{"id":158352,"date":"2025-10-13T16:10:39","date_gmt":"2025-10-13T15:10:39","guid":{"rendered":"https:\/\/die-webzeitung.de\/stuttgart\/?p=158352"},"modified":"2025-12-05T12:05:38","modified_gmt":"2025-12-05T11:05:38","slug":"stadt-ostfildern-bringt-haushalt-2026-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/die-webzeitung.de\/stuttgart\/2025\/10\/13\/stadt-ostfildern-bringt-haushalt-2026-ein\/","title":{"rendered":"Stadt Ostfildern bringt Haushalt 2026 ein"},"content":{"rendered":"<h4 style=\"text-align: justify;\"><strong>Hohes Defizit, aber klare Investitionsschwerpunkte \u2013 Verwaltung setzt auf Stabilit\u00e4t und strategisches Gegensteuern<\/strong><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ostfildern.| Mit einem Fehlbetrag von 8,3 Millionen Euro, Investitionen in H\u00f6he von rund 19,7 Millionen Euro und einer Kreditaufnahme von 12,5 Millionen Euro hat die Stadt Ostfildern ihren Haushaltsentwurf f\u00fcr das Jahr 2026 eingebracht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trotz des angespannten finanziellen Rahmens betonten Erster B\u00fcrgermeister Andreas Rommel und Stadtk\u00e4mmerer Rolf Weisbarth in ihren Reden im Gemeinderat die Handlungsf\u00e4higkeit der Stadt und den Willen, auch unter schwierigen Bedingungen weiter in zentrale Projekte zu investieren. \u201eWir bauen heute am Haushalt von morgen\u201c \u2013 mit diesem Leitsatz er\u00f6ffnete Erster B\u00fcrgermeister Andreas Rommel seine Haushaltsrede. Die Ausgangslage sei klar gewesen: Der vom Gemeinderat beschlossene Eckwertebeschluss hatte ein Defizit von maximal 7,9 Millionen Euro und Investitionen von 20 Millionen Euro vorgesehen. Im Laufe der Aufstellung habe sich jedoch ein Fehlbetrag von fast 13 Millionen Euro abgezeichnet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEs waren keine Luftschl\u00f6sser und keine goldenen Wasserh\u00e4hne enthalten\u201c, betonte Rommel. Nach intensiven internen Verhandlungen sei es gelungen, das Defizit auf rund 8,3 Millionen Euro zu senken. \u201eWir sind nat\u00fcrlich alles andere als gl\u00fccklich \u00fcber dieses vielleicht sogar historische Defizit. Dennoch k\u00f6nnen wir heute einen gesetzm\u00e4\u00dfigen und genehmigungsf\u00e4higen Haushalt einbringen\u201c, so Rommel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hauptursachen f\u00fcr die Schieflage seien \u2013 wie in den Vorjahren \u2013 steigende Transferaufwendungen, etwa durch die Kreisumlage, h\u00f6here Zusch\u00fcsse zur Kinderbetreuung und gestiegene Betriebskosten f\u00fcr die Stadtbahn. Auf der Kostenseite habe man die Aufwendungen f\u00fcr Sach- und Dienstleistungen um knapp eine Million Euro gegen\u00fcber dem Vorjahr reduzieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Investitionen trotz knapper Mittel<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trotz der schwierigen Haushaltslage will Ostfildern auch 2026 weiter kr\u00e4ftig investieren. Rund 19,7 Millionen Euro sind vorgesehen \u2013 bis 2029 summieren sich die Investitionen auf \u00fcber 80 Millionen Euro. Schwerpunkte liegen auf der Sanierung und Erweiterung der Pfingstweideschule in Kemnat, dem Ersatzneubau der Unterkunft in der Brunnwiesenstra\u00dfe, der Ortskernsanierung in der Parksiedlung, der Erweiterung des Friedhofs in Ruit sowie Zusch\u00fcssen f\u00fcr ein neues Kinderhaus in Scharnhausen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWir investieren weiter in unsere Stadt \u2013 aber wir k\u00f6nnen viele neue Projekte derzeit nicht oder nur mit Verz\u00f6gerung beginnen\u201c, erkl\u00e4rte Rommel. Gro\u00dfe Vorhaben wie die Sanierung und Erweiterung der Gemeinschaftsschule m\u00fcssten bis zum Abschluss laufender Ma\u00dfnahmen zur\u00fcckgestellt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Strategisches Gegensteuern<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Blick auf die Zukunft k\u00fcndigte Rommel weitere strukturelle Anpassungen an. Die Haushaltsstrukturkommission habe wertvolle Grundlagen geschaffen, um die st\u00e4dtischen Finanzen langfristig zu stabilisieren. Dazu geh\u00f6ren regelm\u00e4\u00dfige \u00dcberpr\u00fcfungen von Steuern und Geb\u00fchren, eine wirtschaftlichere Gestaltung bestehender Angebote sowie mittelfristig eine Neubewertung des kommunalen Geb\u00e4udebestands. \u201eWir werden nicht umhinkommen, vorhandene Angebote wirtschaftlicher auszugestalten, wenn wir sie dauerhaft aufrechterhalten wollen\u201c, betonte Rommel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Digitalisierung, Wohnbau und Stadtwerke als Zukunftsthemen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trotz Spardrucks setzt die Stadt auf Aufbruchsthemen: Die Digitalisierungsstrategie werde mit neuen Mitteln vorangetrieben, der kommunale Wohnbau solle konzeptionell angegangen werden, und die Stadtwerke spielten k\u00fcnftig eine zentrale Rolle beim Ausbau von W\u00e4rmenetzen und bei den Klimazielen. \u201eIn Zeiten knapper Kassen braucht es die F\u00e4higkeit, nach vorne zu schauen, kreative L\u00f6sungen zu finden und auch mal antizyklisch zu handeln\u201c, sagte Rommel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u201eDie Schere geht immer weiter auf\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Stadtk\u00e4mmerer Rolf Weisbarth zeichnete in seiner Haushaltsrede ein n\u00fcchternes Bild der finanziellen Entwicklung. Zwar wiesen die landesweiten Orientierungsdaten stabile Steuereinnahmen auf, doch w\u00fcchsen die Ertr\u00e4ge mit 1,8 Prozent deutlich langsamer als die Aufwendungen mit 4,9 Prozent. \u201eDa geht eine Schere auf\u201c, so Weisbarth.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bundesweit h\u00e4tten die Kommunen 2024 ein Rekorddefizit von 24,3 Milliarden Euro verzeichnet. Auch Ostfildern bleibe davon nicht verschont. Der Ergebnishaushalt f\u00fcr 2026 weist Ertr\u00e4ge von 142,3 Millionen Euro und Aufwendungen von 150,6 Millionen Euro aus. \u201eWir k\u00f6nnen den Verlust aus Gewinnr\u00fccklagen der Vorjahre decken, aber das Schrumpfen unseres Sparbuchs ist absehbar\u201c, warnte Weisbarth.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Steigende Transferaufwendungen, wachsende Schulden<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Besonders ins Gewicht fielen die steigenden Transferaufwendungen, die um 5,8 Millionen Euro zulegen. Die Kreisumlage steige allein um 1,7 Millionen Euro, die Finanzausgleichsumlage um 0,6 Millionen Euro. Hinzu k\u00e4men steigende Zusch\u00fcsse f\u00fcr Kinderbetreuung. \u201eDie Aufwendungen wuchsen in den letzten vier Jahren um 25 Prozent \u2013 die Ertr\u00e4ge dagegen nur um 5,7 Prozent\u201c, so Weisbarth.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Schuldenstand der Stadt werde bis 2029 voraussichtlich auf rund 80 Millionen Euro anwachsen. \u201eWir hoffen, die Kreditlinien nicht vollst\u00e4ndig aussch\u00f6pfen zu m\u00fcssen\u201c, sagte Weisbarth und mahnte zu sparsamer Haushaltsbewirtschaftung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sperrvermerke und Haushaltssperre geplant<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um Risiken abzufedern, will die Verwaltung 10 Prozent der Ans\u00e4tze bei Sach- und Dienstleistungen mit einer Haushaltssperre versehen. Zudem sollen drei Investitionsma\u00dfnahmen \u2013 darunter der Schulhof der Schule im Park, die Mobilit\u00e4tsstation Kreuzbrunnen sowie der h\u00e4lftige Haushaltsansatz f\u00fcr die Sanierung des Geb\u00e4udes Schillerstra\u00dfe 13 \u2013 zun\u00e4chst gesperrt bleiben. Auch Stellennachbesetzungen in der Kernverwaltung sollen k\u00fcnftig kritisch gepr\u00fcft werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Hoffnung auf F\u00f6rdermittel<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Hoffnungsschimmer liegt f\u00fcr die Stadt in den angek\u00fcndigten Bundes- und Landesprogrammen. Ostfildern rechnet mit Zusch\u00fcssen von j\u00e4hrlich ein bis zwei Millionen Euro aus dem Bundes-Sonderverm\u00f6gen Infrastruktur sowie weiteren Hilfen \u00fcber den DigitalPakt Schule 2.0. \u201eWir sprechen hier von Schmerzlinderung, nicht von Heilung\u201c, stellte Rommel klar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der Einbringung des Haushalts 2026 schl\u00e4gt die Stadt Ostfildern ein weiteres Kapitel in einer Phase finanzieller Anspannung auf. Rommel und Weisbarth betonten gleicherma\u00dfen, dass der Kurs zwischen Sparsamkeit und Investition in die Zukunft sorgf\u00e4ltig austariert werden m\u00fcsse.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWir werden Sie unterj\u00e4hrig \u00fcber den Stand des Haushaltsvollzugs informieren und dort, wo es m\u00f6glich ist, Sperrvermerke wieder aufheben\u201c, versprach Rommel. Die Haushaltsberatungen sollen bis Dezember abgeschlossen werden.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hohes Defizit, aber klare Investitionsschwerpunkte \u2013 Verwaltung setzt auf Stabilit\u00e4t und strategisches Gegensteuern Ostfildern.| Mit einem Fehlbetrag von 8,3 Millionen Euro, Investitionen in H\u00f6he von rund 19,7 Millionen Euro und einer Kreditaufnahme von 12,5 Millionen Euro hat die Stadt Ostfildern ihren Haushaltsentwurf f\u00fcr das Jahr 2026 eingebracht. 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