von Bernhard Gaus

Die SG BBM kann sich nicht freispielen. Am 13. Spieltag unterliegen die Bietigheimer Handballer dem HC Elbflorenz Dresden mit 24:26 (11:12) Toren und bleiben mit 10:14 Punkten tief im Mittelfeld der 2. Liga. Die Sachsen feiern den ersten Sieg aus den letzten sechs Spielen.

„Wir sind zuallererst froh über die Punkte“, freute sich Elbflorenz-Coach Rico Göde über einen kleinen Befreiungsschlag, nachdem sein Team zuletzt auf den 16. Tabellenplatz abgerutscht war. „Das war nach den letzten Ergebnissen wichtig für uns.“ Währenddessen bemängelte SG BBM-Trainer Iker Romero die hohe Fehlerquote seines Teams. „10 technische Fehler und 19 Fehlwürfe, das war am Ende des Tages wirklich hart. Dresden hat eine starke Einstellung gezeigt, Hunger, Mentalität“. Die lobenden Worte des Spaniers für den Auftritt der Gäste waren indirekt auch an seine Mannschaft adressiert, die da nicht in gleicher Weise gegenhalten konnte.

711 Zuschauer hatten trotz verschärfter Corona-Regeln den Weg zum einzigen Gastspiel der SG BBM in dieser Saison in die Ludwigsburger MHPArena gefunden. Und sie hatten lange darauf gehofft, dass ihre Mannschaft den Schalter irgendwann umlegt in diesem Spiel. Von Beginn an hatte die SG BBM in Rückstand gelegen und keine Lösungen gefunden gegen eine leidenschaftlich verteidigende Elbflorenz-Truppe. Beim Stand von 4:7 nimmt Iker Romero die erste Auszeit, aber seine Jungs kommen einfach nicht ins Rollen. Elbflorenz wirkt spritziger und torgefährlicher in der zweiten Welle und baut seine Führung bis auf 5:9 aus. Der Rückraum der SG BBM: ausgebremst von unzähligen Stopp-Fouls der Gäste. „Das war eine sehr gute Abwehrleistung von uns“, bestätigte Göde. „Wir haben die SG immer vor Aufgaben gestellt. Wir gewinnen auch das Torhüterduell, dann bist du immer gut aufgestellt. Vorne war das von beiden Teams sicher keine Glanzleistung.“

Weil auch Dresdens Offensive keineswegs rund lief, gelang der SG BBM in ihrer besten Phase der Anschluss. Juan de la Peña netzte zweimal hintereinander zum 11:12-Halbzeitstand ein. Nach dem Seitenwechsel fiel schließlich der 12:12-Ausgleich durch Dominik Claus. Doch technische Fehler in den Offensivaktionen verhinderten mehr, die SG BBM ging nie in Führung. Nur zwei Torerfolge der Hausherren in der Viertelstunde nach der Pause gaben Dresden in der umkämpften Spielphase schließlich die Gelegenheit, sich zu stabilisieren. Elbflorenz führte wieder mit 13:17. Die nächste Auszeit der SG BBM verpuffte, die Gäste erhöhten auf 14:20.

Die Bietigheimer Aufholjagd – zehn von 24 Toren der Schwaben fielen in den letzten 10 Minuten – kam zu spät, weil auch Dresden in der Schlussphase immer noch eins drauflegen konnte. Dominik Claus stellt zwar noch auf 22:24, aber auch Dresden trifft in den letzten 90 Sekunden durch Ivan Stavast noch zweimal.

SG BBM Bietigheim: Poltrum, Lehmann; Vlahovic (1), Claus (5), Öhler, Dahlhaus, Schäfer (3/2), de la Peña (5), M. Urban, Barthe (1), Link (3), Weßeling (3/2), Pfeifer (2), Boschen, Süsser, Fischer (1).

HC Elbflorenz Dresden: Huhnstock, Mohs; Zobel, Wucherpfennig (2/1), Emanuel (1), Dierberg (1), Buschmann, Dumcius (6), Kretschmer (4), Jungemann (1), Stavast (4), Greß (4), Vanco, Quade (1), Neuhold (2).

Spielverlauf: 1:3 (7.), 5:9 (18.), 9:11 (28.), 11:12 (30.), 12:12 (34.), 12:15 (42.), 14:20 (51.), 18:21 (56.), 20:24 (58.), 24:26 (60.).
Zeitstrafen: Öhler (20., 27.), Link (37.) – Jungemann (55.) Siebenmeter: 4/5 – 1/1
Schiedsrichter: Simon Reich / Hanspeter Brodbeck (DHB Elitekader)
Zuschauer: 711 (MHPArena, Ludwigsburg)