Bild von links nach rechts: Wolf Eisenmann, Franz Riebenbauer (vordere Reihe) und Julian Forthuber [Integral], Melanie Weinholtz [RBB Einkaufsleitung], Dr. Margit Löschau [Wandschneider & Gutjahr/Planungsbüro] und Michael Holarek [Integral] | Foto: Landratsamt
Geschäftsführer Wolf Eisenmann: „Werden auch künftig zu den saubersten Anlagen in Deutschland zählen“
Vertragsunterzeichnung für die Investition von 13,9 Millionen Euro

Kreis Böblingen.| Am Dienstag (13. Juni) unterzeichneten Wolf Eisenmann, der Geschäftsführer des Zweckverbandes Restmüllheizkraftwerk Böblingen (RBB) und Franz Riebenbauer, Geschäftsführer der Integral GmbH aus Wien den Vertrag zur Modernisierung der Rauchgasreinigung der Anlage. Dafür investiert der Zweckverband rund 13,9 Millionen Euro. Im Mai hatte die Verbandsversammlung des RBB grünes Licht für die Investition gegeben. Der Umbau soll während der ohnehin geplanten Revisionen des Restmüllheizkraftwerkes in den Jahren 2018 und 2019 stattfinden. Dieser Zeitplan lässt sich nunmehr sicher einhalten, weil die unterlegenen Bieter das Ergebnis der Ausschreibung akzeptiert und kein Verfahren bei der Vergabekammer angestrengt haben.

„Mit der Vertragsunterzeichnung stellen wir die Weichen, um auch in Zukunft zu den saubersten Anlagen in Deutschland zu zählen“, freut sich Wolf Eisenmann, der Geschäftsführer des RBB. „Die sogenannte trockene Abgasreinigung ist die Zukunft. Sie bringt nicht nur ökologische und technische Vorteile, sondern gegenüber der nassen Reinigung auch große Einsparungen nach der Finanzierungsphase.“

Durch das neue Verfahren der sogenannten trockenen Rauchgasreinigung fallen laut RBB rund 2.000 Tonnen weniger gefährliche chemische Substanzen wie Salzsäure und Additive an als bei der bisherigen nassen Abgasreinigung. „Das wird auch den Arbeitsschutz in der Anlage verbessern“, ergänzt Eisenmann. Zudem könnten 6.800 Megawattstunden mehr Strom und jährlich rund 22.500 Megawattstunden mehr Fernwärme produziert werden. Letzteres entspreche dem Energiebedarf von über 3.900 Haushalten. Die Luft wird um 6.000 Tonnen Kohlendioxid und vier Tonnen Stickoxid entlastet. Im Autoverkehr müssten für diese Einsparungen rund 7.000 PKW ein Jahr lang verbannt werden.

„Die nasse Abgasreinigung ist im Betrieb sehr aufwendig und inzwischen siebzehn Jahre alt, störanfällig und es ist mit größeren Investitionen in der Zukunft zu rechnen, da die Anlage ihre Lebensdauer nahezu erreicht hat“, sagt Eisenmann. Mit der trockenen Abgasreinigung sei in der Zwischenzeit eine technisch und wirtschaftlich bessere Lösung auf dem Markt. Das Verfahren sei erprobt und in den letzten Jahren hätten bereits 21 Müllverbrennungsanlagen in Deutschland ihre Rauchgasreinigung auf ein trockenes Verfahren umgestellt.

Finanziert werden die 13,9 Millionen Euro für den Umbau der Anlage über einen Kredit. Vergleiche man Umbaukosten, Betriebskosten und höhere Erlöse mit den Kosten für die bisherige Rauchgasreinigung komme man jeweils auf rund 3,2 Millionen Euro jährlich. Damit wäre der Umbau der Rauchgasreinigung auf ein trockenes Verfahren in den 15 Jahren nach Inbetriebnahme kostenneutral. „Danach ergeben sich für uns hohe Kostenvorteile“, blickt Eisenmann in die Zukunft.