Gesundheitsministers Spahn plädiert für eine Wiedereinführung der Impfpflicht gegen Masern. Die AOK Stuttgart-Böblingen hat aus diesem Anlass die aktuelle Durchimpfungsrate ihrer Versicherten erhoben. – Keine Herdenimmunität in Region.

Stuttgart/Sindelfingen.| Masern schwächen das Immunsystem und können bei Komplikationen zu schweren Infektionen wie Lungen- und Gehirnentzündungen führen. Laut Statistik sterben zwei von 1000 Patienten an den Folgen einer Masern-Infektion. Die AOK rät seit jeher zur Impfung – sie gehört zu den wichtigsten Maßnahmen, um Krankheiten vorzubeugen – und richtet sich dabei nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO). Diese empfiehlt, die Grundimmunisierung gegen Masern mit einer zweimaligen Impfung bis zum vollendeten zweiten Lebensjahr abzuschließen. Zwar können die Impfungen bis zum vollendeten 17. Lebensjahr nachgeholt werden. Nach dem Einschulungsalter erfolgen jedoch weitaus weniger Impfungen.

Die AOK Stuttgart-Böblingen erhob nun die aktuelle Durchimpfungsrate ihrer Versicherten. Dabei wurden die Masernimpfungen bei im Jahr 2011 geborenen Versicherten, also bei Kindern in einem Alter von 7 Jahren im Jahr 2018, ausgewertet. Im betrachteten Jahrgang konnte die für eine sogenannte Herdenimmunität – der eigene Impfschutz trägt also zum Schutz der Gemeinschaft und insbesondere von gefährdeten Menschen, etwa Babys, bei – notwendige Durchimpfungsrate von über 95 Prozent weder im Stadtkreis Stuttgart, noch im Landkreis Böblingen festgestellt werden. Das gilt übrigens insgesamt für jeden Landkreis in Baden-Württemberg. Dass dies aber nicht an Impfverweigerern liegt, zeigt der Blick auf die Details: Über 98% der bei der AOK versicherten Kinder im Einschulungsalter wurden nämlich zumindest einmal gegen Masern geimpft (Stadtkreis Stuttgart 98,32%, Landkreis Böblingen 98,65%). Eine zweimalige Impfung haben in Stuttgart aber weniger als 90% der Kinder erhalten (89,80%), im Kreis Böblingen immerhin 93,25%.

Die AOK Stuttgart-Böblingen kann zwar aktuell keine Steigerung von Masernerkrankungen in Stuttgart und im Landkreis Böblingen feststellen. Dennoch: „Krankheiten wie Masern werden oftmals nicht ernst genug genommen“, sagt AOK-Sprecherin Dr. Elisabeth Schöndorf und ergänzt: „Wir raten unbedingt dazu, auch die zweite Impfung durchführen zu lassen. Die Kosten übernimmt die AOK ganz einfach über die Versichertenkarte.“

Wer Fragen zum Thema Impfen hat, dem bietet die AOK Baden-Württemberg einen besonderen Service: Das AOK-MedTelefon. Unter der kostenlosen Rufnummer 0800 1050501 beantworten Fachexperten rund um die Uhr Fragen rund zu Gesundheitsthemen und auch konkret zur Impfung.