mit den Krankenkassen nach geleisteten Flugminuten abgerechnet. Diese Erstattungen decken im bundesweiten Durchschnitt nur die Kosten der Grundversorgung. Investitionen in moderne Hubschrauber, neueste medizintechnische Geräte und spezielle Fortbildungen muss die DRF Luftrettung selbst tragen. Zur Finanzierung ihrer Arbeit ist die gemeinnützig tätige Organisation deshalb auf die Unterstützung von Förderern und Spendern angewiesen.