Kurz vor Mitternacht: Ausgelassener Jubel der Stuttgart Reds, nachdem Toni Horvatic (Nr. 25) mit einem Homerun in 16. Inning den Siegpunkt erzielt hatte | Foto: Iris Drobny
  • Kurz vor Mitternacht bringt ein Homerun von Toni Horvatic den Sieg für die Stuttgart Reds
  • Split des Doubleheaders: Stuttgart setzt sich in einem fast fünfstündigen Marathon gegen Heidenheim 2:1 durch, verliert aber das zweite Spiel 0:3

Stuttgart.| Es war ein Spiel, von dem man bei den Stuttgart Reds noch lange sprechen wird: In einer fast fünfstündigen Begegnung mit dem dreimaligen Deutschen Meister Heidenheim Heideköpfe setzten sich die Baseballer des TV Cannstatt am Freitagabend zuhause mit 2:1 durch. Im 16. Inning, dem 7. „Extra-Inning“ also und exakt 10 Minuten vor Mitternacht, drosch Toni Horvatic den Ball über den Zaun im Centerfield und versetzte seine Mitspieler samt der verbliebenen Reds-Fans in einen Freudentaumel. Am Samstag, im zweiten Spiel des Heimspiel-Wochenendes, kam es leider nicht dazu: Heidenheim nutzte seine Chancen konsequenter und gewann 3:0.

Die Lage vor dem Spieltag war klar: Stuttgart belegte mit 7 Siegen und 7 Niederlagen Platz 5 in der Ligagruppe aus 8 Mannschaften, Heidenheim war nach einer wochenlangen Siegesserie auf den zweiten Platz (10 Siege, 4 Niederlagen) durchmarschiert. Es galt also für die Reds, den Anschluss nach oben zu halten.

Wie schon bei der entsprechenden Begegnung am ersten Spieltag in Heidenheim, trafen als Starting Pitcher Toni Horvatic seitens der Reds und Mike Bolsenbroek für die Heideköpfe aufeinander.  Beide erwiesen sich als ausgesprochen effektiv. Drei Spieldurchgänge waren ohne einen einzigen Hit vergangen, als Shawn Larry für Heidenheim ein Double schlug und nach einem darauffolgenden Hit von Ludwig Glaser das 0:1 erzielen konnte. Im nächsten Halbinning ergab sich auch für die Stuttgart Reds eine Chance zu punkten, sie blieb aber ungenutzt.

Vor allem Heidenheim hatte in den folgenden Spielabschnitten immer wieder Baserunner. Im fünften Inning waren die Bases voll mit Heideköpfen. Toni Horvatic gelang aber das entscheidende Strikeout gegen Glaser und verhinderte weitere Punkte. Im siebten Inning übernahm Daniel Zeller auf dem Werferhügel und zeigte eine hervorragende Leistung. Während er keinerlei weitere Punkte der Gäste zuließ, glichen die Reds aus: Toni Horvatic schlug ein Double in Leftfield. Danilo Weber wollte den Runner dann per Bunt ein Base weiter bringen. Doch weil den Heideköpfen ein Fangfehler unterlief, kam Horvatic sogar bis zur Homeplate – 1:1!

Heidenheim war offenbar verblüfft über die Gegenwehr des Tabellenfünften und brachte im achten Inning mit Enorbel Marquez-Ramirez einen etatmäßigen Starting Pitcher um das Spiel zu Ende zu bringen – ohne zu ahnen, wie lange es tatsächlich noch dauern würde.

Denn auch Yannis Weber, der im 10. Inning das Pitching für die Stuttgart Reds übernahm, hatte in den entscheidenden Augenblicken alles im Griff. Heidenheim brachte wiederholt Runner auf die Bases, doch niemand konnte punkten. Die Reds, die im Laufe des überlangen Spiels in der Offensive rekordverdächtige 31 Strikeouts kassierten, leisteten in der Defensive heldenhaften Widerstand – nicht nur beim Pitching, das am Schluss bei den Reds noch Hagen Rätz übernommen hatte, sondern auch mit manch waghalsiger Aktion an den Bases.

Es verstrichen fast fünf Stunden und Inning um Inning ehe im 16. Spieldurchgang ein Reds-Batter den Pitch von Enorbel Marquez-Ramirez endlich einmal perfekt traf. Ein sattes „Klonk“ und Toni Horvatic’ geschlagener Ball segelte durch den Nachthimmel in die vom Flutlicht angestrahlten Bäume hinter dem Centerfield-Zaun. 2:1 – und das Spiel war endlich zu Ende. Riesenjubel auf den Rängen und auf dem Feld. Dem Favoriten Heidenheim hatte man ein Bein gestellt.

Unter Gewitterwolken startete Spiel 2 am Samstagnachmittag. Für die Cannstatter Baseballer bekam Dustin Ward den Ball, Heidenheim schickte erst einmal Peter Sykaras auf den Werferhügel. Ward zeigte allerdings Anlaufprobleme und ließ die beiden Heideköpfe Gary Owens und Simon Gühring per Walk auf die Bases. Dass der Reds-Verteidigung dann noch ein Fangfehler im Outfield unterlief, machte es nicht einfacher und die Gäste konnten prompt 1:0 in Führung gehen.

Wie im ersten Spiel dominierten ab diesem Zeitpunkt die Pitcher beider Mannschaften das Geschehen. Heidenheim brachte zwar im zweiten Inning bereits Marcel Giraud und im vierten Inning den Australier Justin Erasmus als neue Pitcher. Doch egal, wen Heidenheim ihnen entgegen stellte – die Stuttgart Reds kamen mit deren Würfen eins ums andere Mal nicht klar. Zwar gab es immer wieder Chancen, sprich Runner auf den Bases, aber zu einem Punkt reichte es nicht.

Heidenheim machte es besser: Nach einem verunglückten Fangversuch der Stuttgarter war Markus Buck auf Base gekommen, stahl das zweite Base und erlief nach einem Hit von Simon Liedtke das 2:0. Dustin Ward war bis dahin sehr überzeugend gewesen, gab aber zu Beginn des 9. Innings einen weiteren Run ab: Ludwig Glaser gelang ein Homerun und dieses 3:0 zugunsten der Gäste hatte bis zum Spielende Bestand.

Ausblick
Ob sich die Stuttgart Reds für den Rest der regulären Saison nach oben oder nach unten in der Tabelle orientieren müssen, werden die nächsten Spiele zeigen. Bereits am 18. und 19. Mai treffen die Reds auswärts auf den Tabellenführer Mainz Athletics. Die nächsten Heimspiele finden am Samstag, 25. Mai, gegen die IT sure Falcons aus Ulm statt. Der erste Pitch im TVC-Gelände auf dem Schnarrenberg wird um 13 Uhr geworfen.