Foto: © Rödi / pixelio.de

Super Bowl 51 ist nun schon ein paar Monate Vergangenheit, doch das geschichtsträchtige Spiel, das an Spannung und Dramatik kaum zu überbieten ist, wird wahrscheinlich immer noch in den Köpfen aller Football Fans sein. Während die Anhänger der Atlanta Falcons es wahrscheinlich noch nicht ganz verdaut haben dürften, war es für die New England Patriots ein weiterer Schritt um die eigene Legende zu zementieren.

Im Folgenden wollen wir den Blick in Richtung Zukunft wagen, um zu sehen, welche spannenden Geschichten in der Saison 2017/18 auf uns warten und welche Teams die Favoriten für den Gewinn des nächsten Super Bowls sind:

New England Patriots
Nach der unglaublichen Aufholjagd und schlussendlich auch dem Sieg im letztjährigen Finale, dürfte das Selbstbewusstsein in Boston groß sein. Coach Belichick bleibt weiterhin an Bord, ebenso Quarterback Tom Brady. Diese beiden sind die hauptsächlichen Schlüssel zum Erfolg, so dass die Prognose weiterhin klaren Favoritenstatus ausweist. Mit Rob Gronkowski kehrt auch der beste Tight End der Liga nach Verletzung wieder zurück ins Team. Es ist für die Konkurrenz erschreckend, dass die Patriots sogar ohne diesen Spieler die Meisterschaft holen konnten.

Allerdings gibt es trotzdem ein paar kleinere Warnzeichen. So wird Brady dieses Jahr 40 Jahre alt, noch nie hat ein Quarterback in diesem Alter auf Championship Niveau gespielt. Ehefrau Gisele Bündchen hat zuletzt sogar unfreiwillig durchsickern lassen, dass Brady vergangene Saison Probleme auf Grund einer nicht diagnostizierten Gehirnerschütterung hatte. Zur Not steht für New England zwar ein hochtalentierter junger Ersatzmann in den Startlöchern, jedoch könnte ein Ausfall oder Leistungsabfall Bradys die Titelchancen gefährden. Außerdem hat Sebastian Vollmer nach langen Jahren des Erfolges, in denen er den deutschen Football toll repräsentiert hat, das Team verlassen, eine weitere Lück die erst noch gestopft werden muss.

Seattle Seahawks
Die Seahawks gehören mit ihrer “Legion of Boom” genannten, berüchtigten Defensive in Kombination mit einer explosiven Offensivabteilung, schon seit Jahren zu den stärksten Teams der Liga. Zuletzt gab es immer wieder Wechselgerüchte um Star Cornerback Richard Sherman, allerdings ist dieser weiterhin in Seattle unter Vertrag. Außerdem ist Earl Thomas nach Verletzungspause wieder fit für die neue Spielzeit. Wie sich gegen Ende letzter Saison durch seine Abwesenheit zeigte, ist dieser die so dringend benötigte Bank in der Verteidigung der Seahawks. Auf der Position des Free Safety ist er für die Defense das Verbindungsstück zwischen Passverteidigung und Unterbindung des gegnerischen Laufspiels. So sollten die Seahawks in der nächsten Saison wieder zu alter defensiven Stärke zurückfinden und vorallendingen auch wieder viele wichtige Ballverluste des Gegners erzwingen können.

In der Offensive gibt es jedoch noch Fragezeichen, da das Running-Game zuletzt sehr inkonstant war. So musste man immer mehr Verantwortung auf die Schultern von QB Russell Wilson laden, doch im Alleingang reicht dies nicht. Effektives Laufspiel hilft Wilson seine Stärken bei Play-Action Spielzügen und Read Options auszuspielen, da er sich so nicht nur auf seinen Wurfarm sondern seine Schnelligkeit und seinen Spielinstinkt verlassen kann.

Atlanta Falcons
Wie anfangs erwähnt ist fraglich, ob die Falcons sich schon von der herben Niederlage im Super Bowl erholen konnten. Unterm Strich ist die Saison ansonsten eigentlich positiv zu bewerten, allen voran ein hervorragender Angriff um Matt Ryan und Julio Jones. Das Teamspiel war hier die große Stärke, so dass viele Spieler Top-Leistungen brachten und es jeder gegnerischen Verteidigung enorm schwer machten. Da fast alle Hauptakteure weiter im Verein bleiben, sollte diese Entwicklung eigentlich sogar noch bessere Früchte tragen. Jedoch ist der Abgang von Offensiv-Koordinator Kyle Shanahan Fluch und Segen zugleich. Einerseits wegen seiner Entscheidungen im Finale als Hauptschuldiger für die Niederlage ausgemacht, andererseits der Kreativkopf und das unbestreitbare Genie hinter den Angriffsstrategien der Falcons. Im schlimmsten Fall könnte dies eine erneute Systemumstellung bedeuten, die Atlanta eventuell um Jahre zurückwirft. Außerdem spielt man in der wohl stärksten Division der Liga, Carolina konnte sich punktuell verstärken, auch New Orleans ist nie zu unterschätzen und die Bucs aus Tampa Bay gelten bei vielen Experten als Geheimfavoriten. Letztere haben laut Wettanbieter Bet Way eine Quote von 29.00 (stand 16.06.2017) um am Ende selbst ganz oben auf dem Treppchen zu stehen. Dementsprechend ist aber schon das Erreichen der Playoffs für die Falcons kein Selbstläufer und eine ernstzunehmende Hürde, falls man auch dieses Jahr wieder in den Super Bowl einziehen möchte.

Dallas Cowboys
Die Cowboys haben ebenfalls eine grandiose letzte Saison gespielt und das, obwohl der langjährige Fan-Liebling Tony Romo seinem Team verletzungsbedingt nicht helfen konnte und die Führung der Mannschaft dem Neuling Dak Prescott überlassen musste. Prescott mauserte sich zu einer echten Überraschung und gewann sogar den “Rookie of the Year” Award für den besten Nachwuchsspieler der Liga. Zusammen mit Ezekiel Elliott, dem Running Back, der ebenfalls sein erstes Profijahr absolvierte, bildete er ein “dynamisches Duo” und schaffte eine Saisonbilanz von 13 Siegen bei lediglich 3 Niederlagen. Hinzu kommt eine überragenden Offensive-Line, die das Grundgerüst der Angriffsbemühungen der Cowboys ist. Fans fühlen sich jetzt schon an die glorreichen Zeiten der 90er Jahre erinnert und haben große Hoffnungen für die Entwicklung dieser jungen Truppe. Diese Saison könnte der Boden der Tatsachen jedoch näher sein, als allen Beteiligten lieb ist, da Dallas ein überdurchschnittlich starker Spielplan zugelost wurde. In der NFL gibt es weniger Spieltage als Teams, weshalb die Spielansetzungen entscheidende Bedeutung für den Saisonverlauf der Teams haben (Stichwort: Strength of Schedule). Auch die Defensive ist bisher nur durchschnittlich, was bedeuten könnte, dass der Druck für Prescott und seine Kollegen im Angriff noch höher sein wird.

Fazit
Die Spitze der NFL ist trotz der Dominanz von New England dicht beisammen. Selbst die Top Teams haben neben offensichtlichen Stärken auch klar erkennbare Schwächen. Der Kampf um die Football-Krone sollte wieder sehr unterhaltsam werden und neutrale Beobachter werden sicher wieder auf einen ähnlich tolles Fest wie den vergangenen Super Bowl hoffen.

Foto: © Rödi / pixelio.de