Bündnis Pflege vorbereitet auf den demographischen Wandel

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Landrat Dr. Rainer Haas: Betreuung und Versorgung von pflegebedürftigen Menschen ist eine Aufgabe, die uns alle angeht

Ludwigsburg, 15.06.2012.| „Weil die Zahl der Pflegebedürftigen weiter steigen wird, ist die Gestaltung der Pflege ein zentrales Thema der Gesellschaft“, sagte Landrat Dr. Rainer Haas zum Auftakt der Veranstaltung „Bündnis Pflege – vorbereitet sein auf die Herausforderungen des demographischen Wandels“ im Kreishaus am Donnerstag. Der Chef der Kreisverwaltung machte auch deutlich, „dass die Betreuung und Versorgung von pflegebedürftigen Menschen enttabuisiert werden muss, weil das eine Aufgabe ist, die uns alle angeht“. Zwei Referate mit anschließender Diskussion vertieften das Thema.

Landrat Haas wies darauf hin, dass sich alle Bereiche des Landratsamts schon seit Jahren mit den Herausforderungen des demographischen Wandels beschäftigen und ihr Handeln darauf ausrichten. Der Landkreis habe zudem bereits drei Demographie-Foren zu verschiedenen Aspekten veranstaltet, weitere Foren seien geplant. Gerade auch im Bereich der Pflege stelle sich der Landkreis schon lange den drängenden Aufgaben, beispielsweise mit der Schaffung der bundesweit herausragenden Infrastruktur der Kleeblatt-Pflegeheime, der geriatrischen Versorgung durch die Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim gGmbH, der Ausbildung von Pflegekräften in der kreiseigenen Mathilde-Planck-Schule, dem Aufbau einer flächendeckenden ambulanten Versorgungsstruktur, dem Aufbau von niedrigschwelligen Betreuungsdiensten wie der Demenzbegleitung, den Schulungen von Seniorenbegleitern, Heimfürsprechern oder Seniorenvertretern sowie den Beratungsangeboten für Pflegebedürftige und deren Ange-hörige.

„Rund 60 Prozent der Pflege wird in den jeweiligen Familien, meistens von Frauen sichergestellt – ohne Stärkung der Familie wird die ambulante Versorgung auf Dauer nicht mehr funktionieren“, stellte der Chef der Kreisverwaltung fest. Diese Stärkung müsse darin bestehen, die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu verbessern, zumal sich angesichts des Fachkräftemangels in der Pflege die Versorgung in den Pflegeeinrichtungen nicht beliebig ausbauen lasse.

Nach der Begrüßung durch Landrat Haas hielt Heike Dierbach, Dipl.-Sozialgerontologin und Leiterin des „Kompetenzzentrums Senioren“ beim Landratsamt, das Referat „Gesellschaftlicher Wandel – Möglichkeiten und Grenzen der Angehörigenpflege“. Danach sprach die Bonner Dipl.-Psychologin und Dipl.-Pädagogin Dr. Barbara Stiegler über „Wenn Töchter nicht mehr pflegen – Herausforderungen an die Politik“. Den beiden Vorträgen schloss sich eine Diskussion an.

Die Veranstaltung im Kreishaus war die letzte einer Reihe mit dem Schwerpunkt „Vereinbarkeit von Pflege und Beruf“. Organisiert wurde die Reihe vom Arbeitskreis der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises, der Stadt Ludwigsburg, der Bundesagentur für Arbeit, den Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim sowie der Altenarbeit des Landkreises und der Stadt.