Peugeot 208 mit neuer Motorentechnologie

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Löwenmarke bringt moderne 3-Zylinder-Motoren an den Start

  • Neue Motorengeneration ab September in der Auslieferung
  • Reduzierung des Verbrauchs bei gleichzeitig hohem Leistungsniveau
  • Dreizylinder-Motoren speziell für den Stadtverkehr konzipiert

Unter dem Motto „Re-Generation“ präsentiert sich der Peugeot 208 seit April 2012 im deutschen Handel. Dass die Verwendung dieses Slogans mehr als gerechtfertigt ist, stellt der französische Automobilhersteller mit der Einführung seiner neuen Dreizylinder-Motoren (1.0 l VTi und 1.2 l VTi) unter Beweis. Die im 208 erstmals eingesetzte Motorengeneration (interne Kennung: EB), die eine Eigenentwicklung ist, besticht durch einen hohen Wirkungsgrad sowie geringe Verbrauchswerte und Schadstoffemissionen – ohne dabei aber Kompromisse bei den Fahrleistungen oder beim Fahrkomfort einzugehen. Mit dieser Downsizing-Strategie unternimmt die Löwenmarke einen weiteren Schritt zur weltweiten CO2-Reduktion. Auf den deutschen Markt kommen die neuen Dreizylinder-Motoren ab September in der Variante 1.2 l VTi zur Auslieferung. Der 1.0 l VTi folgt Ende des Jahres.

Sparsame Dreizylinder-Motoren speziell für den Stadtverkehr
Als echtes Leichtgewicht erweist sich der 1.0 l VTi mit 50 kW (68 PS) und einem maximalen Drehmoment von 95 Nm. Er wiegt 25 Kilogramm weniger als der aktuelle Referenzmotor im Peugeot 107 und emittiert in der Einstiegsversion lediglich 99 g/km CO2, was einem kombinierten Verbrauch von 4,3 Liter auf 100 km entspricht. Der 1.2 l VTi mit 60 kW (82 PS) und 118 Nm bietet die gleichen Fahrleistungen wie der aktuelle 1.4-Liter-Aluminium-Motor, ist aber 21 Kilo leichter und gut 25 Prozent sparsamer. Auf 100 Kilometer benötigt er 1,5 bis 2,0 Liter weniger Sprit. Er emittiert mit 104 Gramm CO2 pro Kilometer 25 Gramm weniger als der 1.4-Liter und lediglich fünf Gramm mehr als der 1.0 l VTi. Mit diesen radikal gesenkten Verbrauchswerten überzeugen die temperamentvollen Aggregate vor allem im Stadtverkehr.

Re-Generation der Motorentechnologie
Bei der Entwicklung der neuen Motorengeneration konzentrierten sich die Ingenieure besonders auf die Kraftstoffverbrennung. So wurde die Aerodynamik der Brennkammer (Ansaugrohre, Kolbenköpfe) verbessert, die Zündung angepasst und die Abgasrückführungsrate erhöht, was sich positiv auf die Verbrauchswerte auswirkt. Für die Klasse außergewöhnlich ist der Einsatz eines ins Gehäuse integrierten Steuerzahnriemens mit Ölschmierung zur Verringerung des Betriebsgeräusches.

Zu den technischen Finessen der Dreizylinder-Motoren zählt außerdem die Ölpumpe mit variablem Hub, deren Steuerung für konstant optimalen Druck sorgt. Für ein verbessertes Warmlaufverhalten und einen dementsprechend geringeren CO2-Ausstoß wird in den Motoren das sogenannte „Split Cooling“-System eingesetzt: Beim Anlassen arbeiten Zylinderkopf und Zylinderblock mit unterschiedlichen Kreisläufen, um die Erwärmung des Zylinderblocks zu beschleunigen. Eine Ausgleichswelle sorgt beim 1.2 VTi zudem für einen ruhigen Lauf.

Senkung der Reibungsverluste und Erhöhung der Motorleistung
Wie viel industrielles und technologisches Know-how in der neuen Motorenfamilie steckt, zeigt die Reduktion der mechanischen Reibung. Reibungsverluste schlucken etwa ein Fünftel der Motorleistung und spielen daher bei der Automobilentwicklung eine große Rolle. In den EB-Motorblöcken konnten sie mithilfe spezieller Technologien um 30 Prozent im Vergleich zum Dreizylinder-Referenzmotor des 107 reduziert werden. Dadurch wird der Dreizylindermotor zum neuen Maßstab in seinem Segment. Die einzelnen Maßnahmen:

  • DLC-Beschichtungen (Diamond Like Carbon) auf den Kolbenachsen, Ringen und Stößeln
  • In ein Gehäuse integrierter Steuerzahnriemen mit Schmierung zur Verringerung des Betriebsgeräuschs und mit gleicher Lebensdauer wie das Fahrzeug
  • Kurbeltrieb mit verbesserter Positionierung der Pleuelstange/ Kurbelwelle (Exzentrizität)
  • Geregelte Ölpumpe für bedarfsgerechte und sparsame Schmierung

Der Zylinderkopf aus Aluminiumlegierung verfügt über vier Ventile pro Zylinder, indirekte Mehrpunkt-Einspritzung und variable Nockenwellenverstellung (VVT). Die Herstellung dieses Zylinderkopfes erfolgt nach einem speziellen Verfahren, PMP (Process à Moule Perdu) genannt, das nur im Peugeot-Werk Charleville und in wenigen anderen Fertigungsstätten weltweit angewendet wird. Vorteil dieses Verfahrens sind die reduzierte Teileanzahl und ein verringertes Volumen der Gesamteinheit sowie bei EB-Motoren die Integration von Abgaskrümmer, Kühlmittelaustrittsmodul und Motorträger in den Zylinderkopf.

Zukunftsweisende Dreizylinder-Motoren
Insgesamt 52 Patentanmeldungen, von denen sich 23 mit der Architektur des Motors und seiner Peripherie beschäftigen, 20 mit der Motorsteuerung und 9 mit den spezifischen Herstellungsverfahren und -geräten, stehen stellvertretend für das technische Potential, das in der neuen Motorengeneration steckt.

Bis 2013 plant Peugeot für den 208 auch eine Version des 1.2 VTi 3-Zylindermotors mit STOP & START-System und automatisiertem Schaltgetriebe, deren CO2-Ausstoß nur noch 95 g/km betragen wird. Im Zuge der weiteren Entwicklung will Peugeot außerdem auch Aufladung und direkte Einspritzung für die neue Motorserie einführen, die in ihrer Konzeption schon von Beginn an auf zukünftige Standards, insbesondere mit Blick auf die Abgasnorm Euro6, ausgerichtet wurde.

Bis zu 640.000 Einheiten pro Jahr beträgt die Kapazität am Fertigungsstandort Trémery im ostfranzösischen Départment Moselle. Das zeigt: Peugeot hat Großes vor mit dem Kleinen.

Kraftstoffverbrauch in l/100 km kombiniert für Peugeot 208 1.0 l VTi: 4,3
CO2-Emissionen in g/km kombiniert: 99
Kraftstoffverbrauch in l/100 km kombiniert für Peugeot 208 1.2 l VTi: 4,5
CO2-Emissionen in g/km kombiniert: 104
Angaben gemäß den amtlichen Messverfahren