von Bernhard Gaus

Schlag auf Schlag geht es aktuell für Bietigheims Zweitliga-Handballer. Am Mittwoch (19:30 Uhr) müssen die Schwaben beim Dessau-Roßlauer HV antreten, ehe die SG BBM am Samstag (19 Uhr) den Bundesliga-Absteiger Eulen Ludwigshafen in der EgeTrans Arena empfangen. Beide Partien werden als kostenfreier Livestream unter www.sportdeutschland.tv übertragen.

„Nach diesen Wochen werden wir sehen, wo wir stehen“, sagt Iker Romero mit Blick auf den dicht gedrängten Terminkalender bis zum 26. Dezember. Neun Spieltage absolviert die 2. Liga noch vor der knapp sechswöchigen EM- Pause. Eine Belastungsphase, in der sich die Spreu vom Weizen trennen wird. Klar, dass der spanische Coach mit seinem Team im vorderen Tabellendrittel überwintern will.

Es bleibt wenig Zeit, den vergebenen Chancen nachzutrauern. „Ich hatte den Eindruck, das Spiel war insgesamt mehr auf unserer Seite“, sagt Sven Weßeling nach der jüngsten 25:27-Niederlage beim HSC Coburg, der eine 21:18- Führung seiner Mannschaft vorangegangen war. 60 Minuten lang hatten die in zwei Kleinbussen ihrer Mannschaft nachgereisten Trommler der SG BBM in Coburg unermüdlich wirklich alles gegeben. Von einem Punkterfolg gekrönt wurde ihr Einsatz am Ende leider nicht. „Es ist enttäuschend, dass wir diese Chance nicht genutzt haben“, bestätigt Weßeling.

SG BBM-Trainer Romero vermisst bei seinem Team in den entscheidenden Phasen noch die Durchsetzungsstärke. „Ich kann nicht sagen, dass die Mannschaft nicht gekämpft hat“, sagt der frühere Weltklassespieler. „Und es passiert in unserem Sport, dass man nach +3 Toren ein Spiel noch verliert. Aber wir müssen diesen Moment nutzen, wenn wir das Spiel gewinnen wollen. Und den Moment hatten wir in fast allen Spielen.“

Jetzt gilt es, das beim nächsten Match in Sachsen-Anhalt besser zu machen. „Es ist immer sehr unangenehm dort zu spielen“, weiß Neuzugang Weßeling noch aus seiner Zeit beim TV Emsdetten. „Das wird wieder ein sehr schwieriges Auswärtsspiel. Aber wir werden sicher nicht mit gesenkten Köpfen dorthin fahren und auch in diesem Spiel wieder alles reinhauen“, bekräftigt der Rückraumlinke. Bereits am Dienstag wird sich der unveränderte Kader der Schwaben mit einem Zwischenstopp in Leipzig auf den Weg in die Stadt machen, in der die Mulde in die Elbe mündet.

In der Bauhausstadt wartet ein ausgeruhter Gegner. Die Mannschaft von Cheftrainer Uwe Jungandreas – seit 2014 in Dessau an der Seitenlinie und damit der dienstälteste Trainer der 2. Liga – hat ihr letztes Pflichtspiel am 27. Oktober absolviert und in Dormagen mit einem 27:23-Sieg beide Punkte geholt. Die beiden folgenden Ligaspiele wurden in den Dezember verschoben. Trotz der zwei Spiele Rückstand rangiert Dessau-Roßlau mit 9:7 Punkten noch vor der SG BBM (9:11), sammelte zuhause Siege gegen Ludwigshafen, Eisenach und Lübeck-Schwartau. Nur am 1. Spieltag zeigte der DRHV noch Anlaufschwierigkeiten und kassierte die einzige Heimniederlage gegen die Rimpar Wölfe.

Damit ist der DRHV voll im Punktesoll. Wie das ganze Team spielt bislang auch Max Emanuel im rechten Rückraum eine gute Saison. Der 27-jährige Linkshänder war ab 2015 für die SG BBM am Ball, ehe der gebürtige Schkeuditzer 2020 wieder näher an seine Heimat wechselte. Mit seinen 24 Saisontore liegt er in der internen Statistik des DRHV auf Rang 5, unter anderem hinter Yannick Danneberg im linken Rückraum (39 Tore) und dem wendigen Spielmacher der Sachsen-Anhaltiner, Vincent Sohmann (32/15). Aus welchen Spielsituationen heraus Dessau-Roßlau seine Tore macht, deutet die Ausbeute von Linksaußen Jakub Hrstka (38/5 Tore) und Rechtsaußen Yannick Pust (33) an.

Vor dem effektiven Tempospiel, der schnellen Mitte und der zweiten Welle der Jungandreas-Truppe muss Bietigheim eigentlich nicht mehr gewarnt werden. Dazu genügt ein Rückblick in die letzte Saison, in der die SG BBM mit einer deftigen 26:39-Niederlage die Heimfahrt antreten musste. Solch eine Klatsche bleibt haften, viel mehr noch als die gelungene Revanche beim 30:26-Heimerfolg in der Rückrunde.