Das Amt für Kultur der Stadt Sindelfingen bietet im Juli vier verschiedene Stadtführungen an:

Donnerstag, 4. Juli, 15 Uhr „Altstadt mit Schwerpunkt Fachwerk“
Sindelfingen als Fachwerkstadt ist den meisten Besuchern noch relativ unbekannt, obgleich die Stadt Sindelfingen Teil der deutschen Fachwerkstraße ist. Vom bislang ältesten bekannten Haus aus dem Jahr 1363 bis zum „Hochhaus“ mit mehreren Stockwerken, bieten die zahlreichen, oft noch mittelalterlichen Fachwerkhäuser einen faszinierenden Blick auf vergangene Zeiten.

Donnerstag, 18. Juli, 15 Uhr „Kunst im öffentlichen Raum und Poetische Orte
Kennen Sie den Sindelfinger Harlekin? Wo können Sie in der Stadt einen Meteoriten finden? Mehr als 90 Kunstwerke lassen sich im Sindelfinger Stadtbild entdecken. Der Kunstspaziergang bietet Informationen zu Skulpturen und Plastiken, zu Künstlerinnen und Künstlern und öffnet den Blick für den Stadtraum mit seiner Architektur.

Neben Kunstwerken im öffentlichen Raum widmet sich die Führung den Poetischen Orten in Sindelfingen. Vom italienischen Schriftsteller und Fellini-Begleiter Tonino Guerra inspiriert, hat „Kultur am Stift“ unter der Ägide von Klaus Philippscheck 2006 den ersten poetischen Ort in einer Nische der Stadtmauer am Schaffhauser Platz mit einem Martinskirchen-Bild von Klaus Kugler eingerichtet. Im Mai 2011 folgte auf der Nordseite der romanischen Martinskirche im ehemaligen Kreuzgang Joachim Kupke mit seinem „Das Rätsel des verständlich Schönen“. In zwei Marmortafeln in Grabgröße sind Spiegel eingelassen, über der Kopfseite „Das Rätsel des verständlich Schönen“ in eine weitere Steintafel eingemeißelt. 2014 wurde der dritte poetische Ort mit einer Glasstele von Fritz Mühlenbeck an der alten Klostermauer auf dem Weg von der Martinskirche hinunter zum Klostersee eingeweiht. Dieses Werk erinnert an die Geschichte des Armesünder-Friedhofes, auf dem im Mittelalter Mörder, Selbstmörder oder Ungetaufte verscharrt wurden. 2015 ergänzte die Holzbildhauerin Heike Endemann die Poetischen Orte in der Abtgasse in der Nähe des „Hexensprungs“ in der Altstadt. Die Spiralform der Stele stellt die linksgängige Doppelhelix der geheimnisvollen Z-DNA dar. Im Rahmen der Biennale Sindelfingen 2017 kam der Poetische Ort im Bauerngarten in der Ziegelstraße mit einer Keramik der Künstlerin Linde Wallner dazu.

Sonntag, 21. Juli, 15 Uhr „Hexenverfolgung in Sindelfingen“
Im 16. und 17. Jahrhundert hatte die Sindelfinger Bevölkerung schwer unter dem in Europa grassierenden Hexenwahn zu leiden. In der damals kleinen Stadt wurden zwischen 1563 und 1616 mindestens 21 Frauen als Hexen verbrannt. Im Stadtarchiv befindet sich noch ein großer Teil der Original-Protokolle, die über die hiesigen Hexenprozesse und Einzelschicksale Auskunft geben.

Donnerstag, 25. Juli, 15 Uhr „Sindelfinger Herrschaftssymbole“
Es gibt sie tatsächlich: Die kleinen, oftmals nahezu versteckten Zeichen und Bedeutungsträger, die wir Symbole zu nennen pflegen. Sie finden sich am Freundschaftsbrunnen, in den „Masken“ der Fachwerkhäuser oder in der Zahlensymbolik der Martinskirche. Angesichts der überragen-den Bedeutung der Gotteshäuser im Mittelalter finden sich hier natürlich die meisten Symbole. Der Sindelfinger Archäologe und Historiker Dr. Werner Heinz sucht im Rahmen einer Stadtführung einige Stätten solcher Symbole auf und erläutert die Hintergründe. Das Schwergewicht wird dabei auf der anspruchsvollen Martinskirche liegen.

Treffpunkt für die Führungen ist jeweils der i-Punkt, Marktplatz 1. Hier wird auch die Teilnahmegebühr entrichtet. Erwachsene bezahlen drei Euro pro Person. Für Kinder sind die Führungen kostenlos.

Das Amt für Kultur bietet jederzeit auch Gruppenführungen an. Informationen beim i-Punkt, Marktplatz 1, telefonisch unter der Rufnummer 0 70 31/94-3 25 oder per E-Mail an i-Punkt@sindelfingen.de