von Bernhard Gaus

Bietigheim-Bissingen: Nach vier sieglosen Spielen suchen die Zweitliga-Handballer der SG BBM Bietigheim den Reset-Knopf. Vielleicht hilft eine Luftveränderung. Die Schwaben verlegen ihr Heimspiel gegen die DJK Rimpar Wölfe am Samstag (19 Uhr) kurzfristig in die Bietigheimer Viadukthalle. Die Geisterspiele ohne Zuschauer kehren in die Liga zurück.

Die sich für das Wochenende abzeichnenden Verschärfungen der Corona-Beschränkungen in Baden-Württemberg tangieren auch alle Sportveranstaltungen mit Zuschauern. Nicht zuletzt die finanziellen Aspekte einer im Raum stehenden kurzfristigen Absage wiegen schwer. Am Mittwoch fiel bei der SG BBM die Entscheidung, das Heimspiel gegen die Rimpar Wölfe ohne Zuschauer auszutragen und die Partie von der EgeTrans Arena in die Viadukthalle zu verlegen. Bereits gekaufte Eintrittskarten können zurückgegeben werden. Für alle Handballfans bleibt die Übertragung im kostenfreien Livestream unter www.handball-deutschland.tv. Wie es mit den beiden weiteren Heimspielen der SG BBM im Dezember gegen den TuS Ferndorf (17.12.) und den TV Großwallstadt (26.12.) weitergeht, ist noch offen.

Die Mannschaft von Iker Romero will auf die Erfolgsspur zurück. Dass das den Bietigheimer Handballern am Mittwoch ausgerechnet beim souveränen Spitzenreiter VfL Gummersbach gelingen konnte, daran glaubten wohl nur die wenigsten Optimisten. Gummersbach gewann sein siebtes Heimspiel wie alle sechs zuvor souverän mit 32:25 Toren. 25 Minuten lang spielte Bietigheim bis zum 12:12 auf Augenhöhe. Der 8:1-Lauf, der dann folgte, brachte dem Tabellenführer innerhalb von zehn Minuten die vorentscheidende 20:13-Führung. Am verdienten Erfolg des VfL konnte die SG BBM mit ihrem aktuellen Leistungsvermögen in der restlichen Spielzeit nicht mehr rütteln.

Jetzt muss das ersehnte Erfolgserlebnis eben am Samstag gegen die Unterfranken her. Die Rimpar Wölfe reisen mit einer äußerst unglücklichen 24:25-Heimniederlage im Gepäck nach Bietigheim. Erst nach Ablauf der regulären Spielzeit fiel am Mittwoch per Siebenmeter der entscheidende Treffer für den HC Elbflorenz. Rimpar wie auch Bietigheim stecken beide mit zehn Punkten in der unteren Tabellenhälfte fest. Der Abstand zum ersten Abstiegsplatz beträgt nur zwei Zähler, das vordere Tabellendrittel, das die SG BBM vor dem Rundenstart im Visier hatte, scheint meilenweit entfernt.

Noch eine weitere Gemeinsamkeit gibt es. Beide Teams gehen mit neuem Führungspersonal in die Spielzeit. Während bei der SG BBM seit dieser Saison der Spanier Iker Romero die Richtung vorgibt, ist in Rimpar Julian Thomann der Neue auf der Bank. Der 29-Jährige kommt von der HBW Balingen-Weilstetten und ersetzt den zu Ligakonkurrent Eulen Ludwigshafen gewechselten Ceven Klatt.

Auf dem Spielfeld setzen die Rimpar Wölfe dagegen auf Kontinuität. Dreh- und Angelpunkt in der Offensive sind unverändert Steffen Kaufmann und Patrick Schmidt, die im Rückraum für die meiste Torgefahr sorgen. Eine bemerkenswerte Personalie ist die kurzfristige Verpflichtung von Simon Baumgarten. Der Kreisläufer bringt die Erfahrung aus 138 Einsätzen in der 1. Bundesliga für den TVB Stuttgart mit und soll befristet bis zur Winterpause die Lücken schließen helfen, die durch mehrere Verletzungsausfälle vor allem in der Defensivformation entstanden sind. Zuletzt spielte der 36-Jährige in der Württembergliga beim VfL Waiblingen.

Die Defensivarbeit ist unverändert das Prunkstück der Wölfe. Marino Mallwitz im Tor kann mit über 32 Prozent gehaltener Bälle die beste Bilanz in der Liga aufweisen, an die Konstantin Poltrum und Nick Lehmann für die SG BBM nicht herankommen. Torhüter-Statistiken sind stets auch ein gemeinsames Arbeitszeugnis von Abwehr und Torsteher.

Die SG BBM sollte vor allem vor der Auswärtsbilanz der Unterfranken gewarnt sein. Vier ihrer fünf Siege holten die Wölfe in fremden Hallen, so zuletzt mit einem 25:26-Erfolg im Frankenderby bei Bundesliga-Absteiger Coburg. In der vergangenen Saison konnte Bietigheim die Wölfe zweimal im Zaum halten. Die Schwaben setzten sich zuhause vor fast genau einem Jahr knapp mit 25:24 Toren durch. Spielort: Viadukthalle, Zuschauer: 0.