Weiterer Ausbau der ökologischen Wärmeerzeugung im Heizwerk Grünäcker

Sindelfingen.| Zum Jahresbeginn 2019 haben die Stadtwerke umfangreiche Modernisierungsarbeiten im Heizkraftwerk Grünäcker beendet. Im Mittelpunkt stand dabei der Ersatz eines älteren BHKW-Moduls, das seit über 20 Jahren in Betrieb war und zum Austausch vorgesehen war. Das neue, hocheffiziente BHKW-Modul mit höherer Leistung und besserem Wirkungsgrad konnte nun, nach Fertigstellung aller Arbeiten, am 11.04.2019 offiziell in Betrieb genommen werden.

Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer begrüßt die Investitionen der Stadtwerke Sindelfingen GmbH in ein neues BHKW-Modul: „Das ist ein weiterer wichtiger Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz in Sindelfingen. Blockheizkraftwerke bieten eine besonders effiziente Art der Energiegewinnung durch ökologische Wärmeerzeugung. Ich freue mich, dass wir mit den Stadtwerken einen starken Partner an unserer Seite haben, der sich gemeinsam mit uns für unsere Umwelt einsetzt.“

Seit dem Bau im Jahre 1995 erfolgt im Kraftwerk Grünäcker die Wärmeversorgung in umweltfreundlich vorbildlicher Weise – neben Blockheizkraftwerken, die gleichzeitig Strom und Wärme besonders effizient erzeugen, stehen bivalent betriebene Heizkessel für die Spitzenlast und den Reservefall bereit. Ein Wärmespeicher ermöglicht die Produktion von Strom in laststarken Zeiten. Zusätzlich erfolgt die Nutzung der Abwärme aus der nahegelegenen Druckerei Körner, wodurch der CO2-Ausstoß nochmals erheblich gesenkt wird.

Mit der kontinuierlichen Entwicklung der Wohngebiete Grünäcker und Allmendäcker I und II sowie des Netzausbaus bis in das Gebiet um die Schwenninger Straße in Maichingen, stieg über die Jahre der Bedarf an ökologisch erzeugter Wärme. So wurde beispielsweise im Jahr 2016 das Gymnasium Unterrieden mit rund 600 kW an das Wärmenetz der Stadtwerke angeschlossen. Bereits in der Vergangenheit investierten die Stadtwerke Sindelfingen immer wieder in die Erweiterung der Erzeugungsanlagen, um eine gesicherte Versorgung für die Kunden garantieren zu können. Mit dem aktuell erneuerten BHKW-Modul führen die Stadtwerke diesen Weg eindrucksvoll fort.

Durch die Erhöhung der Erzeugungskapazitäten aus Kraft-Wärme-Kopplung kann der Anteil an ökologisch erzeugter Wärme nochmals erheblich gesteigert werden. Damit sehen sich die Stadtwerke bei der Versorgung des neuen Baugebietes Allmendäcker II gut aufgestellt.

Das neue Modul mit 20 Zylindern hat eine elektrische Leistung von 999 kW und eine thermische Leistung von 1.335 kW. Durch einen zusätzlichen Abgaswärmetauscher konnte die thermische Leistung um weitere 65 kW erhöht werden und gleichzeitig die Effizienz nochmals gesteigert werden. Parallel zur Installation des neuen BHKW`s musste der alte Schornstein demontiert und entsprechend der Leistung neu aufgebaut werden.

Für die Einspeisung der erhöhten elektrischen Leistung musste zudem ein neuer Trafo für die Einspeisung in das Mittelspannungsnetz gebaut werden. Außerdem wurde an den Fassaden zum Wohngebiet Investitionen in die Schalldämmung getätigt, um die Schallemission in der Umgebung zu verbessern.

Die Investitionskosten der aktuell getätigten Modernisierungs- und Erweiterungsarbeiten belaufen sich auf insgesamt rund 1 Mio. Euro (netto). Im Einzelnen waren dies:

BHKW mit Zubehör und Generatorkabel ca. 620.000   €
Schornstein (Höhe 29m, Außendurchm. 700mm) ca. 50.000   €
Niederspannungsanlage ca. 53.000   €
Trafo, Mittelspannungsanlage ca. 220.000   €
Schalldämmung ca. 80.000   €

Die Bundesregierung will die Treibhausgas-Emissionen bis zum Jahr 2020 um mindestens 40 % gegenüber 1990 senken. Bis zur Mitte des Jahrhunderts strebt Deutschland an, weitgehend treibhausgasneutral zu werden.

„Um dieses hochgesteckte Ziel erreichen zu können, muss der Umbau unseres Energiesystems erfolgen. Die Kraft-Wärme-Kopplung spielt dabei eine wichtige Rolle – sie verdrängt die ungekoppelte Strom- und Wärmeerzeugung und leistet dadurch einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Energieeffizienz und der Reduktion der Treibhausgase“, so Dr. Karl Peter Hoffmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Sindelfingen GmbH.

„Wir forcieren den kontinuierlichen Ausbau der Fernwärmeversorgung sowie von dezentralen Lösungen im Bereich des Contractings. Denn beide Versorgungsvarianten stellen Wärme über einen möglichst hohen Anteil der Kraft-Wärme-Kopplung zur Verfügung. Mit dem neuen BHKW bauen die Stadtwerke Sindelfingen einmal mehr auf ihre Kernkompetenz der effektiven Fernwärmeversorgung im Zusammenhang mit Kraft-Wärme-Kopplung“, ergänzt der zweite Geschäftsführer der Stadtwerke Sindelfingen GmbH Gebhard Gentner.

Die Bürger in Sindelfingen profitieren unmittelbar von dieser ökologischen Wärme, da auch der in der Anlage erzeugte Strom über das Netz zu den Kunden fließt.

Das Heizkraftwerk Grünäcker im Überblick:

Im Endausbau wird sich etwa folgende Aufteilung bei den Erzeugungsanlagen einstellen:
–       68 % KWK-Wärme mit BHKW
–       12 % Abwärmenutzung Druckerei Körner
20 % Wärme aus Heizkesseln