Landrat Bernhard: „Mit einem schlüssigen Gesamtkonzept ist Wiederinbetriebnahme möglich.“

Kreis Böblingen.| Landrat Roland Bernhard hatte gestern (Dienstag, 8.9.) Vertreter des Schlachthof-Betreibers, der Metzger-Innung und des Kreisbauernverbandes zu einem Runden Tisch eingeladen. Dabei haben die Teilnehmer die Rahmenbedingungen besprochen, wie der Schlachthof Gärtringen wieder den Betrieb aufnehmen kann. Das Landratsamt hatte vergangenen Donnerstag Schlachtungen im Schlachthof Gärtringen vorläufig untersagt.

Landrat Roland Bernhard: „Wir mussten die Schlachtungen leider untersagen, was die Metzger und Landwirte vor große, kurzfristige Herausforderungen stellt. Die Verantwortung liegt beim Betreiber. Wir wollen die Betroffenen aber nicht im Stich lassen, sondern einen Weg weisen, wie es weitergehen kann. Mit einem schlüssigen Gesamtkonzept ist die Wiederinbetriebnahme möglich.“

Hans-Georg Schwarz, Stellvertretender Vorsitzender des Kreisbauernbauernverbands erklärt: „Der Schlachthof ist ideal für uns Landwirte, denn er bietet kurze Transportwege. Die Offenheit der Runde ist die richtige Einstellung, damit wir zu guten und zügigen Ergebnissen kommen.“

Matthias Scherer, Obermeister der Metzger-Innung Böblingen, sagt: „Alle Teilnehmer haben glaubwürdig gemacht, wie wichtig der Weiterbetrieb ist. Wir müssen nun rasch und gründlich handeln, damit die Interimsphase für die Metzger von kurzer Dauer ist und eine schnelle Rückkehr nach Gärtringen möglich ist.“

Das notwendige Gesamtkonzept muss für insgesamt zehn Punkte eine verbindliche Umsetzung vorsehen mit kurzen Fristen. Bestimmte, besonders Tierwohl-relevante Kernpunkte müssen sofort umgesetzt werden, damit eine Wiederinbetriebnahme möglich wird. Dazu gehören z.B. Standardarbeitsanweisungen für die Mitarbeiter des Schlachthofes und ein Ersatz für die vorhandene Betäubungsanlage.

Zur Erarbeitung des Gesamtkonzeptes wird sich in den nächsten Wochen ein Arbeitskreis zusammensetzen bestehend aus einem Vertreter des Schlachthof-Betreibers, der Metzger-Innung, des Kreisbauernverbandes und des Veterinärdienstes im Landratsamt. Alle Teilnehmer erklärten einvernehmlich, dass Gründlichkeit vor Schnelligkeit geht, eine Eröffnung jedoch realistisch ist. Der Runde Tisch wird sich zu einer erneuten Sitzung treffen, sobald das Gesamtkonzept erarbeitet ist.

Darüber hinaus fand auch ein erster Gedankenaustausch über eine mittelfristige Stärkung des Schlachthofs im Rahmen der Regionalvermarktung statt. Hier streben alle Beteiligten eine enge Einbindung des Schlachthofes an. Ziel ist, mehr Transparenz der Verarbeitung von der Aufzucht der Tiere über die Schlachtung bis zur Theke herzustellen und über definierte Standards die hohe Qualität von Produkten und das Tierwohl zum Ausdruck zu bringen.