{"id":145202,"date":"2022-02-27T17:00:02","date_gmt":"2022-02-27T16:00:02","guid":{"rendered":"https:\/\/die-webzeitung.de\/stuttgart\/?p=145202"},"modified":"2023-03-11T12:11:54","modified_gmt":"2023-03-11T11:11:54","slug":"kundgebung-auf-dem-schlossplatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/die-webzeitung.de\/stuttgart\/2022\/02\/27\/kundgebung-auf-dem-schlossplatz\/","title":{"rendered":"Rund 3.000 Menschen bei Kundgebung auf dem Schlossplatz"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>OB Nopper: \u201eUnsere Herzen sind Blau-Gelb gefa\u0308rbt\u201c<\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Stuttgart.| Oberbu\u0308rgermeister Dr. Frank Nopper hat am Sonntag, 27. Februar, seiner Verbundenheit zu den Menschen in der Ukraine Ausdruck verliehen. Bei einer Kundgebung auf dem Stuttgarter Schlossplatz sagte er vor etwa 3.000 Menschen: \u201eUnsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei den Menschen in der Ukraine, ihnen gilt unsere Solidarita\u0308t. Und wir trauern um die Opfer, die dieser furchtbare Krieg bereits in wenigen Tagen mit sich gebracht hat.\u201c Die russische Invasion verurteilte Nopper als einen \u201eAngriff auf die Vo\u0308lkergemeinschaft\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nopper betonte, dass in Stuttgart viele Menschen aus der Ukraine und Russland friedlich nebeneinander und freundschaftlich miteinander lebten. \u201eWir du\u0308rfen es nicht zulassen, dass diese guten Beziehungen, dass diese Freundschaften durch diesen Krieg bescha\u0308digt oder sogar zersto\u0308rt werden. In diesen Zeiten mu\u0308ssen wir unsere Sta\u0308dtepartnerschaften ganz besonders pflegen \u2013 auch diejenige mit unserer russischen Partnerstadt\u201c, so Nopper.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er sagte auch: \u201eUnsere Herzen sind in dieser schweren Zeit in den ukrainischen Nationalfarben Blau-Gelb gefa\u0308rbt. Wir stehen ganz fest an der Seite der Ukraine, auch an der Seite derjenigen, die wegen des Kriegs aus der Ukraine flu\u0308chten mu\u0308ssen.\u201c Gra\u0308ber- und Gedenksta\u0308tten der Opfer von Krieg, Gewalt und Terror mahnten Frieden und Verso\u0308hnung an. Sie mahnte zugleich gegen das \u201eSchlafwandeln und die Fehleinscha\u0308tzung, dass der Friede ohne unser Zutun fu\u0308r alle Zeiten gesichert sei.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nopper schloss in Anspielung auf die ukrainische Nationalhymne mit den Worten: \u201eWenn wir alle zusammenstehen, stirbt die Ukraine nicht, sterben Frieden und Freiheit nicht. Deswegen geht von Stuttgart ein flammender Appell aus \u2013 fu\u0308r Verso\u0308hnung, fu\u0308r Entschlossenheit, fu\u0308r Frieden in Freiheit!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kundgebung war von den Gru\u0308nen, der CDU, der SPD und der FDP organisiert worden. Neben Vertreterinnen und Vertretern der Parteien sprach auch eine Stuttgarter Ukrainerin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Rede von OB Dr. Nopper im Nopper:<\/strong><br \/>\n<em>\u201eLiebe Stuttgarterinnen und Stuttgarter, liebe Freundinnen und Freunde, meine sehr geehrten Damen und Herren,<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>seit Donnerstag fru\u0308h stehen wir alle unter Schock, ja vielleicht sogar unter Schockstarre. Wir alle sind tief bewegt, ja geradezu fassungslos, weil in der Ukraine und damit in Europa Krieg herrscht \u2013 zum ersten Mal wieder seit langer Zeit.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Unsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden und Tagen bei den Menschen in der Ukraine, unsere Solidarita\u0308t gilt den Menschen in der Ukraine, unsere Verbundenheit gilt den Menschen in der Ukraine. Und wir trauern um die Opfer, die dieser furchtbare Krieg bereits in wenigen Tagen mit sich gebracht hat. Deswegen ist es gro\u00dfartig, dass so viele hierher zu dieser Friedenskundgebung gekommen sind. Das Land Baden-Wu\u0308rttemberg hat das Neue Schloss mit den ukrainischen Farben beflaggt. Als Zeichen der Solidarita\u0308t und als Zeichen fu\u0308r Frieden habe ich am Freitag die Flagge des Bu\u0308rgermeister-Netzwerks \u201eMayors for peace\u201c am Rathaus hissen lassen. Au\u00dferdem habe ich im Festraum des Rathauses eine Friedenskerze entzu\u0308ndet, um damit ein Zeichen fu\u0308r Frieden, Freiheit und Vo\u0308lkerversta\u0308ndigung zu setzen. Auch in Stuttgart leben viele Menschen aus Russland und aus der Ukraine nicht nur friedlich nebeneinander, sondern sogar freundschaftlich miteinander. Wir du\u0308rfen es nicht zulassen, dass diese guten Beziehungen, dass diese Freundschaften durch diesen Krieg bescha\u0308digt oder sogar zersto\u0308rt werden. In diesen Zeiten mu\u0308ssen wir unsere Sta\u0308dtepartnerschaften ganz besonders pflegen \u2013 auch diejenige mit unserer russischen Partnerstadt. Sta\u0308dtepartnerschaften sind in Friedenszeiten von gro\u00dfer Bedeutung, in Zeiten von Krieg und bewaffneten Konflikten sind sie von noch gro\u0308\u00dferer Bedeutung. Sie bereiten den Boden fu\u0308r eine friedliche Entwicklung zwischen den Sta\u0308dten und den Vo\u0308lkern. Deswegen setzen wir darauf, auch in Zukunft unsere seit 30 Jahren gewachsene Sta\u0308dtepartnerschaft mit unserer russischen Partnerstadt Samara fortzusetzen.<\/em><br \/>\n<em>Meine sehr geehrten Damen und Herren, dieser Angriff auf die Vo\u0308lkergemeinschaft, dieser Angriff auf die freien Vo\u0308lker zeigt, wie bru\u0308chig der Friede in Europa ist. Vielleicht haben wir zu sehr an den ewigen Frieden in Europa geglaubt, vielleicht waren wir zu wenig wachsam. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Wir mu\u0308ssen alles unternehmen, dass die Geister der Vergangenheit nicht wieder erwachen und alles dafu\u0308r tun, ein friedliches Zusammenleben zu ermo\u0308glichen. Der gro\u00dfe deutsche Philosoph Immanuel Kant hat diese Forderung bereits vor u\u0308ber 200 Jahren in seinem beru\u0308hmten Werk \u201eZum ewigen Frieden\u201c erhoben. Kant schreibt: \u201eDer Frieden ist kein Naturzustand unter Menschen, er muss gestiftet werden.\u201c Frieden stiften im Sinne des Ko\u0308nigsberger Philosophen hei\u00dft: Jeder soll ein Friedensstifter sein, jeder soll seinen Beitrag dazu leisten, unser Zusammenleben in Deutschland, Europa und in der Welt besser und menschengerechter zu machen. Der vo\u0308lkerrechtswidrige U\u0308berfall auf die Ukraine muss fu\u0308r uns aber auch Anlass sein, u\u0308ber Bedeutung, Rolle und Akzeptanz von Milita\u0308r, Streit- und Sicherheitskra\u0308ften in unserem Land nachzudenken. Milita\u0308r und auch Polizei haben mehr Wertscha\u0308tzung, Achtung und Ru\u0308ckhalt verdient. Der Bundeswehr nur wohlwollendes Desinteresse entgegenzubringen, wie es der fru\u0308here Bundespra\u0308sident Horst Ko\u0308hler einmal kritisch anmerkte, ist zu wenig. Und die in Teilen unserer Gesellschaft bestehenden Vorbehalte gegenu\u0308ber allem Milita\u0308r und allem Milita\u0308rischen \u2013 auch gegenu\u0308ber der Parlamentsarmee Bundeswehr \u2013 sind unberechtigt. Ohne eine funktionsfa\u0308hige Polizei gibt es keinen Rechtsstaat, der diesen Namen verdient. Und der Krieg in der Ukraine zeigt uns auch: Jedes souvera\u0308ne Land braucht funktionsfa\u0308hige Streitkra\u0308fte, die bei der Wahrnehmung ihrer schwierigen Aufgaben von breiten Schichten der Gesellschaft getragen werden.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eWeil die Toten schweigen, beginnt immer wieder alles von vorn\u201c, hat der franzo\u0308sische Philosoph Gabriel Marcel einmal geschrieben. Damit die Toten nicht schweigen, damit wir ihre Stimme ho\u0308ren, gibt es die Gra\u0308ber- und Gedenksta\u0308tten der Opfer von Krieg, Gewalt und Terror \u2013 als anhaltende Mahnung fu\u0308r Frieden und Verso\u0308hnung, als Mahnung gegen das Schlafwandeln, als Mahnung gegen Gleichgu\u0308ltigkeit und als Mahnung gegen die Fehleinscha\u0308tzung, dass der Friede ohne unser Zutun fu\u0308r alle Zeiten gesichert sei.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Liebe Freundinnen und Freunde, unsere Herzen sind in dieser schweren Zeit in den ukrainischen Nationalfarben Blau-Gelb gefa\u0308rbt. Wir stehen ganz fest an der Seite der Ukraine, auch an der Seite derjenigen, die wegen des Kriegs aus der Ukraine flu\u0308chten mu\u0308ssen. Die ukrainischen Nationalfarben Blau-Gelb sind das Symbol fu\u0308r Solidarita\u0308t. Sie sind das Symbol des Widerstandes gegen diesen vo\u0308lkerrechtswidrigen, sinnlosen und ungerechten Angriffskrieg. Sie sind das Symbol fu\u0308r Frieden und Freiheit. Sie sind das Symbol der freien Welt. Der gro\u00dfe ukrainische Dichter Pawlo Tschubynskyi hat ein Gedicht verfasst, das zur ukrainischen Nationalhymne weiterentwickelt wurde und das mit den Worten beginnt: \u201cNoch ist die Ukraine nicht gestorben.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Ja, liebe Freundinnen und Freunde, wenn wir alle zusammenstehen, stirbt die Ukraine nicht, sterben Frieden und Freiheit nicht. Deswegen geht von Stuttgart ein flammender Appell aus \u2013 fu\u0308r Verso\u0308hnung, fu\u0308r Entschlossenheit, fu\u0308r Frieden in Freiheit!\u201c<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>OB Nopper: \u201eUnsere Herzen sind Blau-Gelb gefa\u0308rbt\u201c Stuttgart.| Oberbu\u0308rgermeister Dr. Frank Nopper hat am Sonntag, 27. Februar, seiner Verbundenheit zu den Menschen in der Ukraine Ausdruck verliehen. 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