Mobilität und Energie als zentrale Themen bei der Planung von Scharnhausen West

Ostfildern.| Am Ortsrand von Ostfildern laufen die Vorbereitungen, um von Frühjahr 2021 an das Gewerbegebiet Scharnhausen West zu erschließen. Mit rund zwölf Hektar Baufläche ist dies das zweitgrößte Entwicklungsgebiet der Stadt.

Im Süden von Ostfildern entsteht hinsichtlich Lage, Verkehrsanbindung und Infrastruktur eine der attraktivsten und größten Gewerbeflächen der Region Stuttgart. „Wir haben einen sportlichen Plan und wollen das Gebiet bis Ende des Jahres 2022 erschlossen haben“, sagt Erster Bürgermeister Rainer Lechner. Von 2023 an könnten Firmen die rund 12 Hektar große Fläche am westlichen Ortsrand von Scharnhausen, an der Kreuzung von Plieninger Straße und der Kreisstraße K 1269, dann bebauen.

Um später im Gewerbegebiet Scharnhausen West eine Bebauung mit bis zu 18 Meter hohen Gebäuden zu ermöglichen, werden derzeit die Hochspannungsleitungen durch eine Erdverkabelung ersetzt. Anschließend sollen im ersten Quartal des kommenden Jahres die erforderlichen Maßnahmen für die Erschließung vergeben werden. „Die Gesamtlogistik für die Erschließung ist nicht einfach“, sagt der städtische Projektleiter Thomas Andler, der in die umfangreichen Planungen unter anderem den fließenden Verkehr der beiden angrenzenden Straßen einbeziehen muss.

Die Gewerbefläche selbst, die letzte dieser Art in Ostfildern, möchte die Stadt möglichst effizient und nachhaltig gestalten. „Heute ein Gewerbegebiet in üblicher Art zu entwickeln, halte ich für den falschen Weg“, sagt Rainer Lechner. „Wir müssen den Blick sehr weit in die Zukunft werfen.“ Dafür wird momentan mit einem Kooperationspartner ein Quartiersentwicklungskonzept erarbeitet. Schwerpunkte bilden dabei die Themen Mobilität und Energie.

So ist in zentraler Lage ein Parkhaus geplant, das einerseits als Mobilitäts-Knotenpunkt und andererseits als Energie-Zentrale dient. Damit soll ein Großteil der baurechtlich notwendigen Stellplätze auf möglichst wenig Grundfläche unterkommen. Zudem sind etwa Lademöglichkeiten für E-Autos, Kapazitäten für Fahrräder und Pedelecs sowie Haltestellen für den öffentlichen Nahverkehr angedacht. Darüber hinaus soll unter anderem mittels Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach und an der Fassade Strom erzeugt werden. „Ziel sollte sein, dass die ganze Energie, die dort verbraucht wird, über Energiequellen vor Ort zur Verfügung gestellt wird“, sagt Rainer Lechner.

Nachdem Unternehmen aus Ostfildern ein zeitlicher Vorsprung gewährt wurde, können nun auch Firmen von außerhalb des Stadtgebiets ihr Interesse am neuen Standort bekunden. Auch mit der Universität Hohenheim wurden erste Gespräche wegen Flächen für Start-up-Unternehmen im Bereich Bioökonomie geführt. Die Vergabe wird später neben wirtschaftlichen Kriterien nach städtebaulichen, planungsrechtlichen und gestalterischen Aspekten erfolgen. Die Erschließungsstruktur bedingt dabei, dass die Grundstücke in der Regel nicht kleiner als 4.000 Quadratmeter sein sollten.

Bevor jedoch Abschnitte des Gewerbegebiets Scharnhausen West – nach dem Scharnhauser Park das zweitgrößte Entwicklungsgebiet der Stadt – veräußert werden, müssen Unternehmen ihre Pläne darlegen. „Es wird keinen Grundstücksverkauf geben, bei dem wir nicht wissen, was die Firma darauf bauen wird“, sagt Rainer Lechner. Ansonsten sei ein derart umfassendes Konzept zur Nachhaltigkeit nicht zu realisieren.

Weitere Informationen zum neuen Gewerbegebiet Scharnhausen West sind im Internet unter www.scharnhausen-west.de abrufbar.