von Bernhard Gaus

Die SG BBM verliert zum zweiten Mal in dieser Saison knapp gegen den HC Erlangen. In der Arena Nürnberg setzte sich der Tabellenneunte in einer intensiv geführten Schlussphase mit 27:25 (12:12) Toren durch. Im Kampf um den Klassenerhalt schafft es der Tabellenvorletzte am 31. Spieltag der Handball-Bundesliga nicht nach Punkten mit dem VfL Gummersbach gleichzuziehen. Erlangen festigt mit dem Erfolg Platz 9 und steuert auf einen neuen Punkterekord im Oberhaus zu.

Bereits das Hinspiel zwischen Bietigheim und Erlangen war eine knappe Angelegenheit gewesen, als sich die Franken erst in den letzten Spielminuten mit 24:26 durchgesetzt hatten. Und auch am Donnerstag stand es neun Minuten vor dem Ende noch 23:23. Dann gelang den Gastgebern der entscheidende Zwischenspurt zum 26:23.

„Es war klar, dass wir hier nichts geschenkt bekommen“, sagte SG-Trainer Hannes Jón Jónsson nach der umkämpften Partie. Der entscheidende Faktor hatte für den Isländer aber einen Namen: Nikolas Katsigiannis. Der Erlanger Torsteher hatte am Ende 16 Paraden auf dem Zettel. „Ich bin trotzdem stolz auf die Mannschaft“, ergänzte Jónsson, „Wir haben das insgesamt gut gespielt.“

Für den Bietigheimer Coach sieht die Situation im Zweikampf um den rettenden 16. Tabellenplatz jetzt so aus: „Wir müssen nach wie vor unsere zwei restlichen Heimspiele gewinnen, sind jetzt aber auf Hilfe aus Göppingen angewiesen.“ FrischAuf! spielt am vorletzten Spieltag beim VfL Gummersbach.

Bietigheim begann in der Nürnberger Arena hellwach. Ehe sich die Erlanger Hintermannschaft sortiert hatte, stand es 1:4. Dreimal hatte der am Kreis freigespielte Patrick Rentschler getroffen. Schon früh musste Jónsson in der Abwehr rotieren, brachte Michael Oehler und Maximilian Trost für den mit zwei Zeitstrafen angezählten Vetle Rønningen. Die Bietigheimer Hintermannschaft ging weiter engagiert zuwerke. Es sollte dann bis zur 18. Minute dauern, ehe Erlangen beim 6:5 erstmals in Führung gehen konnte. Mit einem Quäntchen mehr (Wurf)Glück wäre für den Aufsteiger auch mehr drin gewesen als der 12:12-Pausenstand, nachdem beispielsweise Jan Asmuth kurz vor der Pause einen Tempogegenstoß an den Pfosten gesetzt hatte.

Auf wenig Rotation setzte Jónsson dagegen im Angriffsspiel, wo alles über die brandgefährliche Achse mit Michael Kraus und Jonas Link lief. Da Dominik Claus erkrankt fehlte, spielte auch Max Emanuel im rechten Rückraum 60 Minuten durch und Kapitän Patrick Rentschler ackerte vorne wie hinten im Dauereinsatz. „Vielleicht muss ich das auf meine Kappe nehmen, dass wir da nicht mehr durchgewechselt haben“, sagt Jónsson mit Blick auf die Schlussphase. Nach zwischenzeitlichem 19:17-Rückstand hatten die Schwaben mehrmals ausgeglichen, zuletzt zum 23:23 durch Jan Döll. Dann treffen erneut Erlangens Beste, Andreas Schröder und Benedikt Kellner, während auf der Gegenseite Bietigheims Wurfversuche bei Katsigiannis enden. Das 26:23 für die Hausherren ist fünf Minuten vor dem Ende der entscheidende Vorsprung.

„Ich nehme Positives mit aus dem Spiel“, sagt der SG-Coach. „Wir werden weiter für die letzten drei Spieltage hart arbeiten und werden dann schauen, ob es am Ende für uns reicht.“

HC Erlangen: Katsigiannis, Skof; Schröder (7), Kellner (5), von Gruchalla (5/3), Büdel (3/1), Bissel (2), Overby (2), Mappes (1), Schäffer (1), Link (1), Thümmler, Theilinger, Poser, Haaß, Murawski.

SG BBM Bietigheim: Ebner, Müller; Link (7), Rentschler (5), Kraus (3/1), Asmuth (3), Döll (3), Emanuel (2), Schäfer (1/1), Fischer (1), Rønningen, Trost, Oehler, Marčec, Haller, Vlahovic.

Spielverlauf: 1:4 (6.), 4:4 (11.), 7:8 (21.), 10:9 (24.), 10:12 (29.), 12:12 (30.), 16:14 (35.), 19:19 (44.), 23:23 (51.), 26:23 (55.), 27:25 (60.).

Zeitstrafen: Link (3.), Bissel (6.), Overby (16.), Schäffer (50.) – Rønningen (7., 13.), Asmuth (41., 55.) Siebenmeter: 4/6 – 2/3

Schiedsrichter: Sebastian Grobe / Adrian Kinzel (DHB Elitekader)

Zuschauer: 3792 (Arena Nürnberg)