{"id":132927,"date":"2018-12-21T13:54:42","date_gmt":"2018-12-21T12:54:42","guid":{"rendered":"http:\/\/die-webzeitung.de\/stuttgart\/?p=132927"},"modified":"2018-12-21T13:54:42","modified_gmt":"2018-12-21T12:54:42","slug":"luftreinhaltung-stuttgart-haelt-feinstaubwerte-dieses-jahr-erstmals-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/die-webzeitung.de\/stuttgart\/2018\/12\/21\/luftreinhaltung-stuttgart-haelt-feinstaubwerte-dieses-jahr-erstmals-ein\/","title":{"rendered":"Luftreinhaltung: Stuttgart h\u00e4lt Feinstaubwerte dieses Jahr erstmals ein"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>OB Kuhn: \u201eDas ist ein guter Tag f\u00fcr die Gesundheit der B\u00fcrger\u201c<\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Stuttgart.| In der Landeshauptstadt Stuttgart sind in diesem Kalenderjahr nach den vorl\u00e4ufigen Messungen der Landesanstalt f\u00fcr Umwelt Baden-W\u00fcrttemberg (LUBW) die gesetzlich vorgegebenen Grenzwerte f\u00fcr Feinstaub erstmals eingehalten worden. Oberb\u00fcrgermeister Fritz Kuhn sagte am Freitag, 21. Dezember: \u201eDas ist ein guter Tag f\u00fcr die Gesundheit der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger in Stuttgart. Ich danke allen, die durch ihr \u00fcberlegtes Mobilit\u00e4tsverhalten dazu beigetragen haben.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Stadt Stuttgart war am 15. Oktober 2018 in die vierte Feinstaubalarm-Periode gestartet. Die Kampagne steht unter dem Motto: \u201eGemeinsam f\u00fcr saubere Luft \u2013 Stuttgart steigt um\u201c. Geplantes Ende der Feinstaubalarm-Periode ist am 15. April 2019.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den Weihnachtsferien wird die Stadt Stuttgart wegen des erfahrungsgem\u00e4\u00df geringeren Verkehrsaufkommens keinen Feinstaubalarm ausrufen. Die Alarm-Phase pausiert von Freitag, 21. Dezember, 24 Uhr bis Sonntag, 6. Januar. Im neuen Jahr k\u00f6nnte der Alarm erstmals wieder am Samstag, 5. Januar 2019, ausgel\u00f6st werden. Der erste m\u00f6gliche Alarmtag im Jahr 2019 w\u00e4re dann Montag, 7. Januar, ab 0 Uhr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Oberb\u00fcrgermeister Kuhn sagte: \u201eMit dem Feinstaubalarm hat ein Umdenken in Stuttgart stattgefunden: Die Menschen diskutieren \u00fcber die Luft in ihrer Stadt und sie nutzen immer \u00f6fter Alternativen zum Auto. Das beweisen nicht zuletzt die steigenden Fahrgastzahlen im \u00d6PNV.\u201c Die Verbesserung der Feinstaubwerte sei dar\u00fcber hinaus auch auf die vielen einzelnen Ma\u00dfnahmen der Stadt zur\u00fcckzuf\u00fchren, so der OB weiter: \u201eWir haben in unserer Anstrengung nie nachgelassen. Das zeigt jetzt Wirkung. Hervorzuheben sind hier unsere Investitionen in den \u00f6ffentlichen Nahverkehr, die Ma\u00dfnahmen zur Verkehrsverstetigung, zur Stadtbegr\u00fcnung oder der gro\u00dfe Erfolg des Jobtickets.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Ablauf der aktuellen Feinstaubalarm-Periode und den Erfahrungen mit dem Winter werde im April zu pr\u00fcfen sein, wie es mit dem Feinstaubalarm weitergehen wird. Kuhn: \u201eUm das Erreichte nicht zu verspielen, bleibt es bei meinem Appell an die Stuttgarter und die Pendler in der Region: \u00dcberlegen Sie, ob es immer das Auto sein muss oder ob Sie nicht auf umweltfreundliche Verkehrsmittel umsteigen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Oberb\u00fcrgermeister Kuhn erkl\u00e4rte weiter: \u201eDer Grenzwert f\u00fcr Stickstoffdioxid wird nach wie vor noch \u00fcberschritten. Deshalb f\u00fchrt das Land zum 1. Januar ein stadtweites Verkehrsverbot f\u00fcr Diesel Euro 4 und schlechter ein. Unser Ziel ist es, ein Fahrverbot f\u00fcr Diesel Euro 5 zu verhindern. Das Gebot der Stunde lautet daher: Die Automobilindustrie und der Bund m\u00fcssen so schnell wie m\u00f6glich technische Nachr\u00fcstungen anbieten und zulassen. Ich f\u00fcrchte, sonst k\u00f6nnen wir den Grenzwert bei Stickstoffdioxid 2019 nicht einhalten. In Berlin wurde da zu lange geredet anstatt zu handeln.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00dcberschreitungstage bei Feinstaub gehen stetig zur\u00fcck<br \/>\n<\/strong>Bislang sind im Jahr 2018 an der Messstelle Neckartor 20 \u00dcberschreitungstage gravimetrisch gemessen und von der LUBW best\u00e4tigt worden. An diesen Tagen lag die Feinstaubkonzentration \u00fcber dem zul\u00e4ssigen Tagesmittelwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Am 16. Dezember k\u00f6nnte die Auswertung der kontinuierlichen \u2013 also vorl\u00e4ufigen \u2013 Messung noch zu einer \u00dcberschreitung des Grenzwerts f\u00fchren. Erlaubt sind 35 \u00dcberschreitungstage pro Kalenderjahr \u2013 wozu es im Jahr 2018 nicht mehr kommen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An insgesamt 67 Tagen hat die Stadt Stuttgart im Jahr 2018 bisher Feinstaubalarm ausgerufen (2017 waren es 62 Tage). Davon waren 17 Tage tats\u00e4chlich auch \u00dcberschreitungstage (2017 waren es 32 Tage). Der Feinstaubalarm dient dazu, die Anzahl an \u00dcberschreitungstagen zu verringern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Vergleich zu den Vorjahren gehen die Feinstaubwerte deutlich zur\u00fcck: So wurden 2017 nur noch 41 \u00dcberschreitagstage Am Neckartor gemessen \u2013 bereits abgezogen Streusalz (4 Tage) und nat\u00fcrliche Quellen (0 Tage). 2016 waren es noch 58 \u00dcberschreitungstage. An allen weiteren Messstellen im Stuttgarter Stadtgebiet werden die Vorgaben f\u00fcr die Feinstaub-Grenzwerte schon erf\u00fcllt. Der Feinstaub- Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft wird ohnehin an allen Messstationen eingehalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ma\u00dfnahmen zur Luftreinhaltung in Stuttgart<br \/>\n<\/strong>Die Stadt Stuttgart hat in den vergangenen Jahren eine Vielzahl an Ma\u00dfnahmen ergriffen, um die Luftqualit\u00e4t im Stadtgebiet zu verbessern. Dazu geh\u00f6rt die massive F\u00f6rderung des \u00f6ffentlichen Nahverkehrs, die Einf\u00fchrung der Umweltzone, das LKW- Durchfahrtsverbot, die intensive F\u00f6rderung des Fu\u00df- und Radverkehrs, das Jobticket, verst\u00e4rkte Ma\u00dfnahmen zur Verkehrsverfl\u00fcssigung, mehr Stadtgr\u00fcn f\u00fcr das Stadtklima sowie der Feinstaubalarm.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Beschluss des Ausschusses f\u00fcr Umwelt und Technik wird die \u201eStra\u00dfenreinigung Feinstaub\u201c in der Feinstaubalarm-Periode 2018\/19 fortgesetzt. Die Fahrspuren und Gehwege rund um das Neckartor werden von Sonntag bis Freitag<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">zwischen 22 und 5 Uhr bis zum Ende der Feinstaubalarm-Periode intensiv gereinigt. Die Koordination der Stra\u00dfenreinigung \u00fcbernimmt \u2013 wie schon in der vergangenen Saison \u2013 DEKRA.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Des Weiteren testen das Unternehmen MANN+HUMMEL, das Land Baden- W\u00fcrttemberg und die Landeshauptstadt Stuttgart ab Januar 2019 in einem Pilotprojekt die Wirkung von sogenannten Luftfilters\u00e4ulen. 17 solcher S\u00e4ulen sind entlang eines 350 Meter langen Stra\u00dfenabschnitts am Stuttgarter Neckartor aufgestellt worden. Sie sollen den Feinstaub aus der angezogenen Umgebungsluft ziehen und so dazu beitragen, die Feinstaubbelastung zu reduzieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um noch mehr Menschen zum Umstieg auf den \u00f6ffentlichen Nahverkehr zu bewegen, ist vom 15. Oktober 2018 bis 31. M\u00e4rz 2019 erneut ein kosteng\u00fcnstiges UmweltTagesTicket (= TagesTicket f\u00fcr 1 Person) erh\u00e4ltlich. Das UmweltTagesTicket, das bereits in der vergangenen Alarm-Periode sehr gut angenommen wurde, wird in drei Preisstufen ausgegeben: f\u00fcr eine bis zwei Zonen, f\u00fcr drei bis vier Zonen und ab f\u00fcnf Zonen f\u00fcr das gesamte Netz. Das g\u00fcnstige Ticketangebot f\u00fchrt zu Mindereinnahmen beim VVS von ca. 1,9 Millionen Euro. Stadt und Land teilen sich die Kosten je zur H\u00e4lfte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2018 gibt es zudem eine neue Stadtbahnlinie: Die U16 f\u00e4hrt auf der Strecke Giebel &#8211; Feuerbach &#8211; Pragsattel &#8211; Wilhelmsplatz Bad Cannstatt &#8211; Augsburger Platz &#8211; Fellbach. Die U16 entlastet die stark nachgefragten Streckenabschnitte der U13 und der U1. Neben dem X1, der Bad Cannstatt mit der Stuttgarter Innenstadt verbindet, ist eine zweite Schnellbuslinie an den Start gegangen: Der X2 verbindet fortan Leonberg mit der Stuttgarter Innenstadt und f\u00e4hrt von Montag bis Freitag zwischen 6 Uhr und 20.30 Uhr im 30-Minuten-Takt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Hintergrund Feinstaubalarm<br \/>\n<\/strong>Bei Feinstaubalarm rufen Stadt und Land die Bev\u00f6lkerung in Stuttgart und in der Metropolregion dazu auf, das Auto m\u00f6glichst in Stuttgart nicht zu nutzen und auf umweltfreundliche Verkehrsmittel umzusteigen oder Fahrgemeinschaften zu bilden. Zudem ist bei Feinstaubalarm der Betrieb von sogenannten Komfort-Kaminen, die nicht der Grundversorgung, sondern nur als zus\u00e4tzliche W\u00e4rmequelle dienen, untersagt. Die vom Land erlassene Verordnung zum Betriebsverbot f\u00fcr Komfort- Kamine (Luftqualit\u00e4tsverordnung-Kleinfeuerungsanlagen) gilt an Tagen mit Feinstaubalarm w\u00e4hrend der gesamtem Periode bis zum 15. April 2019.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Feinstaubalarm wird ausgel\u00f6st, sobald der Deutsche Wetterdienst (DWD) an mindestens zwei aufeinanderfolgenden Tagen ein stark eingeschr\u00e4nktes Austauschverm\u00f6gen der Atmosph\u00e4re prognostiziert. Durch die austauscharme Wetterlage besteht die Gefahr von \u00dcberschreitungen der Grenzwerte f\u00fcr Feinstaub. Vor allem im Winterhalbjahr k\u00f6nnen h\u00e4ufiger Wetterbedingungen herrschen, die eine<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anreicherung der Luft mit Schadstoffen beg\u00fcnstigen. Diese austauscharmen Wetterlagen verhindern die Verteilung und den Abtransport der Luftschadstoffe in die Atmosph\u00e4re.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Feinstaubalarm wird mit einem Tag Vorlauf bekannt gegeben, sodass sich Autofahrer rechtzeitig Mobilit\u00e4tsalternativen suchen k\u00f6nnen. Medien und \u00d6ffentlichkeit werden im Falle eines Feinstaubalarms t\u00e4glich etwa zwischen 13 und 14 Uhr \u00fcber Beginn, Fortgang und Ende des Alarms informiert. Zudem informiert die Stadt umgehend \u00fcber ihre Social-Media-Kan\u00e4le www.facebook.com\/Stadt.Stuttgart und www.twitter.com\/stuttgart stadt. Autofahrer erhalten auch \u00fcber Verkehrsmeldungen im Radio und Vario-Tafeln an den st\u00e4dtischen Ein- und Ausfahrtstra\u00dfen aktuelle Informationen zum Feinstaubalarm.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um die Bev\u00f6lkerung schnellstm\u00f6glich zu informieren, bietet die Stadt die Messaging- Dienste WhatsApp, Telegram und Insta an. Interessierte B\u00fcrger k\u00f6nnen den st\u00e4dtischen Kanal des jeweiligen Anbieters abonnieren und erhalten dann umgehend per Push-Nachricht Informationen zur aktuellen Luft-Belastung und zum Feinstaubalarm. Zudem stellt die Stadt auf <a href=\"http:\/\/www.feinstaubalarm.stuttgart.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.feinstaubalarm.stuttgart.de<\/a> Widgets bereit, die in Webseiten oder Intranets von Unternehmen eingebunden werden k\u00f6nnen, um auf den Feinstaubalarm hinzuweisen. Einmal installiert, aktualisieren sich die Widgets automatisch. Aktuelles sowie Hintergrundwissen gibt es auch auf www.feinstaubalarm.stuttgart.de.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Anhaltend hohe Werte bei Stickstoffdioxid<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend die Belastung durch Feinstaub deutlich geringer geworden ist, treten bei Stickstoffdioxid nach wie vor erhebliche Grenzwert-\u00dcberschreitungen auf. Im Gegensatz zum Feinstaub ist bei Stickstoffdioxid der Jahresmittelwert problematisch. Der Grenzwert betr\u00e4gt hier 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft im Jahresmittel. Am Neckartor lag das Jahresmittel 2017 bei 73 Mikrogramm, 2016 bei 82 Mikrogramm. 2018 wird von circa 70 Mikrogramm ausgegangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um die von der EU gemachten Vorgaben bei den Grenzwerten zu befolgen, musste der Luftreinhalteplan f\u00fcr die Landeshauptstadt Stuttgart mit weitergehenden Ma\u00dfnahmen fortgeschrieben werden. Die 3. Fortschreibung des Luftreinhalteplans hat das Regierungspr\u00e4sidium am 30. November 2018 bekanntgegeben. Am 3. Dezember wurde er ver\u00f6ffentlicht. Das Land Baden-W\u00fcrttemberg benennt darin eine Vielzahl an Ma\u00dfnahmen zur Luftreinhaltung. Dazu geh\u00f6rt auch ein ganzj\u00e4hriges Verkehrsverbot in der Umweltzone Stuttgart f\u00fcr alle Kraftfahrzeuge mit Dieselmotoren der Abgasnorm Euro 4 und schlechter. F\u00fcr Dieselfahrzeuge mit der Abgasnorm ab Euro 5 gilt das Verkehrsverbot derzeit noch nicht, k\u00f6nnte aber ab dem 1. Januar 2020 drohen. Infos zum Diesel-Verkehrsverbot finden sich unter <a href=\"http:\/\/www.stuttgart.de\/diesel-verkehrsverbot\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.stuttgart.de\/diesel-verkehrsverbot<\/a>.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>OB Kuhn: \u201eDas ist ein guter Tag f\u00fcr die Gesundheit der B\u00fcrger\u201c Stuttgart.| In der Landeshauptstadt Stuttgart sind in diesem Kalenderjahr nach den vorl\u00e4ufigen Messungen der Landesanstalt f\u00fcr Umwelt Baden-W\u00fcrttemberg (LUBW) die gesetzlich vorgegebenen Grenzwerte f\u00fcr Feinstaub erstmals eingehalten worden. Oberb\u00fcrgermeister Fritz Kuhn sagte am Freitag, 21. 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