{"id":160911,"date":"2026-07-07T10:18:01","date_gmt":"2026-07-07T09:18:01","guid":{"rendered":"https:\/\/die-webzeitung.de\/stuttgart\/?p=160911"},"modified":"2026-07-07T10:18:01","modified_gmt":"2026-07-07T09:18:01","slug":"sanierung-des-opernhauses-plaene-fuer-kleinere-interimsspielstaette-liegen-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/die-webzeitung.de\/stuttgart\/2026\/07\/07\/sanierung-des-opernhauses-plaene-fuer-kleinere-interimsspielstaette-liegen-vor\/","title":{"rendered":"Sanierung des Opernhauses \u2013 Pl\u00e4ne f\u00fcr kleinere Interimsspielst\u00e4tte liegen vor"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Stuttgart.|\u00a0Die Projektgesellschaft ProWST hat eine deutlich verkleinerte und g\u00fcnstigere Interimsspielst\u00e4tte f\u00fcr die W\u00fcrttembergischen Staatstheater vorgestellt. Der Verwaltungsrat billigte jetzt die Grundlage der weiteren Planung. Mit 40 Prozent weniger Fl\u00e4che und vereinfachter Bauausf\u00fchrung soll die Inbetriebnahme 2033 erfolgen.<\/p>\n<div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Projektgesellschaft W\u00fcrttembergische Staatstheater (ProWST) hat am Montag, 6. Juli 2026, im Auftrag von Land und Stadt im Verwaltungsrat der Staatstheater die \u00fcberarbeiteten Pl\u00e4ne f\u00fcr die Interimsspielst\u00e4tte vorgestellt. Diese ber\u00fccksichtigen die erheblichen Baukostensteigerungen der vergangenen Jahre und die angespannte Haushaltslage bei Stadt und Land. Ziel ist es, Kosten zu sparen und eine schnelle Realisierung auf den Weg zu bringen. \u00a0Der Verwaltungsrat der W\u00fcrttembergischen Staatstheater beauftragte die ProWST, diese Pl\u00e4ne zur Grundlage der weiteren Planung zu nehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Frank Nopper, Oberb\u00fcrgermeister und Vorsitzender des Verwaltungsrates, sagte: \u201eWir haben uns im Rahmen des Pr\u00fcfauftrages, wie das Interimsgeb\u00e4ude kleiner und kosteng\u00fcnstiger gebaut werden kann, st\u00e4dtischerseits auch gefragt, ob wir in Anbetracht der dramatischen Haushalts- und Finanzlage der Stadt die Sanierung und Modernisierung der Staatstheater Stuttgart tats\u00e4chlich weiter vorantreiben sollen. In einer Gesamtabw\u00e4gung sind wir zu der Einsch\u00e4tzung gelangt, dass wir dieses Jahrhundertprojekt von Land und Stadt weiterverfolgen sollten, allerdings ohne Tabus, was die Dimension sowie die Art und Form der Ausf\u00fchrung anlangt. Sanierung und Modernisierung der Stuttgarter Staatstheater ja, aber alle drei Teilprojekte m\u00fcssen weiterhin mit aller Kraft auf ihre Einsparpotenziale hin untersucht werden. Der aus dem Jahr 1912 stammende, im Krieg unzerst\u00f6rt gebliebene Littmann-Bau weist fundamentale M\u00e4ngel auf, die nicht durch kosmetische Ma\u00dfnahmen, sondern nur durch einen baulichen Fundamentaleingriff behoben werden k\u00f6nnen. Ein solcher Fundamentaleingriff ist nicht unter laufendem Betrieb m\u00f6glich, weswegen ein Interimsgeb\u00e4ude unabdingbar ist. Ein l\u00e4ngerer Stopp der Planungen und der Umsetzungsma\u00dfnahmen birgt aufgrund der maroden Bausubstanz vor allem auch das Risiko, dass das Opernhaus von einem Tag auf den anderen geschlossen werden muss. Dies w\u00e4re ein sehr schwerer Schlag, da die Staatstheater Stuttgart zu den wichtigsten Leuchtt\u00fcrmen der Kultur in Baden-W\u00fcrttemberg geh\u00f6ren.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Petra Olschowski, Kunstministerin und stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrates, sagte: \u201eDer sehr gute Vorschlag f\u00fcr eine schlankere und kosteng\u00fcnstigere Interimsspielst\u00e4tte ist der Schl\u00fcssel f\u00fcr die Sanierung, Modernisierung und Erweiterung eines der sch\u00f6nsten Opernh\u00e4user der Welt. Das Interim ist das zentrale Bauwerk f\u00fcr das Gelingen des Gesamtprojekts: Ohne Interim kann der k\u00fcnstlerische Betrieb nicht durchg\u00e4ngig aufrechterhalten werden \u2013 mehr noch: Ohne Interim ist das Staatstheater mit Oper und Ballett von Weltrang in seiner Existenz bedroht. Deshalb ist Eile geboten. Diese neue Planung schafft die Grundlage daf\u00fcr, um das Projekt weiter voranzubringen und Kosten zu sparen: Alle Beteiligten begleiten den Prozess dabei mit gro\u00dfem Verantwortungsbewusstsein und im gegenseitigen Austausch.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Marc-Oliver Hendriks, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Intendant der W\u00fcrttembergischen Staatstheater, sagte: \u201eMit den vorliegenden Pl\u00e4nen wird eine Perspektive f\u00fcr die Staatsoper Stuttgart und das Stuttgarter Ballett geschaffen und der Baustein Interim auf eine planbare Grundlage gestellt. Damit kann die Konzentration auf die Sanierung des Opernhauses von Max Littmann im Oberen Schlossgarten gerichtet werden.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Baukosten reduziert \u2013 Zeitplan unber\u00fchrt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Angaben der ProWST wurde in den vergangenen Monaten eine kompaktere und zugleich funktional tragf\u00e4hige Ausweichspielst\u00e4tte entwickelt. Unter anderem wurden die Fl\u00e4chen um nahezu 40 Prozent reduziert. Der Zeitplan bleibt durch eine vereinfachte Bauausf\u00fchrung eingehalten. Nach aktuellem Grobterminplan bleibt es beim Nutzungsbeginn durch die WST im Jahr 2033. Der Repertoire-Betrieb kann aufrechterhalten werden. Auch das gesamte Handlungsballett-Repertoire einschlie\u00dflich der Cranko-St\u00fccke kann aufgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Nachhaltige Nachnutzung bleibt bestehen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gesamtkosten f\u00fcr den Interimsstandort werden auf einen Rahmen von 289 Millionen Euro festgelegt. Die Planungen wurden auf diesen Kostenrahmen angepasst: Eingespart wird sowohl bei den permanent geplanten Geb\u00e4udeteilen als auch bei der tempor\u00e4r geplanten Spielst\u00e4tte (Reduzierung von Foyer- und Lagerfl\u00e4che, Anpassung der Zuschauerkapazit\u00e4t). Das Besondere am Stuttgarter Interimskonzept bleibt, dass die Geb\u00e4ude langfristig einer nachhaltigen Nachnutzung zugef\u00fchrt werden k\u00f6nnen, etwa als B\u00fcro- und Gewerbefl\u00e4chen f\u00fcr die am Standort entstehende \u201eMaker City\u201c. Dies stellt eine ressourcenschonende und wirtschaftlich tragf\u00e4hige L\u00f6sung dar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die Realisierung des Gesamtprojektes sind die Landeshauptstadt Stuttgart und das Land gemeinsam verantwortlich. Gem\u00e4\u00df dem Staatstheatervertrag zwischen dem Land Baden-W\u00fcrttemberg und der Landeshauptstadt Stuttgart tragen die Vertragspartner die Kosten. Diese Regelung gilt auch f\u00fcr betrieblich notwendige Neu-, Um- und Erweiterungsbauten. Stadt und Land haben gemeinsam die Projektgesellschaft W\u00fcrttembergische Staatstheater (ProWST) gegr\u00fcndet, die f\u00fcr die Realisierung der Sanierung des historischen Opernhauses zust\u00e4ndig ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Gesamtprojekt \u201eSanierung, Modernisierung und Erweiterung der W\u00fcrttembergischen Staatstheater\u201c umfasst drei Teilprojekte: den Interimsstandort an den Wagenhallen, den Neubau eines Werkstattgeb\u00e4udes an der Zuckerfabrik in Stuttgart-Bad Cannstatt mit Anbindung an das bestehende Kulissenlager sowie die Sanierung, Modernisierung und Erweiterung des denkmalgesch\u00fctzten Opernhauses, des Verwaltungs- und des Kulissengeb\u00e4udes im Oberen Schlossgarten.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stuttgart.|\u00a0Die Projektgesellschaft ProWST hat eine deutlich verkleinerte und g\u00fcnstigere Interimsspielst\u00e4tte f\u00fcr die W\u00fcrttembergischen Staatstheater vorgestellt. 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