{"id":137153,"date":"2019-12-17T14:03:22","date_gmt":"2019-12-17T13:03:22","guid":{"rendered":"https:\/\/die-webzeitung.de\/stuttgart\/?p=137153"},"modified":"2019-12-17T14:03:22","modified_gmt":"2019-12-17T13:03:22","slug":"ob-kuhn-ueberreicht-buergermedaille-an-professor-ben-willikens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/die-webzeitung.de\/stuttgart\/2019\/12\/17\/ob-kuhn-ueberreicht-buergermedaille-an-professor-ben-willikens\/","title":{"rendered":"OB Kuhn \u00fcberreicht B\u00fcrgermedaille an Professor Ben Willikens"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Stuttgart.| Oberb\u00fcrgermeister Fritz Kuhn hat am 16. Dezember im Rathaus die B\u00fcrgermedaille der Stadt Stuttgart an Professor Ben Willikens \u00fcberreicht. Im Rahmen der Veranstaltung hat sich der Preistr\u00e4ger ins Goldene Buch der Stadt eingetragen. Willikens geh\u00f6rt zu den bedeutendsten und international bekanntesten zeitgen\u00f6ssischen deutschen K\u00fcnstlern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In seiner Laudatio w\u00fcrdigte der OB Ben Willikens als einen der bedeutendsten K\u00fcnstler seiner Generation und als einen der bedeutendsten Stuttgarter K\u00fcnstler. \u201eEr geh\u00f6rt zur Stuttgarter Akademie wie kein Zweiter. Und er hat Stuttgart immer die Treue gehalten, sein Wohnsitz war immer hier. Man kann also auch nach M\u00fcnchen gehen, wie es Willikens getan hat, und dennoch ein Stuttgarter bleiben\u201c, sagte Kuhn augenzwinkernd. Ein gro\u00dfer Verdienst des K\u00fcnstlers sei es auch gewesen, zusammen mit anderen, das Teck-Areal f\u00fcr Stuttgart und den Kulturpark Berg gerettet zu haben. Sein K\u00fcnstleratelier dort solle erhalten bleiben, es werde daf\u00fcr eine L\u00f6sung geben, \u00e4u\u00dferte sich der OB zuversichtlich. \u201eIch m\u00f6chte mich bei Ben Willikens f\u00fcr seine Arbeit und seinen Bezug zu Stuttgart herzlich bedanken. Die Verleihung der B\u00fcrgermedaille an ihn war eine kluge, kunstsinnige, zukunftsweisende und goldrichtige Entscheidung des Gemeinderats\u201c, sagte Kuhn abschlie\u00dfend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ben Willikens wurde 1939 in Leipzig geboren. Nach ersten Studien der Literatur und Philosophie in Hamburg wechselte er 1962 an die Akademie der Bildenden K\u00fcnste Stuttgart, wo er die Malereiklasse von Heinz Tr\u00f6kes besuchte. 1969 zwang ihn eine Krankheit zu einem fast einj\u00e4hrigen Klinikaufenthalt. Dieses Ereignis verarbeitete Willikens nach Stipendien-Aufenthalten in der Villa Romana in Florenz und der Villa Massimo in Rom in einer Serie von menschenleeren Acrylbildern \u2013 die sogenannten \u201eAnstaltsbilder\u201c \u2013, in denen er in k\u00fchler, anonymer Sprache Betten, Spinde, Zellent\u00fcren, Flure und Motive darstellte, die an damalige Anstalten und Krankenh\u00e4user erinnern. Diese streng perspektivischen Arbeiten machten ihn schlagartig bekannt. In seiner Dankesrede verriet Willikens Privates: \u201eIn meiner Jugend war ich ein Rebell, seit damals stehe ich jedoch konsequent auf der Seite der Kunst. Aber vor der leeren Leinwand f\u00fchre ich immer einen Kampf um den Erhalt meiner inneren Freiheit.\u201c Kunst sei nur m\u00f6glich, wenn die b\u00fcrgerliche Gesellschaft den Freiraum daf\u00fcr schaffe, f\u00fchrte Willikens weiter aus und schloss mit dem Dank f\u00fcr die Ehrung, die ihm zuteilwerde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ab den 1970er-Jahren entwickelte Ben Willikens eine Malerei der sachlichen N\u00fcchternheit, die ann\u00e4hernd ohne Farben auskommt. \u201eGrau in Grau\u201c wurde \u00fcber viele Jahre zu seinem Markenzeichen. In dieser Zeit schuf er die erste Version seines ber\u00fchmten \u201eAbendmahls\u201c, ein drei mal sechs Meter gro\u00dfes Triptychon. Die Auseinandersetzung mit dem Raum und mit der klassischen R\u00e4umlichkeit der Zentralperspektive wurde in den kommenden Jahren zum wichtigsten Thema seines Schaffens. Willikens\u2018 Bilder vermitteln oft einen Eindruck der Einsamkeit, des Schweigens und der Stille. Sie fordern den Betrachter auf, sie gedanklich zu f\u00fcllen und weiterzudenken. Im Jahr 1977 wurde Willikens Professor f\u00fcr Grafik und Malerei an der Hochschule f\u00fcr Gestaltung Pforzheim, 1982 wechselte er an die Hochschule der Bildenden K\u00fcnste in Braunschweig, 1991 wurde er an die Akademie der Bildenden K\u00fcnste in M\u00fcnchen berufen, die er zwischen 1999 und 2004 auch als Rektor leitete.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit zahlreichen Kunstpreisen wurde Ben Willikens f\u00fcr sein k\u00fcnstlerisches Schaffen geehrt. Unter anderem erhielt er 1970 den Villa-Romana-Preis Florenz, 1972 den Villa Massimo-Preis. 1983 wurde er mit dem Hans-Molfenter-Preis Stuttgart und 2004 mit dem Kunstpreis der Helmut-Kraft-Stiftung Stuttgart ausgezeichnet. Dar\u00fcber hinaus erhielt er diverse Staatspreise wie 2001 das Bundesverdienstkreuz am Bande, 2006 den Bayerischen Verdienstorden und 2017 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Seine Werke finden sich heute weltweit und auch in Stuttgart, nicht nur in Sammlungen und Museen, sondern in \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden, in Unternehmen und Kirchen. Das st\u00e4dtische Kunstmuseum und die Staatsgalerie verf\u00fcgen \u00fcber zahlreiche Werke. 2003 wurde seine Wandgestaltung im Foyer des Hegelsaals der Liederhalle eingeweiht, im Neuen Schloss sind \u201eF\u00fcnf R\u00e4ume, F\u00fcnf Jahrzehnte\u201c zu sehen. 1988 hat sich Ben Willikens in Stuttgart ein Wohnatelier in der Teckstra\u00dfe 68 eingerichtet. Er hat das Renommee des Kultur-Berg-Areals mitbegr\u00fcndet und seither mitgepr\u00e4gt. Der bekennende Wahl-Stuttgarter hat einen zweiten Wohn- und Arbeitssitz in einem alten Bauernhaus in Wallhausen in Hohenlohe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>B\u00fcrgermedaille der Stadt Stuttgart<br \/>\n<\/strong>Mit der B\u00fcrgermedaille der Stadt Stuttgart werden seit 1970 Pers\u00f6nlichkeiten geehrt, die sich besondere Verdienste um Stuttgart erworben haben. Sie kann auch an Pers\u00f6nlichkeiten verliehen werden, die eine hervorragende Leistung vollbracht haben und in Stuttgart entweder geboren oder mit Stuttgart in besonderer Weise verbunden sind. Die Bedeutung der Auszeichnung mit der B\u00fcrgermedaille zeigt sich auch darin, dass nicht mehr als 30 lebende Pers\u00f6nlichkeiten die B\u00fcrgermedaille besitzen sollen. \u00dcber die Verleihung der B\u00fcrgermedaille entscheidet der Gemeinderat in nicht\u00f6ffentlicher Sitzung mit Zweidrittel-Mehrheit all seiner Mitglieder. Die B\u00fcrgermedaille wird mit einer vom Oberb\u00fcrgermeister unterzeichneten Urkunde feierlich \u00fcberreicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Tr\u00e4ger der B\u00fcrgermedaille<br \/>\n<\/strong>Tr\u00e4ger der B\u00fcrgermedaille sind unter anderem Prof. Dr.-Ing. e.h. Werner Breitschwerdt, Prof. Dr. h.c. Marcia Hayd\u00e9e, Prof. Dr. h.c. Helmuth Rilling, Dr.-Ing. Wendelin Wiedeking, Wolfgang Dauner, Senator h. c. Rudi H\u00e4ussler, Erster B\u00fcrgermeister a.D. Dr. Gerhard Lang und Landesrabbiner a.D. Dr. h.c. Joel Berger.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stuttgart.| Oberb\u00fcrgermeister Fritz Kuhn hat am 16. Dezember im Rathaus die B\u00fcrgermedaille der Stadt Stuttgart an Professor Ben Willikens \u00fcberreicht. Im Rahmen der Veranstaltung hat sich der Preistr\u00e4ger ins Goldene Buch der Stadt eingetragen. 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