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Klimawandel verschärft Pollenallergien

LebenGesundheitKlimawandel verschärft Pollenallergien

Heuschnupfen auf dem Vormarsch

Stuttgart.| Mit dem Frühling beginnt die Pollenzeit und damit für viele Menschen die Belastung durch allergische Reaktionen. Der Klimawandel trägt seinen Teil dazu bei. Immer früher setzt der Pollenflug ein. Damit treten die Pollen-Probleme nicht nur früher auf, sondern nehmen an Intensität auch zu. Dabei steigt die Zahl der Allergiker stetig. Das zeigen AOK-Zahlen der letzten zehn Jahre für Stuttgart.

Frühlingszeit ist Pollenzeit: Die Nase läuft, die Augen jucken und das Niesen hat kein Ende. Laut der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) beginnen die Bäume nicht nur immer früher im Jahr zu blühen, sondern die Pollen der Gräser und Kräuter würden auch länger in den Herbst hineinfliegen. Keine guten Nachrichten für Allergiker, denn damit überlappen sich die alte mit der neuen Pollensaison. Die Folge: Pollen-Probleme treten nicht nur früher auf, sondern nehmen an Intensität auch zu. Ein wesentlicher Grund sind hierbei die immer milderen Temperaturen durch den Klimawandel. Aber auch Faktoren, wie übertriebene Hygiene und die Ernährung können für den Anstieg an Allergikern verantwortlich sein. Diese Entwicklungen haben Auswirkungen auf die Betroffenen mit Heuschnupfen in Stuttgart. So zeigen die AOK-Daten der letzten zehn Jahre, dass sich die Anzahl der AOK-Versicherten mit Heuschnupfen in der Landeshauptstadt von 8350 im Jahr 2002 auf über 12220 im Jahr 2021 Fälle erhöht hat. Das entspricht einer durchschnittlichen Steigerung um knapp 390 Fälle pro Jahr. Schaut man sich im Vergleich die letzten fünf Jahre an, so stieg die Zahl der AOK-Versicherten mit Heuschnupfen von 10233 in 2017 durchschnittlich um 402 Fälle pro Jahr auf den aktuellen Stand 2021 von über 12220 Betroffenen.

„Eine Pollenallergie wird durch den Blütenstaub bestimmter Pflanzen ausgelöst. Das Einatmen dieser Pollen führt zu einer allergischen Reaktion, die unter anderem Schnupfen und Bindehautentzündung auslösen kann. Dabei bekämpft das körpereigene Immunsystem übermäßig stark die normalerweise harmlosen Eiweiße, die in den jeweiligen Pollen enthalten sind“, erklärt der Leiter für Präventionsleistungen der AOK Stuttgart-Böblingen, David Mahier. Häufig seien Allergien gegen mehrere Pollenarten, weil sich die Strukturen der allergieauslösenden Bestandteile stark ähnelten, wie etwa bei Baum- und Gräserpollen. „Die typischen Beschwerden einer Pollenallergie treten in der Regel vor dem 25. Lebensjahr auf, meistens bei Kindern und Jugendlichen zwischen dem achten bis 16. Geburtstag. Inzwischen wird aber auch bei immer mehr Menschen jenseits des 50. Lebensjahrs erstmalig eine Pollenallergie diagnostiziert.“, betont David Mahier weiter.

Das Wichtigste bei einer Allergie sei, den Auslöser zu meiden. „Das sagt sich so leicht. Bei Pollenallergie ist das aber gar nicht so einfach. Deshalb ist es für betroffene Menschen umso wichtiger, die Pflanzen zu kennen, für die Ihre Pollenallergie verantwortlich sind, um Ausweichstrategien zu entwickeln. Je besser Allergiker ihre Auslöser kennen, umso weniger werden sie in ihrem Alltag von den krankheitstypischen Beschwerden beeinträchtigt“, sagt Mahier. Der AOK-Präventionsexperte rät zu einem ausführlichen Beratungsgespräch mit einem Facharzt. Hier könne beispielswiese über spezifische Immuntherapien oder Medikamente zur Linderung gesprochen werden. AOK-Versicherte erhalten über das Haus- und FacharztProgramm weitere Unterstützung.

Damit sich Betroffene tagesaktuell über das Belastungsrisiko informieren können, gibt der Deutsche Wetterdienst gemeinsam mit der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienste e.V. einen Pollenflug-Gefahrenindex heraus. Er informiert währen der Pollenflugzeit über die Intensität der Pollenbelastung für den aktuellen und die beiden folgenden Tage, was eine vorausschauende Anpassung des Verhaltens und der Medikation für Allergiker erleichtert. Inzwischen gibt es zudem für Smartphones auch zahlreiche Apps, die über die aktuelle Pollenbelastung informieren.


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