{"id":149271,"date":"2023-03-28T13:37:17","date_gmt":"2023-03-28T12:37:17","guid":{"rendered":"https:\/\/die-webzeitung.de\/stuttgart\/?p=149271"},"modified":"2023-03-28T13:37:17","modified_gmt":"2023-03-28T12:37:17","slug":"unfallstatistik-2022-fuer-das-stadtgebiet-stuttgart","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/die-webzeitung.de\/stuttgart\/2023\/03\/28\/unfallstatistik-2022-fuer-das-stadtgebiet-stuttgart\/","title":{"rendered":"Unfallstatistik 2022 f\u00fcr das Stadtgebiet Stuttgart"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Stuttgart.| Nach einem historischen Tief im letzten Jahr und der zwischenzeitlich weitestgehenden Normalisierung des \u00f6ffentlichen Lebens im dritten Corona-Jahr ist wieder ein leichter Anstieg der Verkehrsunfallzahlen zu verzeichnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das Wichtigste in K\u00fcrze<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahr 2022 registrierte die Polizei 21.466 Verkehrsunf\u00e4lle im Stadtgebiet Stuttgart. Die Zahl der Unf\u00e4lle stieg damit im Vorjahresvergleich um zirka sieben Prozent. Im Schnitt ereigneten sich somit im letzten Jahr pro Tag 59 Unf\u00e4lle auf Stuttgarts Stra\u00dfen, bei denen t\u00e4glich im Schnitt etwa f\u00fcnf Personen verletzt worden sind. Damit ist aber noch immer nicht das Vor-Corona-Niveau aus den Jahren 2018 bis 2020 erreicht, in denen im Durchschnitt \u00fcber 24.000 Unf\u00e4lle gez\u00e4hlt wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zahl der Verletzten im Stra\u00dfenverkehr leicht gestiegen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahr 2022 sind insgesamt 2.023 Menschen bei Verkehrsunf\u00e4llen verletzt worden, was einer Zunahme von fast acht Prozent entspricht. Damit wird das historisch niedrige Vorjahresniveau nicht mehr erreicht. Die Zahl der Schwerverletzten sank leicht von 173 auf 171. Die Zahl der Leichtverletzten ist um rund neun Prozent, von 1.701 auf 1.850 gestiegen. Erfreulicherweise ist auch die Zahl der im Stra\u00dfenverkehr Get\u00f6teten r\u00fcckl\u00e4ufig &#8211; von f\u00fcnf auf zwei Personen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Hauptunfallursachen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Gegensatz zur landesweiten Hauptunfallursache &#8220;\u00fcberh\u00f6hte und nicht angepasste Geschwindigkeit&#8221; bleiben im urbanen Raum Stuttgarts, mit einem Anteil von 16 Prozent, weiterhin die Missachtung der Vorfahrt und Fehler beim Abbiegen, Wenden und R\u00fcckw\u00e4rtsfahren die Hauptunfallursachen. Danach folgen Unf\u00e4lle unter Alkoholbeeinflussung, Fehler bei der Fahrbahnbenutzung und beim Fahrstreifenwechsel. &#8220;Die Polizei Stuttgart wird die Verkehrssicherheit weiterhin mit hoher Priorit\u00e4t \u00fcberwachen&#8221;, so Polizeipr\u00e4sident Markus Eisenbraun. Nur wenn sich alle an die Verkehrsregeln halten w\u00fcrden, gel\u00e4nge es, die Anzahl der teilweise schweren Unf\u00e4lle weiter zu reduzieren. &#8220;Dies ist insbesondere auch vor dem Hintergrund der neuen Mobilit\u00e4tsformen unerl\u00e4sslich f\u00fcr eine sichere Nutzung des gemeinsamen Verkehrsraums&#8221;, unterstreicht Eisenbraun. Alkoholbedingt kam es zu 255 (+44) Unf\u00e4llen, was einer Zunahme von \u00fcber 20 Prozent entspricht. Die Zahl der Unf\u00e4lle, bei denen eine Drogenbeeinflussung festgestellt wurde, stieg leicht von 41 auf 44.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Anstieg der Unf\u00e4lle unter Alkohol- und Drogeneinfluss unterstreicht weiter die Notwendigkeit intensiver Kontrollma\u00dfnahmen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den 255 Unf\u00e4llen unter Alkoholbeeinflussung standen 1.813 von der Polizei festgestellte Trunkenheitsfahrten ohne Unfall gegen\u00fcber. Zu den 44 Unf\u00e4llen unter Drogeneinfluss kamen noch 727 Fahrten hinzu, die folgenlos blieben. Volker Stier, Leiter der Schutzpolizeidirektion: &#8220;Die Stuttgarter Polizei setzt bei der Kontrolle von Alkohol und Drogen im Stra\u00dfenverkehr schon seit vielen Jahren sowohl im t\u00e4glichen Streifendienst als auch bei gezielten Kontrollaktionen einen besonderen Schwerpunkt. Dass dies auch weiterhin notwendig ist, zeigt die erneut gestiegene Zahl an Unf\u00e4llen unter Alkohol-und Drogeneinfluss.&#8221;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zahl der Unfallfluchten gestiegen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Fall des Unerlaubten Entfernens vom Unfallort, umgangssprachlich als Unfallflucht bezeichnet, stiegen die Zahlen mit 4.914 F\u00e4llen im Vergleich zum Vorjahr mit 4.574 deutlich an. Damit entfernte sich bei rund 23 Prozent aller registrierten Unf\u00e4lle mindestens einer der Beteiligten vom Unfallort, ohne sich um die Folgen zu k\u00fcmmern. Trotz der teils sehr aufw\u00e4ndigen Ermittlungsarbeiten konnten 49 Prozent dieser Unf\u00e4lle mit Personensch\u00e4den und 33 Prozent dieser Unf\u00e4lle mit Sachsch\u00e4den aufgekl\u00e4rt werden. Michael Saur, Leiter der Verkehrspolizei, mahnt: &#8220;Auch wenn das Entfernen vom Unfallort f\u00fcr viele offenbar als Bagatelle angesehen wird, stellt es doch eine Straftat dar, die wir konsequent verfolgen. Dass wir das mit aller Konsequenz tun, zeigt die gestiegene Aufkl\u00e4rungsquote.&#8221;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Unfallzahlen bei Fahrr\u00e4dern und Pedelecs steigen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die rasant gestiegenen Lebenshaltungskosten, insbesondere auch die hohen Spritpreise, stellen das Fahrrad als umweltfreundliches Mittel der Fortbewegung weiter in den Fokus. Bei den Verkehrsunf\u00e4llen unter Beteiligung von Radfahrenden ist ein geringer Anstieg von 395 auf 412 feststellbar. Bei Verkehrsunf\u00e4llen mit Beteiligung von Pedelecs stieg die Anzahl etwas deutlicher um 24 auf 208 Unf\u00e4lle. Dies stellt gleichzeitig den H\u00f6chstwert der letzten f\u00fcnf Jahre dar. Bei den Radfahrenden wurden 55 Prozent und bei den Pedelec-Fahrenden 52 Prozent der Unf\u00e4lle durch diese selbst verursacht. Die Hauptunfallursachen bei Rad- und Pedelec-Fahrenden sind neben der Vorfahrtsmissachtung, die nicht angepasste Geschwindigkeit. Auch Alkohol- und Drogenbeeinflussung und Fehler bei der Stra\u00dfenbenutzung z\u00e4hlen hierbei zu den h\u00e4ufigsten Ursachen. Als weitere Ursachen werden neben Fehlern beim Abbiegen auch technische M\u00e4ngel genannt. Saur: &#8220;Die Verkehrspolizei, allen voran die Beamtinnen und Beamten der Fahrradstaffel, kontrollierte auch im Jahr 2022 gezielt Verst\u00f6\u00dfe durch Fahrradfahrende. Aber auch Verst\u00f6\u00dfe zum Nachteil von Fahrradfahrenden, wie beispielsweise die Einhaltung des Seitenabstands beim \u00dcberholen, waren wichtige Inhalte &#8211; sowohl im Rahmen der t\u00e4glichen \u00dcberwachung des Stra\u00dfenverkehrs als auch bei Schwerpunktaktionen.&#8221; Unf\u00e4lle unter Beteiligung des Zweiradverkehrs, darunter fallen auch s\u00e4mtliche motorisierte Zweir\u00e4der, f\u00fchrten oftmals zu schweren Unfallfolgen. Das zeigt sich daran, dass etwa 60 Prozent aller Schwerverletzten auf den Zweiradverkehr entfielen, einer dieser Unf\u00e4lle mit einem Pedelec-Fahrenden endete sogar t\u00f6dlich. &#8220;Bez\u00fcglich der Helmtragequote stellen wir fest, dass die Bereitschaft, auf freiwilliger Basis einen Fahrradhelm zu tragen, sich im Vergleich zum Vorjahr leicht verbessert hat&#8221;, so Saur. Er erg\u00e4nzt hierzu: &#8220;Die Tragequote liegt bei verunfallten Radfahrern bei 54 Prozent und bei verunfallten Pedelec-Fahrern bei 55 Prozent. Die Polizei r\u00e4t weiterhin zum Tragen eines Helmes, der zwar keine Unf\u00e4lle verhindert, aber das Risiko einer schweren Kopfverletzung mindert.&#8221;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Unf\u00e4lle mit Elektrokleinstfahrzeugen leicht gesunken<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit Inkrafttreten der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung im Jahr 2019 geh\u00f6ren E-Scooter mittlerweile zum Stadtbild dazu. Nachdem im Jahr 2021 der h\u00f6chste Anstieg von Unf\u00e4llen zu verzeichnen war, ist mittlerweile die Zahl wieder von 147 auf 122 gesunken. Auch die Zahl der leichtverletzten E-Scooter-Fahrenden nahm von 72 auf 65 leicht ab, w\u00e4hrend die Zahl der Schwerverletzten konstant bei 17 blieb. Bemerkenswert ist ebenfalls, dass in 75 Prozent der F\u00e4lle die Fahrenden von E-Scootern jeweils auch die Unfallverursachenden waren. H\u00e4ufig werden E-Scooter als &#8220;Spa\u00dffahrzeuge&#8221; unter Missachtung der einschl\u00e4gig bekannten Verkehrsregeln genutzt. Die Hauptunfallursachen waren, wie im Vorjahr auch, das Fahren unter Alkoholeinfluss, die verbotswidrige Benutzung der Fahrbahn oder des Gehwegs, die nicht angepasste Geschwindigkeit sowie Fehler beim Einfahren in den flie\u00dfenden Verkehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Unf\u00e4lle unter Beteiligung von Stadtbahnen nehmen zu<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Unf\u00e4lle unter der Beteiligung einer Stadtbahn sind um rund 11 Prozent auf 99 Unf\u00e4lle gestiegen. Dabei hat sich die Zahl der Schwerverletzten von sechs auf zw\u00f6lf verdoppelt. Bei Unf\u00e4llen mit Leichtverletzten stieg die Zahl leicht von 43 auf 45. Dabei kam es am h\u00e4ufigsten zu Unf\u00e4llen, wenn entweder der Vorrang missachtet wurde oder Fahrzeuge verbotswidrig \u00fcber den Gleisbereich wendeten oder abbogen.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stuttgart.| Nach einem historischen Tief im letzten Jahr und der zwischenzeitlich weitestgehenden Normalisierung des \u00f6ffentlichen Lebens im dritten Corona-Jahr ist wieder ein leichter Anstieg der Verkehrsunfallzahlen zu verzeichnen. Das Wichtigste in K\u00fcrze Im Jahr 2022 registrierte die Polizei 21.466 Verkehrsunf\u00e4lle im Stadtgebiet Stuttgart. Die Zahl der Unf\u00e4lle stieg damit im Vorjahresvergleich um zirka sieben Prozent. 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