Bild: OB Fritz Kuhn mit Clemens Klinke, Vorstandsmitglied der DEKRA; Foto: Stadt Stuttgart, Fotograf Thomas Wagner

Dank an beteiligte Unternehmen und Eigenbetrieb AWS

Stuttgart.| Oberbürgermeister Fritz Kuhn und Dekra Vorstandsmitglied Clemens Klinke haben am Mittwoch, 1. März, auf dem Stuttgarter Marktplatz das vierwöchige Testprojekt „Straßenreinigung Feinstaub“ vorgestellt. Kuhn sagte: „Wir lassen nichts unversucht, die Luft in Stuttgart zu verbessern und die Belastungen mit Schadstoffen zu senken. Das Projekt ‚Straßenreinigung Feinstaub‘ ist dazu ein wichtiger Baustein in unseren Bemühungen. Die intensive Reinigung der Straßen rund um das Neckartor kann helfen, die Spitzenwerte zu senken und Tage mit knappen Überschreitungen der Grenzwerte zu verhindern.“ Der OB verwies darauf, dass im Jahr 2016 an 15 Überschreitungstagen der Feinstaubgrenzwert von 50 Mikrogramm nur um bis zu fünf Mikrogramm gerissen wurde. „Außerdem bauen wir in unmittelbarer Nähe eine Mooswand, die auf 100 Metern Schadstoffe aus der Luft filtern soll. Und unsere intelligente Verkehrssteuerung verbessert den Verkehrsfluss auf der B14“, so Kuhn.

Testprojekt über vier Wochen
Über einen Zeitraum von gut vier Wochen werden im März von Sonntag bis Freitag immer nachts in der Zeit von 22 bis 5 Uhr Teilabschnitte der Cannstatter Straße, der Heilmannstraße und der Straße Am Neckartor mit speziellen Kehrmaschinen der Firmen Faun, Kärcher und Reuther gereinigt. DEKRA leitet die Testkoordination und organisiert die Messtechnik sowie die Analytik. Der Eigenbetrieb AWS Abfallwirtschaft Stuttgart unterstützt das Projekt.

Kuhn dankte den beteiligten Unternehmen, die dieses Projekt in kürzester Zeit auf die Beine gestellt haben. „Es ist toll, dass diese Unternehmen, initiiert und koordiniert von der Dekra, ihre innovative Technik zum Wohl der Stuttgarter Luft einsetzen. Wir als Stadt haben den Ball aufgenommen und uns gerne mit unserem städtischen Eigenbetrieb AWS daran beteiligt.“ Der OB würdigte das Engagement der Unternehmen Kärcher Reinigungstechnik, Faun Umwelttechnik und Reuther Straßenreinigung, die nicht zuletzt durch den Einsatz ihrer Fahrzeuge das Projekt erst möglich gemacht hätten. Kuhn dankte auch der AWS für die schnelle und flexible Unterstützung durch die Bereitstellung von Personal und Logistik.

Eigenbetrieb AWS unterstützt personell und logistisch
„Als kompetentes städtisches Reinigungsunternehmen unterstützt der Eigenbetrieb AWS die Stadtverwaltung im Kampf gegen den Feinstaub“, sagte AWS-Geschäftsführer Dr. Thomas Heß und fügte hinzu: „Wir werden das Testprojekt ‚Straßenreinigung Feinstaub‘ begleiten, das auf neue Techniken im Bereich der Straßenreinigung setzt.“

Damit die Fahrzeuge der Firmen Faun, Kärcher und Reuther die Fahrbahnen reinigen können, müssen diese gemäß der Straßenverkehrsordnung mit einem Fahrzeug mit Sicherungshänger begleitet werden. Dies übernimmt der Eigenbetrieb AWS und stellt hierfür das Fahrzeug samt Sicherungshänger mit Fahrer zur Verfügung. Ein zusätzlicher AWS-Fahrer fährt zudem im Wechsel in einer Nacht die Kehrmaschine von Kärcher, in der anderen Nacht befeuchtet er mit einem Wasserwagen die Fahrbahnen, bevor die Kehrmaschine von Reuther zum Einsatz kommt. Die Reinigungsfahrt selbst findet von Sonntag bis Freitag immer nachts in der Zeit von 22 bis 5 Uhr statt. Der Bezug der Verbrauchsstoffe wie zum Beispiel Wasser und die Entsorgung der Schmutzflotte erfolgt über die AWS.

DEKRA: Luftqualität verbessern – Mobilität erhalten
Dreistufiges Verfahren zur Reinigung der Straße am Neckartor
Große Partikel beseitigen, damit möglichst wenig Feinstaub entsteht
Quantitative und qualitative Messungen durch DEKRA Experten

Die Feinstaub-Belastung in Stuttgart sorgt für zunehmenden Handlungsbedarf: An 68 Tagen musste die Stadt in diesem Winter (seit 27. Oktober 2016) Feinstaubalarm ausrufen. DEKRA startet heute – zusammen mit der Stadt Stuttgart und den Straßenreinigungsspezialisten der Firmen Faun, Kärcher und Reuther – einen groß angelegten Reinigungsversuch. Durch die regelmäßige und intensive Straßenreinigung soll ein hoher Anteil der gröberen Partikel beseitigt werden. DEKRA wird den Versuch mit umfangreichen Messungen und labortechnischen Analysen begleiten. Die Stadt Stuttgart hat grünes Licht für das vierwöchige Projekt gegeben.

„Untersuchungen belegen, dass nur sechs Prozent des Feinstaubs durch Abgas-Emissionen vor Ort entstehen, aber 31 Prozent durch den Abrieb von Reifen und Bremsen sowie durch Aufwirbelung“, so DEKRA Automotive-Vorstand Clemens Klinke. „Wir wollen unter anderem herausfinden, ob es möglich ist, diese größeren Partikel zu beseitigen, bevor sie überhaupt zu Feinstaub ‚zermahlen‘ werden.“

Beteiligt an dem Versuch sind der städtische Eigenbetrieb Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS), die Faun Umwelttechnik, die Firma Kärcher sowie Reuther Straßenreinigung. Vier Wochen lang wird die Fahrbahn zwischen Neckartor und Schwanentunnel regelmäßig intensiv gereinigt – in einer Kombination aus Wasserdruck, mechanischer Reinigung und Absaugung. Der Testlauf soll bis Ende März dauern.

DEKRA Experten übernehmen in Zusammenarbeit mit der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) die messtechnische Begleitung des Versuchs. Die Feinstaubwerte am Neckartor werden dabei den Vergleichswerten anderer Stationen gegenüber gestellt. Eine Referenzstation steht beispielsweise am Marienplatz, eine weitere richtet DEKRA eigens für den Versuch im Schlossgarten ein.

Gemessen wird die Feinstaubkonzentration zum einen kontinuierlich, zum anderen als Tageswert. „Neben der Messung der Konzentration wollen wir die Feinstaubbelastung auch auf Inhaltsstoffe untersuchen“, so DEKRA Immissions-Experte Jürgen Bachmann. „Wir bestimmen die Staubinhaltsstoffe wie Gummi, Bremsenabrieb und Schwermetalle. So gewinnen wir Erkenntnisse darüber, welcher Anteil der Partikel aus welchen Quellen stammt.“

Neben Reifen- und Bremsenabrieb sowie Abgas-Emissionen kommen Partikel unter anderem aus privaten Holzfeuerungsanlagen und Industriebetrieben. Der jetzt anlaufende Test soll auch zeigen, ob sich durch die regelmäßige Straßenreinigung in der Zusammensetzung des gemessenen Feinstaubs Veränderungen ergeben.

„Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, diesen Versuch mit den hochqualifizierten Partnern und ihrer innovativen Reinigungstechnik auf die Beine zu stellen – und wir sind sehr gespannt auf die Ergebnisse“, so DEKRA Vorstand Klinke.