Bild: Stadträte und Vertreter der Verwaltung waren bei AS Strömungstechnik zu Gast. | Foto: Peter Stotz

Der Gemeinderat und die Stadtverwaltung besuchen regelmäßig Unternehmen in der Stadt. Kürzlich informierte sich eine Gruppe über AS Strömungstechnik in Scharnhausen.

Ostfildern.| In den Gewerbegebieten der Stadt findet sich eine Vielzahl an Betrieben aus sehr unterschiedlichen Branchen. Der Gemeinderat und Vertreter der Stadtverwaltung informieren sich regelmäßig bei Besuchen in den Unternehmen über deren Produkte und die betrieblichen Entwicklungschancen am Gewerbestandort Ostfildern und nehmen dabei auch die Anregungen der jeweiligen Geschäftsleitungen auf. In der vergangenen Woche besuchte nun eine größere Gruppe von Mitgliedern des Gemeinderats und einige Vertreter der Verwaltung, unter ihnen Oberbürgermeister Christof Bolay und die Bürgermeisterin Monika Bader, das Unternehmen AS Strömungstechnik im Gewerbegebiet Wittumäcker in Scharnhausen.

Wie der Geschäftsführer Andreas Szeteli den Besuchern erläuterte, entwickelt und produziert das Unternehmen spezielle Armaturen für das sichere Abpumpen und Umfüllen flüssiger Chemikalien, die in der Produktion von Mikrochips und Halbleiterm benötigt werden. Die Tauchrohre, Kupplungen, Pumpen und Dichtungen werden aus speziellen Kunststoffen gefertigt, um Verunreinigungen, statische Aufladungen und damit auch potentielle Umweltgefahren oder gar Explosionen zu verhindern.

Bei einem Rundgang durch die Produktionsräume erläuterte Szeteli den Besuchern die einzelnen Fertigungsschritte für unterschiedliche Bauteile, vom einfachen Rohr aus Kunststoff über Schraubverschlüsse bis zum kompletten Pumpsystem. „Alles wird nach Maß und speziell nach Kundenwunsch, oft in Kleinserie, angefertigt“, sagte Szeteli. 1987 hatte Szeteli in einer Garage in Leinfelden-Echterdingen seine ersten Geräte gebaut.

Die Idee hatte Erfolg, bald zog der Betrieb nach Filderstadt um, und als es dort eng wurde, folgte 2007 ein weiterer Umzug nach Kemnat in ein Gebäude mit 1.000 Quadratmeter Produktionsfläche. Das Unternehmen wuchs mit der steigenden Nachfrage der elektronischen Industrie, und so kam schließlich der Betriebsteil in Scharnhausen als weiterer Produktionsstandort mit rund 1.300 Quadratmeter Fläche hinzu. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen nun etwa 100 Mitarbeiter in der Stadt, ist in den USA und Singapur vertreten und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von etwa acht Millionen Euro. „Wir beliefern weltweit etwa 70 Prozent der Halbleiterindustrie und sind damit als mittelständisches Unternehmen Weltmarktführer mit unseren Produkten“, berichtete Szeteli.

Harald Lutz, der Marketingleiter und Verantwortliche für die Aus- und Fortbildung im Betrieb, wies darauf hin, dass der Unternehmenserfolg eng an qualifizierte Fachkräfte gebunden sei. „Unsere Auszubildenden sind unser Kapital, aber wir bekommen manche Fachkräfte, die wir benötigen, gar nicht her“, sagte er. Ein wichtiger Grund sei die vergleichsweise schlechte Anbindung Scharnhausens an den Nahverkehr. „Viele junge Fachkräfte wollen gar kein Auto haben“, gab er den Besuchern als Denkanstoß mit auf den Weg. Der Oberbürgermeister versicherte, dass Fragen der Infrastrukturentwicklung, dazu gehöre auch der Breitbandausbau, auch im Hinblick auf die Entwicklungsmöglichkeiten für das Gewerbe betrachtet würden. „Es gibt einige Dinge, die wir noch diskutieren werden“, sagte Bolay.