{"id":156770,"date":"2025-07-20T11:07:46","date_gmt":"2025-07-20T10:07:46","guid":{"rendered":"https:\/\/die-webzeitung.de\/stuttgart\/?p=156770"},"modified":"2025-07-19T11:15:01","modified_gmt":"2025-07-19T10:15:01","slug":"verwaltung-stellt-jahresabschluss-2024-und-aktuelle-finanzlage-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/die-webzeitung.de\/stuttgart\/2025\/07\/20\/verwaltung-stellt-jahresabschluss-2024-und-aktuelle-finanzlage-vor\/","title":{"rendered":"Verwaltung stellt Jahresabschluss 2024 und aktuelle Finanzlage vor"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Prognose der Finanzverwaltung best\u00e4tigt \u2013 Ausblick ab 2025 besorgniserregend <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Stuttgart.| Die Landeshauptstadt Stuttgart hat 2024 erstmals seit Einf\u00fchrung des aktuellen Rechnungswesens mit doppelter Buchf\u00fchrung (Doppik) 2010 ein negatives Jahresergebnis verzeichnet. Das Defizit beim ordentlichen Ergebnis fiel mit 6,8 Millionen Euro noch relativ gering aus. Jedoch sind die Aussichten f\u00fcr die Folgejahre wesentlich schlechter. Das ergaben der Jahresabschluss 2024 und der Zwischenbericht zur Finanzlage 2025 in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag, 17. Juli. \u201eDer Jahresabschluss 2024 zeigt: Die guten Jahre sind leider auch in Stuttgart vorbei\u201c, sagt Oberb\u00fcrgermeister Dr. Frank Nopper. \u201eErstmals seit vielen Jahren weist der Jahresabschluss ein Haushaltsdefizit aus. Dies muss ein Warnsignal f\u00fcr uns alle sein und eine Mahnung zu Sparsamkeit und Haushaltsdisziplin.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Finanzb\u00fcrgermeister Thomas Fuhrmann erkl\u00e4rt: \u201eInsbesondere im Ergebnishaushalt besteht dringend Handlungsbedarf, um der gegenl\u00e4ufigen negativen Entwicklung bei den Ertr\u00e4gen und Aufwendungen entschieden entgegenzuwirken.\u201c Die Landeshauptstadt stehe in den kommenden Jahren zunehmend vor der Herausforderung, zahlreiche bereits begonnene Ma\u00dfnahmen und neue Investitionsvorhaben finanzieren zu m\u00fcssen, obwohl die finanzielle<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leistungsf\u00e4higkeit zugleich rasant schwinde. Wegen der strukturellen Schw\u00e4che der Ergebnishaushalte w\u00e4re eine nahezu vollst\u00e4ndige Kreditfinanzierung nicht genehmigungsf\u00e4hig, so Fuhrmann. Daher seien die anstehenden Investitionen zu hinterfragen und Ma\u00dfnahmen notwendig, um die laufenden Haushalte wieder auszugleichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daf\u00fcr hat der Gemeinderat ein Haushaltssicherungskonzept in Auftrag gegeben, um die\u00a0Ergebnishaushalte 2026 bis 2030 zu konsolidieren. Ziel ist, dass sp\u00e4testens zum Doppelhaushaltsplan 2030\/31 aus dem Ergebnishaushalt wieder \u00dcbersch\u00fcsse von mindestens 200 Millionen Euro j\u00e4hrlich erwirtschaftet werden, um Investitionen finanzieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><strong>Jahresabschluss 2024: Leicht negatives Ergebnis \u2013 stark negativer Trend<\/strong><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei der Haushaltsplanung und den nachfolgenden Prognosen ging man f\u00fcr das Jahr 2024 noch von einem leicht positiven Gesamtergebnis aus. Von dem zun\u00e4chst erwarteten Plus von 9,7 Millionen Euro weicht das nun vorliegende negative Gesamtergebnis mit einem Minus von 5,2 Millionen Euro im Saldo zwar nur um 15,0 Millionen Euro ab. Vergleicht man dies jedoch mit der Entwicklung gegen\u00fcber dem Vorjahr mit einem Jahres\u00fcberschuss damals von 791,7 Millionen Euro, verlief 2024 in h\u00f6chstem Ma\u00dfe bedenklich f\u00fcr die Stadt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Jahresabschluss best\u00e4tigt eine gegens\u00e4tzliche Entwicklung von Ertrag und Aufwand. Die ordentlichen Ertr\u00e4ge gingen 2024 zwar um rund 340 Millionen zur\u00fcck, lagen aber im langj\u00e4hrigen Vergleich immer noch auf einem hohen Niveau. So waren bei der<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gewerbesteuer nach dem Rekordjahr 2023 (1,6 Milliarden Euro) auch 2024 wiederum 1,3 Milliarden Euro an Ertr\u00e4gen zu verzeichnen. Dagegen sind die ordentlichen Aufwendungen dramatisch angestiegen: um rund 460 Millionen Euro gegen\u00fcber 2023. Die gr\u00f6\u00dften Steigerungen lagen bei den Zuweisungen und Zusch\u00fcssen (plus 159 Millionen Euro), den sozialen Leistungen (plus 101 Millionen Euro) sowie den Sachaufwendungen (plus 90 Millionen Euro) und dem Personalaufwand (plus 89 Millionen Euro).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bilanzsumme der Landeshauptstadt betrug zum 31. Dezember 2024 rund 12,6 Milliarden\u00a0Euro. Der Stadthaushalt ist noch schuldenfrei. Die Eigenbetriebe wiesen zum Jahresende Kreditverbindlichkeiten von 299,3 Millionen Euro aus (Vorjahr 281,6 Millionen Euro). Damit ergibt sich je Einwohner ein Gesamtschuldenstand von 489 Euro (Vorjahr 445 Euro).<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><strong>Finanzlage 2025: Nachtragsplanung best\u00e4tigt \u2013 Verbesserungen zwingend notwendig<\/strong><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr 2025 war aufgrund der sich weiter verschlechternden Wirtschaftsentwicklung ein Nachtragshaushalt n\u00f6tig geworden. Der Zwischenbericht nach dem ersten Halbjahr weist nun aus, dass sich das im M\u00e4rz geplante Defizit beim ordentlichen Ergebnis von 889,4 Millionen Euro nach aktueller Prognose mit voraussichtlich 890,2 Millionen Euro best\u00e4tigen d\u00fcrfte. Der Gewerbesteueransatz war mit dem Nachtragshaushalt auf eine Milliarde Euro nach unten korrigiert worden. Hier hat die Stadtk\u00e4mmerei erhebliche Zweifel, ob diese Summe tats\u00e4chlich zu erreichen ist. Im aktuellen Finanzstatus 2025 sind nur noch 850<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Millionen Euro prognostiziert. Der Einbruch um 460 Millionen Euro allein bei der Gewerbesteuer tr\u00e4gt ma\u00dfgeblich dazu bei, dass die Ertragsseite gegen\u00fcber dem Vorjahr insgesamt rund 663,5 Millionen Euro einb\u00fc\u00dft. Auf der Aufwandsseite sind im Saldo gegen\u00fcber 2024 zudem rund 220 Millionen Euro an Verschlechterungen einzukalkulieren. Eine Trendumkehr zeichnet sich f\u00fcr die Folgejahre nicht ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Stadtverwaltung arbeitet daher derzeit an Vorschl\u00e4gen zur Haushaltskonsolidierung. Ein erster Schritt ist es, noch vor Einbringung des Haushaltsplanentwurfs nachhaltig wirksame Verbesserungen zu erarbeiten, die es erm\u00f6glichen, dem Regierungspr\u00e4sidium einen genehmigungsf\u00e4higen Doppelhaushaltsplan 2026\/27 vorzulegen. In den kommenden Jahren sollen weitere Konsolidierungspakete folgen, um sp\u00e4testens ab 2030 wieder \u00dcbersch\u00fcsse aus dem Ergebnishaushalt von mindestens 200 Millionen Euro zur Finanzierung vonInvestitionen zur Verf\u00fcgung stellen zu k\u00f6nnen. Der Gemeinderat will den Doppelhaushalt 2026\/27 am 19. Dezember 2025 beschlie\u00dfen.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><strong>Achter Stuttgarter B\u00fcrgerhaushalt \u2013 Stellungnahmen der Verwaltung<\/strong><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur Haushaltserstellung geh\u00f6rt in Stuttgart jeweils auch die B\u00fcrgerbeteiligung. An dem B\u00fcrgerhaushaltsverfahren im Fr\u00fchjahr 2025 nahmen 15.377 Einwohnerinnen und Einwohner teil. Sie haben \u00fcber 2.400 Vorschl\u00e4ge zum st\u00e4dtischen Haushalt eingereicht und mit exakt 1.129.544 Millionen Stimmen bewertet. Hieraus entstand die Liste der 100 am besten bewerteten Vorschl\u00e4ge, wobei auch die zwei beliebtesten Vorschl\u00e4ge eines jeden Stadtbezirkes Eingang fanden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu den Vorschl\u00e4gen dieser TOP-Liste hat die Verwaltung nun in den vergangenen Wochen jeweils eine fachliche Stellungnahme erarbeitet. Auch die Bezirksbeir\u00e4te haben zu den zehn bestbewerteten Vorschl\u00e4gen ihres Stadtbezirkes Stellungnahmen abgegeben. Im n\u00e4chsten\u00a0Schritt werden die Ergebnisse der Beteiligungsphase sowie die Stellungnahmen der\u00a0Verwaltung online ver\u00f6ffentlicht unter <a href=\"http:\/\/www.buergerhaushalt-stuttgart.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.buergerhaushalt-stuttgart.de<\/a>. Nach der Sommerpause ist dann die Aussprache des Gemeinderats zu den Vorschl\u00e4gen des B\u00fcrgerhaushalts in \u00f6ffentlicher Sitzung vorgesehen.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Prognose der Finanzverwaltung best\u00e4tigt \u2013 Ausblick ab 2025 besorgniserregend Stuttgart.| Die Landeshauptstadt Stuttgart hat 2024 erstmals seit Einf\u00fchrung des aktuellen Rechnungswesens mit doppelter Buchf\u00fchrung (Doppik) 2010 ein negatives Jahresergebnis verzeichnet. Das Defizit beim ordentlichen Ergebnis fiel mit 6,8 Millionen Euro noch relativ gering aus. Jedoch sind die Aussichten f\u00fcr die Folgejahre wesentlich schlechter. 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