{"id":162139,"date":"2026-09-08T16:14:02","date_gmt":"2026-09-08T15:14:02","guid":{"rendered":"https:\/\/die-webzeitung.de\/stuttgart\/?p=162139"},"modified":"2026-09-08T16:14:02","modified_gmt":"2026-09-08T15:14:02","slug":"bundesweiter-warntag-stadt-stuttgart-wirbt-fuer-persoenliche-vorsorge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/die-webzeitung.de\/stuttgart\/2026\/09\/08\/bundesweiter-warntag-stadt-stuttgart-wirbt-fuer-persoenliche-vorsorge\/","title":{"rendered":"Bundesweiter Warntag: Stadt Stuttgart wirbt f\u00fcr pers\u00f6nliche Vorsorge"},"content":{"rendered":"<p class=\"m_2151810425332399826mynewsSubline\" style=\"text-align: justify;\">Am 10. September testet der bundesweite Warntag ab 11 Uhr die Warnsysteme. Stuttgart informiert \u00fcber Warn-Apps, Cell Broadcast und weitere Warnwege. Die Stadt ruft dazu auf, Warnm\u00f6glichkeiten zu pr\u00fcfen und f\u00fcr Krisenf\u00e4lle vorzusorgen \u2013 etwa mit Wasser, Lebensmitteln und einem Notfallradio.<\/p>\n<div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim bundesweiten Warntag werden am Donnerstag, 10. September, ab 11 Uhr die Warnsysteme getestet. Auch in Stuttgart soll die Probewarnung die Bev\u00f6lkerung mit verschiedenen Warnwegen vertraut machen und dazu anregen, die eigene Krisenvorsorge zu \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der B\u00fcrgermeister f\u00fcr Sicherheit, Ordnung und Sport, Dr. Clemens Maier, sagt: \u201eBei einer gr\u00f6\u00dferen Krise k\u00f6nnen Einsatzkr\u00e4fte nicht \u00fcberall gleichzeitig helfen. Deshalb ist pers\u00f6nliche Vorsorge so wichtig. Wer zu Hause f\u00fcr einige Tage gut ausgestattet ist, kann eine Krisensituation zun\u00e4chst selbstst\u00e4ndig \u00fcberbr\u00fccken und entlastet damit die Einsatzkr\u00e4fte. Mein Appell: Informieren Sie sich und bereiten Sie sich vor, dann brauchen uns Krisenszenarien nicht zu schrecken.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Probewarnung wird \u00fcber das Modulare Warnsystem (MoWaS) des Bundes ausgel\u00f6st und \u00fcber verschiedene Kan\u00e4le verbreitet. Dazu geh\u00f6ren Rundfunk und Fernsehen, Warn-Apps wie NINA und KATWARN, digitale Anzeigen sowie Cell Broadcast. Dabei erscheint die Warnung direkt auf empfangsbereiten Mobiltelefonen \u2013 ohne zus\u00e4tzliche App. Die Sirenen in Stuttgart bleiben am Warntag stumm, da das Sirenennetz nach dem Ende des Kalten Krieges abgebaut wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Warntag ist damit ein Test der gesamten Warnkette und eine Gelegenheit, sich mit den unterschiedlichen Warnkan\u00e4len vertraut zu machen. Die Stadt empfiehlt, die Einstellungen des eigenen Mobiltelefons zu \u00fcberpr\u00fcfen, Warn-Apps zu aktualisieren und Push-Mitteilungen zu aktivieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur Krisenvorsorge geh\u00f6rt auch die Vorbereitung auf Situationen, in denen digitale Kommunikationswege m\u00f6glicherweise nicht funktionieren. Bei einem l\u00e4ngeren Stromausfall k\u00f6nnen Mobilfunk, Internet und Fernsehen ausfallen. Ein Notfallradio mit mehreren Energiequellen, etwa Batterien, Akku, Solarpanel oder Handkurbel, kann dann eine wichtige Informationsquelle sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Stadt Stuttgart empfiehlt au\u00dferdem, zu Hause f\u00fcr einige Tage ausreichend Wasser und Lebensmittel, notwendige Medikamente sowie M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Licht, W\u00e4rme und Information bereitzuhalten. Wichtige Dokumente und Kontaktdaten sollten m\u00f6glichst auch in Papierform vorhanden sein. Ebenso sollten die individuellen Bed\u00fcrfnisse von Kindern, \u00e4lteren Menschen und Haustieren ber\u00fccksichtigt werden. Wichtig ist zudem, den Standort des n\u00e4chsten Notfallleuchtturms zu kennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Probewarnung endet um 11.45 Uhr mit der Entwarnung. Weitere Informationen zur Krisenvorsorge in Stuttgart gibt es unter <a href=\"https:\/\/www.stuttgart.de\/krisenvorsorge\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" data-saferedirecturl=\"https:\/\/www.google.com\/url?q=https:\/\/www.stuttgart.de\/krisenvorsorge&amp;source=gmail&amp;ust=1788958364042000&amp;usg=AOvVaw1LzvVAOgyy1bf5ay8c8wYP\">www.stuttgart.de\/<wbr \/>krisenvorsorge<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Hintergrund 1: Wie und wann wird die Bev\u00f6lkerung gewarnt?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00e4llt in einer hochtechnisierten Gesellschaft die Infrastruktur aus, ger\u00e4t vieles ins Wanken. Gezeigt haben das zum Beispiel die Flutkatastrophe im Ahrtal im Juli 2021 oder der Stromausfall im S\u00fcdwesten von Berlin im Januar 2026. Funktionierende Warnsysteme k\u00f6nnen dann Leben retten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deshalb pr\u00fcfen Bund, L\u00e4nder und Kommunen seit 2020 j\u00e4hrlich im September die Technik. Der diesj\u00e4hrige bundesweite Warntag findet am 10. September statt. Die Testnachricht wird \u00fcber das Modulare Warnsystem (MoWaS) des Bundes ausgel\u00f6st und nach dem Megafon-Prinzip gleichzeitig an alle angeschlossenen Multiplikatoren versendet: Radio und Fernsehen, Warn-Apps wie NINA und KATWARN sowie digitale Anzeigen im Stadtgebiet und an Bahnh\u00f6fen. Zu den Warnkan\u00e4len geh\u00f6rt auch Cell Broadcast: Die Technologie sendet die Warnung anonym an alle empfangsbereiten Mobiltelefone, die in einer Funkzelle eingebucht sind. Sie erscheint als Vollbild-Meldung mit schrillem Warnton, direkt \u00fcber das Betriebssystem, ganz ohne App. Zus\u00e4tzlich aktivieren die Katastrophenschutzbeh\u00f6rden vor Ort am Warntag eigene Systeme wie Sirenen oder Lautsprecherwagen. In Stuttgart bleiben die Sirenen allerdings stumm, da das Netz nach dem Ende des Kalten Krieges abgebaut wurde, wie in vielen anderen Kommunen auch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Probealarm endet um 11.45 Uhr mit der Entwarnung. Hinter diesem j\u00e4hrlichen Stresstest stehen zwei Ziele: Zum einen pr\u00fcft er die gesamte Warnkette vom Lagezentrum bis zum Empf\u00e4nger auf Fehler. Zum anderen macht er die Bev\u00f6lkerung mit den Warnsignalen vertraut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>So funktioniert das Warnsystem<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Modulare Warnsystem (MoWaS) des Bundes arbeitet mit drei Warnstufen. Ver\u00f6ffentlicht der Bund, ein Bundesland oder eine \u00f6rtliche Katastrophenschutzbeh\u00f6rde eine Warnung, gibt die zust\u00e4ndige Leitstelle die Meldung in MoWaS ein. Sie w\u00e4hlt je nach Gefahrenlage die Warnstufe aus und legt den Adressatenkreis fest. Anschlie\u00dfend sendet das System die Meldung an die ausgew\u00e4hlten angeschlossenen Medien, Warn-Apps und bei Bedarf per Cell Broadcast.<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Warnstufe 1 Amtliche Gefahrendurchsage: Es besteht Gefahr f\u00fcr Leib und Leben sowie f\u00fcr erhebliche Sch\u00e4den an der Infrastruktur. Der normale Lebensablauf wird unm\u00f6glich, etwa durch eine chemische Gefahrstoffwolke, radioaktive Strahlung oder akute Waffengewalt. Rundfunksender m\u00fcssen die laufende Sendung sofort unterbrechen und die Meldung unver\u00e4ndert im Programm ver\u00f6ffentlichen.<\/li>\n<li>Warnstufe 2 Amtliche Gefahrenmitteilung: Es besteht eine zu erwartende oder bereits eingetretene Gefahr, die die Bev\u00f6lkerung bedroht oder zu erheblichen Sch\u00e4den an der Infrastruktur f\u00fchren kann. Der normale Lebensablauf ist wesentlich beeintr\u00e4chtigt, etwa durch ein Hochwasser, einen Stromausfall oder einen Gro\u00dfbrand. Rundfunksender f\u00fcgen die Meldung zeitnah ins Programm ein und k\u00f6nnen sie redaktionell anpassen.<\/li>\n<li>Warnstufe 3 Gefahreninformation: Es gibt eine zu erwartende oder bereits eingetretene Beeintr\u00e4chtigung. Eine dar\u00fcberhinausgehende konkrete Gefahr besteht voraussichtlich nicht. Dazu z\u00e4hlen beispielsweise das Abkochen von Trinkwasser, Brandgeruch oder Unwetterwarnung. Medien entscheiden eigenst\u00e4ndig, ob, wann und wie sie die Meldung ver\u00f6ffentlichen.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Hintergrund 2: Wann ein Notfallradio zur wichtigsten Informationsquelle wird<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir verlassen uns t\u00e4glich auf den Strom. Er treibt Pumpen zur Wasserversorgung an, steuert Ampeln auf den Stra\u00dfen und h\u00e4lt Supermarktkassen in Betrieb. Solange alles funktioniert, nehmen wir diese Lebensader kaum wahr. Bis der Strom fehlt. Dann geht zu Hause das Licht aus, der K\u00fchlschrank h\u00f6rt auf zu summen, Fernseher und Router fallen aus und selbst Heizungen bleiben kalt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was f\u00fcr die meisten Menschen unangenehm ist, kann anderswo \u00fcber Leben und Tod entscheiden. Deshalb m\u00fcssen systemrelevante Einrichtungen wie Krankenh\u00e4user und Notrufleitstellen per Gesetz Notstrom vorhalten. Private Haushalte haben diese Absicherung nicht und sollten daher selbst vorsorgen. Wer das tut, denkt an Wasser und Lebensmittel, Licht und W\u00e4rme. Und an ein Thema, das leicht vergessen wird: Wie erhalte ich Informationen, wenn Internet, Mobilfunk und Fernsehen ausfallen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wenn das Netz verstummt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu Beginn einer Krise k\u00f6nnen Mobiltelefone noch Orientierung geben. \u00dcber Warn-Apps und Cell Broadcast zeigen sie Warnmeldungen der Beh\u00f6rden an \u2013 vorausgesetzt, der Akku ist geladen und das Mobilfunknetz funktioniert. Denn bei einem gr\u00f6\u00dferen Stromausfall wird jede Funkzelle zum Flaschenhals. Wenn Tausende Menschen gleichzeitig nach Informationen suchen und ihre Angeh\u00f6rigen anrufen, ist die Verbindung schnell \u00fcberlastet. Viele Mobilfunkmasten sind zwar mit Notstrom ausgestattet, aber deren Kapazit\u00e4ten reichen je nach Standort meist nur f\u00fcr zwei bis vier Stunden. Sp\u00e4testens danach f\u00e4llt das mobile Netz aus. Wer in einer solchen Situation kein stromunabh\u00e4ngiges Radio besitzt, ist von Informationen abgeschnitten, je l\u00e4nger der Stromausfall anh\u00e4lt. Nicht alle k\u00f6nnen die Durchsagen der Lautsprecherwagen h\u00f6ren oder die Aush\u00e4nge vor Ort im Stadtbezirk lesen. \u00dcber das Radio dagegen erreichen die Beh\u00f6rden die Menschen bei einem Stromausfall noch m\u00f6glichst fl\u00e4chendeckend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Empfang in der Krise<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Radiosender erhalten amtliche Warnmeldungen \u00fcber das Modulare Warnsystem (MoWaS) des Bundes und verbreiten sie zeitnah, etwa zur Dauer des Stromausfalls, zu den Notfall-Anlaufstellen und zur aktuellen Lage. \u00d6ffentlich-rechtliche Sender sind gesetzlich verpflichtet, in Krisenlagen amtliche Informationen zu verbreiten, und m\u00fcssen daf\u00fcr Notstrom vorhalten. Der S\u00fcdwestrundfunk (SWR) kann so gro\u00dfe Teile seines Sendegebiets bei einem Stromausfall versorgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deshalb empfiehlt das Bundesamt f\u00fcr Bev\u00f6lkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) jedem Haushalt ein Notfallradio. Ein gutes Modell verf\u00fcgt \u00fcber mehrere Stromquellen, zum Beispiel eine Handkurbel, ein Solarpanel, ein Batteriefach oder einen Akku. Fast jedes Ger\u00e4t empf\u00e4ngt die klassische Ultrakurzwelle (UKW). Seit 2020 m\u00fcssen Notfallradios mit Display auch Digital Audio Broadcasting (DAB+) empfangen k\u00f6nnen. Selbst wenn alle anderen Stromquellen versagen, sorgt die Handkurbel f\u00fcr die n\u00f6tige Energie. Je nach Modell liefern wenige Minuten Kurbeln bis zu 30 Minuten Radioempfang.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 10. September testet der bundesweite Warntag ab 11 Uhr die Warnsysteme. 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