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Bund und Land fördern Brücke für den Radschnellweg RS 1 in Böblingen

LokalesBöblingen / SindelfingenBund und Land fördern Brücke für den Radschnellweg RS 1 in Böblingen

Kreistag beschließt Vergabe und bringt einen wichtigen Baustein für die Radschnellverbindung auf den Weg.

Im Zuge der Weiterentwicklung des Radschnellwegs RS 1 Böblingen/Sindelfingen-Stuttgart baut der Landkreis Böblingen mit finanzieller Unterstützung durch das Land und das Bundesministerium für Digitales und Verkehr eine Radschnellwegbrücke über die verkehrlich stark belastete Kreisstraße K1057 am Siedlungsrand von Böblingen. Dies hat der Kreistag am Montag (27. März) beschlossen.

Landrat Roland Bernhard nach der Kreistagssitzung am 27. März: „Nachdem nun der Kreistag der Vergabe der Bauleistung zugestimmt hat, können wir einen weiteren Meilenstein zum Ausbau der Radschnellweginfrastruktur im Landkreis setzen. Ich bin mir sicher, dass das Brückenbauwerk verkehrlich, technisch und ästhetisch ein Gewinn und damit eine lohnende Investition zur Förderung einer umweltfreundlichen Mobilität sein wird.“

Winfried Hermann, Verkehrsminister des Landes Baden-Württemberg: „Auf unseren Radschnellwegen im Land sollen Radlerinnen und Radler sich sicher und komfortabel fortbewegen können. Auf Brücken und durch Unterführungen sollen sie schneller und ohne Unterbrechungen von A nach B kommen. Damit werden Radschnellwege zu einem attraktiven Angebot für den Alltagsverkehr. Mit dieser Brücke wird eine gefährliche Querung der Kreisstraße überwunden. Mein Dank gilt dem Landkreis Böblingen, der den Radverkehr engagiert unterstützt.“

Dr. Volker Wissing, Bundesminister für Digitales und Verkehr: „Mit der Förderung der Radschnellwegbrücke investiert der Bund in eine leistungsfähige, sichere und attraktive Infrastruktur zwischen Stuttgart und Böblingen. Mit der neuen Brücke wird die Strecke insbesondere im Alltagsverkehr zu einer wirklichen Option für Radfahrende.”

Im Mai 2019 wurde der erste Radschnellweg in Baden-Württemberg zwischen Böblingen/Sindelfingen und Stuttgart auf der ehemaligen Panzerstraße eingeweiht. Dabei wurde auf der Kreisstraße 1057 im Bereich der Kreuzung „Römerstraße/Waldburgstraße/ K1057“ eine Querungshilfe für den Radverkehr angelegt. Diese Querungshilfe war jedoch nur als mittelfristige Lösung vorgesehen. Denn entsprechend den Qualitätsstandards für Radschnellverbindungen in Baden-Württemberg werden außerorts ab einem Verkehrsaufkommen von über 10.000 Fahrzeugen pro Tag Unterführungen oder Brücken für den Fahrradverkehr empfohlen. Der aktuelle Wert für die K1057 liegt bei rund 20.000 Fahrzeugen pro Tag und wird aufgrund eines geplanten Infrastrukturprojektes im Einzugsbereich voraussichtlich weiter stark zunehmen.

Die von Bund und Land finanziell zu insgesamt 87,5 % unterstützte Planung der Radschnellwegbrücke begann im Frühjahr 2021 und wurde nach gut einem Jahr erfolgreich abgeschlossen. Aufgrund der topografischen Lage des Verkehrsknotens auf einem Hochpunkt im Gelände, musste eine Lösung gefunden werden, die mit möglichst wenigen zusätzlichen Höhenmetern und einer Steigung von max. 5 % für den Radverkehr auskommt. Zudem sollte der Eingriffe in die umliegenden Waldflächen möglichst minimal ausfallen. Für die Überquerung der K 1057 mit dem Radschnellweg ergaben sich hieraus die wesentlichen Randbedingungen und damit verschiedene Möglichkeiten für die Grundrissverläufe. Als beste Lösung hat sich ein geschwungener Verlauf der Brücke herausgestellt, da sich die topographische Situation der in Nordrichtung abfallenden Kreisstraße durch Verschiebung der Überquerung in Gefällerichtung dieser Straße optimal nutzen lässt. Zusammengefasst ergeben sich kürzere Rampenlängen, geringere Höhenunterschiede und ein wesentlich interessanterer Grundrissverlauf gegenüber den untersuchten alternativen Varianten.

Der Verkehrsraum auf der Brücke wird mit einer Breite von fünf Meter hergestellt. Die Bauwerkslänge mit Zufahrtsrampen beläuft sich auf rund 195 Meter Länge. In den Handlauf der Brücke wird eine sensorgesteuerte LED-Beleuchtung integriert. Es ist eine Mischnutzung durch Rad- und Fußgängerverkehr vorgesehen, da zu den Pendlertageszeiten bisher kein regelmäßiger Fußverkehr festgestellt wurde und zukünftig auch nicht zu erwarten ist. Des Weiteren berücksichtigt die Planung auch Belange von mobilitätseingeschränkten Personen. Die Wegführung mit 5 % Steigung nimmt die Umgebungssteigung auf. Das Brückenbauwerk ist mit Radabweisern, Handläufen und einer Absturzsicherung für den Radverkehr ausgestattet.

Die Stahl-Brückenkonstruktion wird vollintegral, das heißt ohne wartungsanfällige Brückenlager und Übergangskonstruktionen ausgeführt. Damit kann ein robustes und nachhaltiges Bauwerk mit moderaten Folgekosten umgesetzt werden.

Nach aktuell erfolgter Ausschreibung belaufen sich die Baukosten für das neue Infrastrukturelement auf dem RS 1 auf rund 5,8 Mio. Euro. Finanziell wird das Bundesministerium für Digitales und Verkehr die Baukosten des Projektes mit rund 767.000 Euro und das Land mit weiteren rund 3,8 Mio. Euro unterstützen.

Mit den Vorarbeiten zum Brückenbau startet das beauftragte Unternehmen im April. Die Bauarbeiten vor Ort werden voraussichtlich im August 2023 beginnen und sollen bis September 2024 abgeschlossen werden.


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