CDU Freiberg: In Vergessenheit geraten?

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Von Verkehrskonzept Freiberg, Pleidelsheim, Ingersheim und Bietigheim-Bissingen lange nichts mehr gehört

von Michael Schau

→ Was ist ein komplexes Thema?
→ Was betrifft Freiberg und Umgebung?
→ Was beschäftigt uns schon sehr lange?
→ Über was wurde im Freiberger Gemeinderat schon lange nicht mehr gesprochen?

Erst geteert, dann angebohrt: die Mühlstraße

Freiberg, 13.06.2012.| Für die Vier Fragen, die Stadtrat Schweitzer und seiner CDU-Fraktion schon länger auf den Nägeln brennen gab es in der gestrigen Gemeinderatssitzung nur eine Antwort: Das Verkehrskonzept Freiberg, Pleidelsheim, Ingersheim und Bietigheim-Bissingen!

Und richtig, man hatte wirklich lange nichts mehr gehört darüber. Seit dem Ausscheiden von Stadtrat Sprenger, der quasi im 14-Tages-Rhythmus nach dem Stand der Dinge und zum Autobahn-Halbanschluss fragte, hat offenbar auch die ULF das Interesse an dem Thema verloren. Oder kann es sein, dass manche nach dem Motto “net drüber schwätze, no denkt au koiner draa” das Thema einfach verdrängen und auf die berühmte Schublade im Berliner Verkehrsministerium hoffen, in der bereits so mancher gute Plan auf Nimmerwiedersehen verschwand?

Die CDU-Fraktion stellte nun fest, dass man voller Elan einen gemeinsamen Entschluss gefasst habe, das Verkehrskonzept nun endlich durchzuziehen. Auch habe man beschlossen, das Ganze durch einen Bürgerentscheid wasserdicht zu machen. Doch nun: Aus den Augen, aus dem Sinn?

“Wir haben Placebos bekommen”, stellte Schweitzer ernüchtert fest. Die Mühlstraße habe einen neuen Belag bekommen, besser gesagt einen Flickenteppich. In den hat man, um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, in den letzten Tagen auch noch Löcher gebohrt um nachzusehen, ob der Belag auch dick genug ist. “Der nächste Winter wird sich freuen. Da gibt es genug Ansatz für neue Frostschäden”, so Schweitzer.

Auch konnte der CDU-Rat keine Logik in der etwas unverständlichen Tempo-30-Regelung finden. Soll die vielleicht nur eine Beschäftigungstherapie für die Radarwagen des Landratsamtes sein?

Das LKW-Durchfahrtsverbot hat fast keinen Nutzen. Die Aussicht auf das neue Gewerbegebiet von Bietigheim und Ingersheim wird mehr Verkehr nach Freiberg spülen. Kein Placebo sondern eher eine Kröte, die es zu schlucken gilt.

Die CDU-Fraktion sieht sich jedenfalls in der Verpflichtung, eine bürgerentscheidsreife Planung hinzubekommen und beantragte deshalb, alle für den Wahlkreis zuständigen Landtagsabgeordnete nach Freiberg einzuladen. Mit ihnen soll eine gemeinsame Erklärung über eine zeitnahe Planung des Verkehrskonzeptes verabschiedet werden, und das Regierungspräsidium soll aufgefordert werden, die Planung ebenso zeitnah durchzuführen.

Über das Thema “Verkehrskonzept” ist in den vergangenen Jahren engagiert von Stadträten und Bürgern gestritten worden. Man hat im Prisma mehrfach engagiert diskutiert, die Bürger habe sich Gedanken gemacht. Nun fragt man sich, welchen Stellenwert das Projekt bei der Stadtverwaltung hat.