80 Unternehmen, Einrichtungen und weiterführende Schulen informierten beim zwölften Job-Infotag auf dem Campusgelände und im KuBinO zum Thema Berufsausbildung.

Ostfildern.| Rund 600 Schüler und Eltern aus Ostfildern, Neuhausen und Denkendorf waren vor Ort. In intensiver Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung der Stadt wurde die Berufsmesse mit regionaler Ausrichtung zusammengestellt, sagte Robert Riedl, der Beauftragte für Berufsorganisation an der Realschule Nellingen, der die ausgezeichnete Kooperation betonte. Steffen Rohloff von der städtischen Wirtschaftsförderung bescheinigte der Realschule im Gegenzug „ein professionelles Niveau“. Was die Realschule bezüglich Standzuteilung, Betreuung und Flexibilität im Hinblick auf die große Herausforderung der Baustelle auf die Beine stelle, sei bemerkenswert.

Wie wichtig der Stadt das Thema berufliche Bildung ist, betonte Oberbürgermeister Christof Bolay in seinem Grußwort, das der Schulleiter Markus Fritz stellvertretend für den verhinderten Oberbürgermeister und Schirmherrn der Veranstaltung während der Eröffnung vorlas. Der Zuspruch vieler Schüler bestätige, wie notwendig die Veranstaltung als erster Schritt auf dem Weg ins Berufsleben sei. Für die Firmenakquise sei die Wirtschaftsförderung der Stadt zuständig, die damit auch ein Zeichen für den Standort Ostfildern setze. „Wir kümmern uns um die Betriebe.“

Der Job-Infotag gebe nicht nur Schulabgängern einen Karrierekick, sondern diene auch der Fachkräftesicherung. Im Gegensatz zu den Anfangsjahren habe sich das Blatt gewendet. Damals gab es viel mehr Auszubildende als Stellen, heutzutage würden Unternehmen mit Praktika für Ausbildungsberufe werben, ist die Erfahrung Rohloffs. Insbesondere das Handwerk habe es schwer.

Im Zimmereibereich sah Johannes Brenner von der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule in Nürtingen weniger Probleme. Maurer benötige man jedoch dringend. Er vermutete, dass der Beruf ein Imageproblem habe. Der Berufswunsch des 16-jährigen David spiegelte das wider. „Irgendwas mit Computer oder Mechatroniker“, wolle er lernen. Handwerk im Bereich Holzarbeit würde auch noch gehen.

Im KuBinO informierten 35 Aussteller, darunter auch die Firma Hänchen aus Ruit. „Schlechtes Wetter ist gut für uns“, freute sich der Personalleiter Thomas Jung über den regen Zulauf bei Nieselregen und bestätigte den Trend, den Rektor Fritz mit Fakten belegte. „Ein Drittel der Schulabgänger macht eine Ausbildung, zwei Drittel gehen auf eine weiterführende Schule.“ Dem stemme sich Hänchen mit einer guten dualen Ausbildung entgegen, dafür seien Kooperationen wie die mit der Realschule wichtig.

Die beruflichen Gymnasien des Landkreises informierten auf einer Etage über die Möglichkeiten des Abschlusses an einer weiterführenden Schule.

Für eine Ausbildung zur Industriekauffrau beim Weltunternehmen Balluff hatte sich Luisa Hirth vor einem Jahr entschieden. „Die beste Entscheidung, die ich treffen konnte“, sagte die ehemalige Schülerin der Realschule am Stand des Neuhausener Unternehmens. Ein Lehrer aus Neuhausen war ebenfalls unter den Besuchern und sprach anerkennend von der Vielfalt der Unternehmen auf der Messe.

„Jedes Jahr kommen neue dazu“, lobte der Lehrer, der nicht nur wissen wollte, was seinen Schülern angeboten wurde, sondern auch, ob die Jahrgänge 8 und 9, für die der Besuch Pflicht ist, da waren.

Die Berufsfelder Pflege und Soziales, die sich ebenfalls auf einem Stockwerk im Schulgebäude präsentierten, war die Anlaufstelle von drei Freundinnen. Jessica (14), Alicia (15) und die 15-jährige Shirin erkundigten sich über verschiedene Berufe und Ausbildungsgänge im medizinischen und pflegerischen Bereich.