Oberbürgermeister Christof Bolay überreicht den Verdienstorden an Theo Hartmann (links). Foto: Andrea Wangner

Ostfildern.| Der Bundespräsident hat Theo Hartmann das Bundesverdienstkreuz verliehen. Oberbürgermeister Christof Bolay übergab den Verdienstorden der Bundesrepublik in der Propstei in Nellingen bei einem Empfang im Kreise von Familie, Fraktionskollegen und Freunden.

Theo Hartmann ist die Ehrung für sein „vielfältiges, außergewöhnlich intensives und langjähriges Engagement im politischen, kirchlichen und wirtschaftlichen Bereich sowie im Naturschutz“ zuteil geworden. So fasste Oberbürgermeister Christof Bolay die „Verdienste um Ostfildern, die er unter großem persönlichen Einsatz geleistet hat“, zusammen.

Der Oberbürgermeister ging bei seiner Rede zu der besonderen Auszeichnung vor allem auf das langjährige Engagement Hartmanns im Gemeinderat ein. Dabei sei schon der Start in den Gemeinderat beispielhaft für das Wesen von Theo Hartmann gewesen: „Fleiß, Ausdauer und Beharrlichkeit zeichnen ihn aus“, sagte Bolay. Hartmann hatte zunächst drei Mal als Kandidat auf der Liste der Freien Wähler für das Kommunalparlament kandidiert und kam 1988 schließlich als Nachrücker in das Gremium. Bei den weiteren Kommunalwahlen erzielte der langjährige Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler „stets sehr gute Ergebnisse“, sagte Bolay, aus der vergangenen Kommunalwahl ging Hartmann als Stimmenkönig hervor.

Der 71-Jährige verkörpere den Typus des „schwäbischen Schaffers“, hob der Oberbürgermeister in seiner Ansprache hervor: umtriebig, immer zuverlässig und präsent. Hartmann habe sich schon früh festgelegt, nicht nur zu schimpfen, sondern sich einzubringen und Verantwortung für seine Heimatstadt zu übernehmen. Und das heiße für Hartmann, „Fragen intensiv durchdenken, Vorlagen ganz genau studieren und dann entscheiden. Weiter schauen als nur bis Morgen. Deshalb hat seine Stimme auch ein besonderes Gewicht“, sagte der Oberbürgermeister.

Das heutige Gesicht der Stadt sei von Hartmann maßgeblich mitgeprägt. Herausragend dabei sei sicherlich die Umgestaltung des Kasernengeländes zum heutigen Stadtteil Scharnhauser Park, aber auch der Bau der Stadtbahn. „Das waren Mammutaufgaben, die neben den üblichen Gemeinderatsthemen zu schultern waren“, sagte Bolay. Zudem sei Hartmann seit mehr als 20 Jahren schon Vorsitzender der stärksten Gemeinderatsfraktion. „Das bedeutet zusätzliche Arbeit.“ Darüber hinaus war Hartmann Preisrichter bei zahlreichen städtebaulichen Wettbewerben. Er besetzt oder besetzte viele Ausschüsse, vom Verwaltungsausschuss bis zum Kindergartenausschuss, vom Aufsichtsrat der Sanierungs- und Entwicklungsgesellschaft bis zum Aufsichtsrat der Landesgartenschau. Nicht zuletzt vertritt Hartmann auch den Oberbürgermeister, vor allem beim Besuch der Jubilare, aber auch schon eine Woche am Steuer des Rathauses habe Hartmann „bravourös gemeistert“, sagte der Oberbürgermeister. Er zählte noch weitere Wirkungsfelder auf wie den Naturschutz und das Engagement bei christlichen Vereinigungen und Verbänden.

Für Hartmann gibt es auch ein Leben neben dem Gemeinderat. Das ist vor allem seiner Familie verschrieben. „Ich danke vor allem meiner Frau, ohne deren Unterstützung wäre das hier alles nicht möglich gewesen“, sagte Hartmann. Sie und die vier Kinder hätten oft am Sonntagnachmittag auf den Mann und Vater verzichten müssen, weil er sich durch die Gemeinderatsvorlagen arbeitete. Hartmann dankte auch seiner Fraktion: „Erfolge sind nur durch Teamarbeit möglich.“ Das habe Hartmann in seiner langjährigen Gemeinderatsarbeit immer wieder festgestellt. „Es reicht nicht, eine gute Idee zu haben, man muss auch die Mehrheiten dafür finden.“ Schmerzliche Entscheidungen seien für ihn die Schließung der Hallenbäder gewesen, aber auch der Bau der Stadtbahn habe nicht immer nur Freude bereitet. Was er auch gemerkt habe: „Es allen recht zu machen, das geht nicht.“ Deswegen will Hartmann im Gemeinderat auch weiterhin „mit Anstand in der Sache streiten“, der gute Ton gehöre dabei mit dazu.

Die Fraktion der Freien Wähler gratulierte ihrem Vorsitzenden. „Es ist sein Verdienst, dass wir Spuren in der Stadt hinterlassen können“, sagte Corina Raisch mit Blick auf die Kommunalpolitik. „Und er hat etwas ausgleichendes, harmonisches, was unserer Fraktion gut tut“, sagte sie im Hinblick auf die Fraktionsarbeit.