Corona-Testzentrum zieht auf den Cannstatter Wasen um

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Fieberambulanz im Neckarpark eröffnet im Herbst

Stuttgart.| Die Landeshauptstadt Stuttgart weitet die Corona-Testmöglichkeiten aus. Ab Montag, 7. September, nimmt das Corona-Testzentrum Cannstatter Wasen seinen Betrieb auf und zieht vom bisherigen Standort in der Elwertstraße 2 auf das Wasengelände um. Das Testzentrum wird von der Stadt gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) betrieben. Die Verantwortung vor Ort hat der Hausarzt Dr. Hans-Jörg Wertenauer.

Die Testungen erfolgen nach vorheriger Terminvereinbarung als „Drive-Through“ oder „Walk-in“. Die Anmeldung erfolgt über folgenden Link: https://aerzteschillerplatz.de/corona-abstrichstelle-neckarpark/. Insgesamt wird es acht Abstrichstellen geben, davon eine für Fußgänger und Radfahrer. Das Testzentrum ist zunächst bis Ende März 2021 als „atmendes System“ vorgesehen, d.h. die „Drive-Through“-Fahrspuren werden bedarfsgerecht je nach Andrang in Betrieb genommen. Die Adresse für Navigationsgeräte ist Mercedesstraße 50, 70372 Stuttgart.

Öffnungszeiten des Corona-Testzentrums Cannstatter Wasen sind Montag bis Freitag von 9 bis 13 Uhr und von 14 bis 18 Uhr. Bei erhöhtem Aufkommen können die Öffnungszeiten auf Samstag und Sonntag erweitert werden. Dies wird dann unter anderem auf der Webseite www.stuttgart.de/corona mitgeteilt.

Welche Personen oder Personengruppen getestet werden, richtet sich nach der aktuellen Teststrategie des Bundes oder des Landes Baden-Württemberg. Aktuell sehen diese Teststrategien folgende Personengruppen zur Testung vor:

  • Personen mit Corona-typischen Symptomen – auch bei leichten Symptomen
  • Personen, die Kontakt zu einer mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Person hatten (auf Veranlassung durch das Gesundheitsamt)
  • Personen, die über die Corona-Warn-App als Kontaktpersonen identifiziert wurden (auf Überweisung durch den Hausarzt)
  • Personen in Gemeinschaftseinrichtungen und -unterkünften (z.B. Arztpraxen, Schulen, Kita, Flüchtlingsunterkunft, Notunterkunft, Justizvollzugsanstalt), wenn in der Einrichtung eine mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierte Person festgestellt wurde
  • Lehrkräfte und Beschäftigte in Schulen, Kindertageseinrichtungen und in der Kindertagespflege mit Berechtigungsschein
  • Für Reiserückkehrende, die aus einem Risikogebiet kommen, besteht weiterhin eine Testpflicht. Diese Personen müssen sich in eine 14-tägige Quarantäne begeben. Die Quarantäne kann mit einem negativen Testergebnis aufgehoben werden. Ab dem 1. Oktober 2020 kann dieser Test frühestens ab dem fünften Tag nach Einreise erfolgen
  • Patientinnen und Patienten bzw. Bewohnerinnen und Bewohner sowie Personal von Pflegeheimen, Krankenhäusern und weiteren Einrichtungen – stichprobenartig unabhängig von Fällen
  • In Regionen mit vielen Neuinfektionen (mindestens 50 Fälle pro 100.000 Einwohner über sieben Tage) können Teile der Bevölkerung bzw. die gesamte Bevölkerung stichprobenartig getestet werden

Das Corona-Testzentrum Cannstatter Wasen befindet sich in der Nähe des bisherigen Corona-Testzentrums Neckarpark. Dieses war bereits am 5. August in der Elwertstraße 2 in Betrieb gegangen – ebenfalls unter medizinischer Leitung von Dr. Wertenauer. Teilweise wurden dort mehr als 600 Testungen am Tag vorgenommen. Im Herbst wird in den Räumlichkeiten in der Elwertstraße 2 wieder eine Fieberambulanz Neckarpark eingerichtet.
Testbedarf wird steigen: Corona-Infektionen in der Erkältungszeit ausschließen

Professor Stefan Ehehalt, Leiter des Gesundheitsamts, geht davon aus, dass mit Beginn der Erkältungszeit und dem häufigeren Auftreten von Atemwegserkrankungen im Herbst/Winter der Bedarf an Testungen zunehmen wird, um eine Ansteckung mit dem Coronavirus auszuschließen. Ehehalt sagte am Freitag, 4. September: „Der Bedarf an Testungen wird aufgrund der Gesamtlage – die wie immer mehrere Faktoren beinhaltet – steigen. Zumal auch die Teststellen am Flughafen und Hauptbahnhof gut ausgelastet sind.“
Dr. Alexandra Sußmann, Bürgermeisterin für Soziales und gesellschaftliche Integration, betonte: „Uns ist es ein Anliegen, die Stuttgarter Einwohnerinnen und Einwohner möglichst gut auf die Eventualitäten im kommenden Herbst vorzubereiten und bei Corona-Infektionen rechtzeitig und gezielt reagieren zu können.“

Dr. Hans-Jörg Wertenauer und Dr. Johannes Fechner, stellvertretender Vorstand der KVBW, begrüßen das gemeinsame Engagement von Stadt und KVBW. Fechner: „Wir schauen mit Sorge auf den Herbst, wenn Patientinnen und Patienten mit Erkältungssymptomen die Hausarztpraxen fluten. Dann brauchen wir eine gute, funktionierende Struktur, um schnell die COVID-19-Patienten erkennen und dann auch versorgen zu können. Dafür arbeiten wir hier bereits jetzt im Neckarpark und künftig auf dem Wasen.“

Für die Durchführung der Laboranalysen wurden das Labor Synlab in Leinfelden- Echterdingen sowie das Klinikum Stuttgart beauftragt. Seitens des Labors Synlab werden bereits zum Startzeitpunkt bis zu 2.000 Testungen täglich möglich sein, seitens des Klinikums Stuttgart, das ebenfalls seine Testkapazitäten ausweitet, 1.000 Testungen pro Tag.