{"id":158750,"date":"2025-11-21T18:07:25","date_gmt":"2025-11-21T17:07:25","guid":{"rendered":"https:\/\/die-webzeitung.de\/stuttgart\/?p=158750"},"modified":"2025-11-21T18:07:25","modified_gmt":"2025-11-21T17:07:25","slug":"vertrauensverlust-nach-erneuter-verzoegerung-bei-stuttgart-21","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/die-webzeitung.de\/stuttgart\/2025\/11\/21\/vertrauensverlust-nach-erneuter-verzoegerung-bei-stuttgart-21\/","title":{"rendered":"Vertrauensverlust nach erneuter Verz\u00f6gerung bei Stuttgart 21"},"content":{"rendered":"<h4 style=\"text-align: justify;\"><strong>Region diskutiert und fordert Klarheit und schnelle L\u00f6sungen<\/strong><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Fraktionen fordern Klarheit und Verl\u00e4sslichkeit nach erneuter S21-Verz\u00f6gerung, insbesondere hinsichtlich der Sperrpausen der S-Bahn.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Stuttgart.| Nach der \u00fcberraschenden Mitteilung der Deutschen Bahn \u00fcber eine erneute Verz\u00f6gerung bei der Inbetriebnahme von Stuttgart 21 reagiert der Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart mit deutlicher Kritik, Sorgen und klaren Forderungen. Dr. Clarissa Freundorfer, DB-Konzernbevollm\u00e4chtigte f\u00fcr das Land Baden-W\u00fcrttemberg, stellte sich den Fragen und Kritik der Regionalr\u00e4tinnen und -r\u00e4te. Sie betonte: \u201eSp\u00e4testens Mitte 2026 wollen wir aussagef\u00e4hig sein \u2013 wir arbeiten mit Hochdruck daran. Weitere Aussagen lassen sich aber erst treffen, nachdem der Aufsichtsrat sich im Dezember damit befasst hat. \u201c Zudem hielt sie es f\u00fcr m\u00f6glich, dass beim Kopfbahnhof \u201ein die Instandhaltung investiert werden muss\u201c, machte aber sehr deutlich: \u201eEr wird nicht bestehen bleiben.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>STIMMEN DER FRAKTIONEN<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">CDU\/\u00d6DP<br \/>\n\u201eWir sind nicht get\u00e4uscht, sondern entt\u00e4uscht. Immer wieder wurde versprochen, dass es nun klappen werde \u2013 zuletzt mit einer gestuften Inbetriebnahme. Doch das Vertrauen ist komplett aufgebraucht. Der Eindruck verfestigt sich: Die DB kann es nicht\u201c, so Elmar Steinbacher. Die entscheidende Frage sei jetzt: Wie gehen wir damit um? Der Verband Region Stuttgart stehe f\u00fcr die S-Bahn und f\u00fcr die Fahrg\u00e4ste ein \u2013 da habe man keine sechs Monate Zeit, um zu \u00fcberlegen, wie es weitergehen k\u00f6nnte. \u201eWenn man sich die Sperrpausen ansieht, wird den Fahrg\u00e4sten das Maximum zugemutet. Das kann so nicht sein, wenn man wei\u00df, dass man durch Streckung die Belastung vertr\u00e4glicher gestalten k\u00f6nnte\u201c, betonte Steinbacher. Ein Sonderlenkungskreis sei n\u00f6tig, ebenso eine Kl\u00e4rung mit der Vorstandsvorsitzenden. \u201eWir brauchen einen Plan. Denn das Problem liegt nicht nur bei S21 \u2013 die Bahn hat generell ein Thema mit der Digitalisierung\u201c, so Steinbacher.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">B\u00fcndnis 90\/die Gr\u00fcnen<br \/>\nDie Region habe inzwischen sieben Jahre Stammstreckensperrung hinter sich \u2013 urspr\u00fcnglich waren nur drei Jahre geplant. \u201eWir sind gebeutelt durch die Ma\u00dfnahmen rund um S21\u201c, so Michael Lateier. Die S-Bahn sei das zentrale R\u00fcckgrat des \u00f6ffentlichen Verkehrs, deren Unterbrechung \u201eextrem fahrl\u00e4ssig und schlicht \u00e4rgerlich\u201c sei. Lateier betonte, dass die Situation besonders frustrierend sei, da es nicht das erste Mal sei, dass die Bahn ihre Zeitpl\u00e4ne nicht einhalte. Besonders kritisch sei, dass die Panoramabahn als Ausweichstrecke nicht mehr zur Verf\u00fcgung stehe. \u201eDie Nerven liegen hier blank.\u201c Es k\u00f6nne nicht sein, so Lateier weiter, dass man einfach abwarte, wann die Inbetriebnahme vielleicht stattfindet, w\u00e4hrend die Baustellen unver\u00e4ndert bleiben. Die Schlagzeilen der DB w\u00fcrden das Vertrauen zus\u00e4tzlich besch\u00e4digen: \u201eDas verspielt gegangene Vertrauen ist kaum zur\u00fcckzugewinnen.\u201c Mit Blick auf die kommende S-Bahn-Ausschreibung stelle sich f\u00fcr ihn die Frage, wie es \u00fcberhaupt weitergehen k\u00f6nne.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Freie W\u00e4hler<br \/>\nDie Information der DB vom Mittwoch sei \u201eein Schlag ins Kontor\u201c gewesen, so Frank Bu\u00df. Man sei inzwischen gewohnt, dass das Gegen\u00fcber einen \u201ekreativen Umgang mit der Wahrheit\u201c pflege \u2013 aber mittlerweile dr\u00e4nge sich der Eindruck auf, dass es schlicht an Kompetenz mangele: \u201eIch sehe niemanden an der Spitze, der das zusammenh\u00e4lt und ein in sich schl\u00fcssiges Konzept hat.\u201c Das Vertrauen sei massiv ersch\u00fcttert \u2013 nicht nur bei den Fahrg\u00e4sten, sondern auch bei Gesch\u00e4ftspartnern, \u201eeinschlie\u00dflich der eigenen Konzernt\u00f6chter\u201c. Die Unsicherheit rund um Sperrpausen, Schienenersatzverkehr und die Panoramabahn mache Planung kaum m\u00f6glich. Auf solch schwammiger Grundlage k\u00f6nne man keine S-Bahn-Verl\u00e4ngerungen entwickeln, geschweige denn belastbare Ausschreibungen vorbereiten. \u201eWir brauchen Hinweise, um \u00fcberhaupt fundierte Entscheidungen treffen zu k\u00f6nnen.\u201c Daf\u00fcr m\u00fcsse die Gesamtkoordination so aufgestellt sein, dass Ank\u00fcndigungen k\u00fcnftig auch verl\u00e4sslich seien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">AFD<br \/>\nDr. Michael Mayer \u00e4u\u00dferte Sorgen angesichts der vielen gescheiterten Pl\u00e4ne rund um das Projekt und stellte eine zentrale Frage: \u201eWie konnte das passieren?\u201c Er fragte, ob Hitachi es nicht hinbekommen habe oder ob sich pl\u00f6tzlich die Regeln f\u00fcr die Zertifizierung ge\u00e4ndert h\u00e4tten. Nur wenn man genau verstehe, woran es lag, k\u00f6nne man die richtigen Schl\u00fcsse ziehen \u2013 und daraus lernen, wie man es in Zukunft besser machen k\u00f6nne.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">SPD<br \/>\nThomas Leipnitz zeigte sich unzufrieden mit der Informationslage: \u201eViel Auskunft war das nicht \u2013 und es ist inakzeptabel, dass wir erst in sechs Monaten wissen sollen, wie es weitergeht.\u201c Man m\u00fcsse Beschl\u00fcsse fassen und k\u00f6nne nicht einfach abwarten, bis sich die Deutsche Bahn irgendwann entscheidet. Besonders kritisch sah er den Umgang mit der Panoramabahn: \u201eWir m\u00fcssen wissen, wann sie au\u00dfer Betrieb geht.\u201c Sein Appell: Die Bahn solle die Perspektive wechseln \u2013 weg von rein technischen Zeitpl\u00e4nen, hin zu den Menschen, die auf das System angewiesen sind. \u201eDenken Sie von den Fahrg\u00e4sten her \u2013 von ihrer Belastung, nicht von Terminen, die ohnehin nicht gehalten werden.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">FDP<br \/>\n\u201eUnser Vertrauen \u2013 insbesondere in die Kommunikationspolitik der Bahn \u2013 hat massiv gelitten und ist mittlerweile bei null angekommen\u201c, so Gabriele Heise.\u00a0 Viel wichtiger als der Endtermin sei jetzt, was f\u00fcr Auswirkungen diese Verz\u00f6gerungen habe. \u201eUnsere Entt\u00e4uschung ist nicht das eigentliche Problem \u2013 das Problem sind die Fahrg\u00e4ste, die das t\u00e4glich aushalten m\u00fcssen\u201c, so Heise. Die Region habe ein starkes Interesse daran, dass das jetzt schnell gel\u00f6st werde \u2013 und die Bahn sollte dieses Interesse ebenfalls haben. \u201eWenn am Ende der Eindruck entsteht: Digitalisierung kann die Bahn nicht, P\u00fcnktlichkeit kann sie nicht, Kommunikation auch nicht \u2013 dann gute Nacht.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Linke. Piraten. S\u00d6S<br \/>\n\u201eAls Projektgegner kann ich mir die H\u00e4me nicht verkneifen\u201c, so Sebastian Stark. Es sei bemerkenswert, dass nun viele zum ersten Mal aussprechen, dass das Vertrauen in die DB ersch\u00f6pft sei \u2013 obwohl es bisher immer hie\u00df, man sei \u00fcberzeugt, dass der Termin zu halten sei. \u201eIch will nicht sagen: Wir haben es Ihnen ja gesagt \u2013 aber wir haben es Ihnen gesagt.\u201c F\u00fcr ihn sei klar: \u201eJetzt sollten wir die Kombil\u00f6sung auf den Weg bringen.\u201c<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Region diskutiert und fordert Klarheit und schnelle L\u00f6sungen Fraktionen fordern Klarheit und Verl\u00e4sslichkeit nach erneuter S21-Verz\u00f6gerung, insbesondere hinsichtlich der Sperrpausen der S-Bahn. Stuttgart.| Nach der \u00fcberraschenden Mitteilung der Deutschen Bahn \u00fcber eine erneute Verz\u00f6gerung bei der Inbetriebnahme von Stuttgart 21 reagiert der Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart mit deutlicher Kritik, Sorgen und klaren Forderungen. 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