{"id":162790,"date":"2026-11-08T12:07:29","date_gmt":"2026-11-08T11:07:29","guid":{"rendered":"https:\/\/die-webzeitung.de\/stuttgart\/?p=162790"},"modified":"2026-11-08T12:07:29","modified_gmt":"2026-11-08T11:07:29","slug":"mobilitaet-in-der-region-stuttgart","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/die-webzeitung.de\/stuttgart\/2026\/11\/08\/mobilitaet-in-der-region-stuttgart\/","title":{"rendered":"Mobilit\u00e4t in der Region Stuttgart"},"content":{"rendered":"<div class=\"news-detail__headline\">\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">Pkw bleibt wichtigstes Verkehrsmittel, Fahrrad gewinnt deutlich an Bedeutung<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<ul>\n<li class=\"news-detail__teaser\" style=\"text-align: justify;\">Neue Mobilit\u00e4tserhebung zeigt Ver\u00e4nderungen seit 2010 und liefert die Grundlage f\u00fcr die Weiterentwicklung der regionalen Verkehrsplanung<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"news-detail__bodytext textmedia\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie sind die Menschen in der Region Stuttgart unterwegs? Eine neue, regionsweite Mobilit\u00e4tserhebung liefert aktuelle Zahlen, die am Mittwoch im Verkehrsausschuss des Verband Region Stuttgart pr\u00e4sentiert wurden. Der Radverkehr hat seit 2010 deutlich zugelegt und seinen Anteil an den zur\u00fcckgelegten Wegen nahezu verdoppelt. Auch der Fu\u00dfverkehr und der \u00f6ffentliche Verkehr verzeichnen leichte Zuw\u00e4chse. Gleichzeitig bleibt der Pkw das meistgenutzte Verkehrsmittel. Insgesamt werden 49,5 Prozent aller Wege mit dem Auto zur\u00fcckgelegt. F\u00fcr die Untersuchung zum Mobilit\u00e4tsverhalten wurden 2025 rund 13.500 Menschen aus etwa 6.300 Haushalten befragt. Von mehr als 9.000 Personen liegen Wegetageb\u00fccher mit Informationen \u00fcber rund 185.000 Wege vor. Damit erh\u00e4lt der Verband Region Stuttgart eine neue Datengrundlage f\u00fcr die Weiterentwicklung des Regionalverkehrsplans und das neue regionale Verkehrsnachfragemodell.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Haushaltsbefragung fand 2025 in zwei Erhebungswellen statt: von Mai bis Juli sowie von September bis November. M\u00f6glichst alle Haushaltsmitglieder ab sechs Jahren sollten jeweils eine Woche lang \u00fcber ihre Mobilit\u00e4t berichten. So konnten Unterschiede im Verkehrsverhalten innerhalb einer Woche und Zusammenh\u00e4nge zwischen den Wegen der Haushaltsmitglieder ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ergebnisse beziehen sich auf die Mobilit\u00e4t der Einwohnerinnen und Einwohner der Region und umfassen auch deren Wege aus der Region heraus. Wege von Menschen, die au\u00dferhalb der Region wohnen und beispielsweise zum Arbeiten oder f\u00fcr einen Besuch in die Region kommen, sind nicht enthalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Fast die H\u00e4lfte der Wege mit dem Auto\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Durchschnitt legen die Menschen in der Region 2,9 Wege pro Tag zur\u00fcck, werktags sind es 3,1 Wege. Hochgerechnet entspricht das rund 7,49 Millionen Wegen t\u00e4glich, an Werktagen rund 8,17 Millionen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Weg dauert im Durchschnitt rund 29 Minuten, montags bis freitags sind es etwa 27 Minuten. Insgesamt verbringen die Einwohnerinnen und Einwohner ab sechs Jahren t\u00e4glich rund 84 Minuten mit ihren Wegen. Betrachtet man nur diejenigen, die an einem Tag die Wohnung verlassen, liegt die t\u00e4gliche Unterwegszeit bei rund 97 Minuten \u2013 also gut eineinhalb Stunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei der Verkehrsmittelwahl entfallen 38,4 Prozent der Wege auf selbst gefahrene Pkw und weitere 11,1 Prozent auf Mitfahrende. 24,8 Prozent der Wege werden zu Fu\u00df zur\u00fcckgelegt, 13,6 Prozent mit \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln und 11,3 Prozent mit Fahrrad oder Pedelec.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Vergleich zur Erhebung von 2010 zeigt sich eine Verschiebung: Der Anteil des Radverkehrs hat sich nahezu verdoppelt. Auch \u00f6ffentlicher Verkehr und Fu\u00dfverkehr gewinnen jeweils etwa einen Prozentpunkt hinzu, w\u00e4hrend der Anteil der Pkw-Wege leicht zur\u00fcckgegangen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei den zur\u00fcckgelegten Entfernungen bleibt der motorisierte Individualverkehr dagegen klar bestimmend: Auf ihn entfallen rund 65 Prozent aller Personenkilometer. Die Verteilung der Verkehrsleistung zwischen motorisiertem Individualverkehr und dem Umweltverbund aus \u00f6ffentlichem Verkehr, Rad- und Fu\u00dfverkehr hat sich seit 2010 insgesamt kaum ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kurze Wege pr\u00e4gen die Mobilit\u00e4t\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mehr als die H\u00e4lfte aller Wege, rund 54 Prozent, ist h\u00f6chstens f\u00fcnf Kilometer lang. Rund 35 Prozent haben eine L\u00e4nge zwischen f\u00fcnf und 25 Kilometern, etwa zehn Prozent sind l\u00e4nger als 25 Kilometer. Die durchschnittliche Wegel\u00e4nge liegt bei 13,2 Kilometern. Der Anstieg gegen\u00fcber 2010 ist wesentlich darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass in der aktuellen Erhebung mehr Urlaubstage mit \u00fcberdurchschnittlich langen Wegen erfasst wurden. Ohne diese Berichtstage betr\u00e4gt die durchschnittliche Wegel\u00e4nge rund 11,7 Kilometer. Auch bei der Ausstattung der Haushalte zeigt die Untersuchung Ver\u00e4nderungen. Mehr als 90 Prozent der Haushalte besitzen mindestens einen Pkw. Rund vier Prozent der Bev\u00f6lkerung haben eine Carsharing-Mitgliedschaft. Die h\u00f6chsten Mitgliedschaftsquoten weist die Stadt Stuttgart auf: Knapp acht Prozent der Bev\u00f6lkerung sind bei stationsbasierten Angeboten angemeldet, rund 13 Prozent bei Angeboten ohne feste Stationen, dem sogenannten Freefloating-Carsharing. Gleichzeitig verf\u00fcgen inzwischen etwa 31 Prozent der Befragten \u00fcber ein Pedelec oder E-Bike, 68 Prozent besitzen ein Fahrrad. Knapp 30 Prozent der Bev\u00f6lkerung nutzen das Deutschlandticket.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Homeoffice und rollenverteilung zwischen den Geschlechtern<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch das Arbeiten von zu Hause pr\u00e4gt die Mobilit\u00e4tsnachfrage. Rund 69 Prozent der befragten Erwerbst\u00e4tigen haben grunds\u00e4tzlich die M\u00f6glichkeit, im Homeoffice zu arbeiten; rund 64 Prozent nutzen sie tats\u00e4chlich. Rund 23 Prozent der Erwerbst\u00e4tigen verbringen bis zu einem F\u00fcnftel ihrer Arbeitszeit im Homeoffice, weitere 28 Prozent zwischen einem und drei F\u00fcnfteln. Bei 13 Prozent liegt der Anteil noch h\u00f6her. Ann\u00e4hernd 70 Prozent sind mit dem Umfang ihrer Homeoffice-M\u00f6glichkeiten grunds\u00e4tzlich zufrieden. Eine nach dem Geschlecht differenzierende Auswertung der Mobilit\u00e4tsanl\u00e4sse verdeutlicht, dass sich die traditionelle Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern weiterhin im Mobilit\u00e4tsverhalten widerspiegelt: W\u00e4hrend die Anteile der Wegezweckgruppen \u201eArbeit + Dienstlich\u201c und \u201eEinkauf + Erledigung + Bringen\/Holen\u201c bei den M\u00e4nnern bei rund 22 % und 28 % liegen, betragen die entsprechenden Anteile bei den Frauen etwa 16 % und 32 %. Im Vergleich zu fr\u00fcheren Erhebungen ist hier jedoch eine betr\u00e4chtliche Angleichung erkennbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>N\u00e4he zur Schiene ver\u00e4ndert die Verkehrsmittelwahl\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deutlich wird in der Untersuchung auch der Zusammenhang zwischen der Erreichbarkeit des Schienenverkehrs und der Wahl des Verkehrsmittels. Wer in fu\u00dfl\u00e4ufiger Entfernung zu einem Schienenhalt wohnt, nutzt h\u00e4ufiger den Umweltverbund aus \u00f6ffentlichem Verkehr, Rad- und Fu\u00dfverkehr. In Stuttgart betr\u00e4gt der Unterschied gegen\u00fcber Wohnlagen ohne fu\u00dfl\u00e4ufig erreichbaren Schienenhalt 17 Prozentpunkte, in den f\u00fcnf Umlandlandkreisen 14 Prozentpunkte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Neue Grundlage f\u00fcr die Verkehrsplanung\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die neuen Mobilit\u00e4tsdaten flie\u00dfen in ein regionales Verkehrsnachfragemodell ein. Dieses soll im Sommer 2027 einsatzbereit sein und eine Grundlage f\u00fcr die mittelfristige Anpassung des Regionalverkehrsplans bilden.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pkw bleibt wichtigstes Verkehrsmittel, Fahrrad gewinnt deutlich an Bedeutung Neue Mobilit\u00e4tserhebung zeigt Ver\u00e4nderungen seit 2010 und liefert die Grundlage f\u00fcr die Weiterentwicklung der regionalen Verkehrsplanung Wie sind die Menschen in der Region Stuttgart unterwegs? Eine neue, regionsweite Mobilit\u00e4tserhebung liefert aktuelle Zahlen, die am Mittwoch im Verkehrsausschuss des Verband Region Stuttgart pr\u00e4sentiert wurden. 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