von Bernhard Gaus

Bietigheim-Bissingen.| Auf dem Papier ist es die schwerste Aufgabe im Restprogramm der SG BBM Bietigheim. Der Tabellenvorletzte muss am Sonntag (16 Uhr) bei den drittplatzierten Rhein-Neckar Löwen ran. Um die zum Klassenerhalt zwingend erforderlichen Punkte zu holen, bleiben der Truppe um Michael „Mimi“ Kraus noch sechs Spiele.

Auch wenn man so kurz vor dem Ende der Saison nicht mehr wählerisch sein darf, wenn es darum geht die vielleicht vier noch benötigten Punkte für das große Ziel zu sammeln. Die Hürde in der Mannheimer SAP-Arena dürfte sehr hoch werden. Das Spitzenteam aus Baden will zumindest seinen dritten Platz bis zum Saisonende verteidigen. Bei der Jagd um Titel spielt die erfolgsverwöhnte Truppe des scheidenden Löwen-Coaches Nicolaj Jacobsen in dieser Saison sowohl auf nationaler, wie auf internationaler Ebene keine Rolle mehr. Jetzt geht es für den Tabellendritten eigentlich nur noch darum, den Angriff des Vierten SC Magdeburg abzuwehren und die Startberechtigung für den europäischen Wettbewerb abzusichern.

Noch immer ist die 23:28-Niederlage der Rhein-Neckar-Löwen am 26. Spieltag beim Abstiegskonkurrenten VfL Gummersbach ein Gesprächsthema – auch vor dem Gastspiel der SG BBM in Mannheim. Diese vielleicht dickste Überraschung der Saison hat nicht nur die Chancen der Rhein-Neckar-Löwen auf die Deutsche Meisterschaft zunichte gemacht. Auch im Kampf um den Klassenerhalt hat dieses Ergebnis für ein kleines Erdbeben gesorgt.

Fehlen werden beim Deutschen Meister der Jahre 2016 und 2017 wie zuletzt Jesper Nielsen (Leiste) und Alexander Petersson (Achillessehne und Wade). Das Hinspiel glich für die Löwen am vierten Spieltag einem Spaziergang, Mannheim gewann in der Bietigheimer EgeTrans Arena souverän mit 21:36 (11:20) Toren. Allein die sieben Toren von Jonas Link ragten auf Bietigheimer Seite heraus. Ganz so einfach wollen es die Schwaben dem haushohen Favoriten diesmal nicht machen.

Nach dem Spiel gegen die HSG Wetzlar wurde unter den Bietigheimer Fans trefflich über den Stellenwert des 26:26 am Donnerstag vergangener Woche gestritten. Spieler und Verantwortliche waren sich dagegen nach der ersten kleinen Enttäuschung schnell einig: Nach einem Drei-Tore Rückstand wenige Minuten vor dem Ende bedeutet das Unentschieden ein Erfolg. „Wir haben heute gezeigt, dass wir punkten können“, bekräftigte Jürgen Müller. Der Goalie war mit seinen Paraden in der Schlussphase einer der Garanten für den Punktgewinn. Und vor allem mit Einstellung, Einsatz und dem Kampfgeist ihrer Spieler konnten Trainer Hannes Jón Jónsson wie der Sportliche Leiter Jochen Zürn hochzufrieden sein.

Diese Tugenden alleine werden nicht genügen, wenn der Aufsteiger in der SAP-Arena bestehen will. Die Konzentration soll in dieser Partie gleichwohl hochgehalten werden, denn schon am kommenden Donnerstag folgt die nächste Heimaufgabe gegen den TSV Hannover-Burgdorf. Da wäre ein erneuter starker Auftritt in Mannheim nicht nur gut für die Moral der Schwaben. Mit einem Auge lohnt sich auch ein Blick auf die Tordifferenz. Unter den drei Mannschaften am Tabellenende, die sich um den rettenden Platz 16 streiten, hat Bietigheim (9:47 Punkte) gegenüber den Eulen Ludwigshafen (7:51) und dem VfL Gummersbach (11:47) im Torevergleich gegenwärtig die schlechtesten Karten. So gesehen würde schon ein knappes Resultat den Kampf um den Klassenerhalt noch ein wenig spannender machen.