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Reutlingen.| Obwohl die Stadt Reutlingen und das Landratsamt Reutlingen die für Samstag, 18.12.2021 angemeldete Versammlung und den Aufzug unter dem Motto „Für Freiheit, Wahrheit und Selbstbestimmung“ per Verfügung verboten hatten, versammelten sich ab zirka 18 Uhr Personen zunächst im Bereich Tübinger Tor. Die Polizei war mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort, um die nicht genehmigte Versammlung zu verhindern.
Bereits ab etwa 15.30 Uhr begann die Polizei das verfügte Versammlungsverbot und das Maskentragegebot in der Innenstadt zu überwachen. Durch einzelne Personen wurde versucht, die durch die Allgemeinverfügung der Stadt Reutlingen erlassene Maskentragepflicht beispielsweise durch eine vorgetäuschte Nahrungsaufnahme zu umgehen.
Gegen 18 Uhr versammelten sich insbesondere am Tübinger Tor zunehmend Personen, die durch die Polizei mittels Lautsprecherdurchsagen mehrfach auf das bestehende Versammlungsverbot und die Maskentragepflicht hingewiesen wurden. Ungeachtet dessen bildeten etwa 1000 Personen einen Aufzug und marschierten zunächst kurzzeitig auf der Lederstraße in Richtung Pfullingen, konnten aber nach wenigen Metern durch die Polizei angehalten werden.
In der Folge drehte der Aufzug um, woraufhin eine größere Personengruppe im Bereich des Oskar-Kalbfell-Platzes umschlossen wurde. Der übrige Teil der Personen lief auf der Eberhardtstraße und Karlstraße und bog in die Kaiserstraße ein. Beim Versuch diese Personengruppe aufzuhalten kam es zu einem tätlichen Angriff und zu Widerstandshandlungen gegen Polizeibeamte. Die Tatverdächtigen wurden vorübergehend festgenommen. Einer der Beschuldigten klagte über Kreislaufprobleme, so dass ein Krankenwagen angefordert werden musste. Nachdem weitere Polizeikräfte hinzugezogen wurden, zerstreute sich die Personengruppe. Von den umschlossenen Personen am Oskar-Kalbfell-Platz wurden die Personalien festgestellt und Platzverweise erteilt. Diesen droht nun wegen der Teilnahme an einer verbotenen Versammlung ein Bußgeld von bis zu 500 Euro.
Insgesamt kam es zu vier Straftaten gegen Einsatzkräfte. Es wurden zirka 500 Platzverweise erteilt. Das Polizeipräsidium Reutlingen setzte mit Unterstützung des Polizeipräsidiums Einsatz und des Polizeipräsidiums Stuttgart rund 700 Einsatzkräfte ein.