von Bernhard Gaus

Bietigheim-Bissingen.| Erneut findet das Topspiel des 23. Spieltages der 2. Liga unter Beteiligung der SG BBM statt. Am Samstag (19 Uhr, Hansehalle Lübeck) geht es zwischen dem VfL Bad Schwartau und den Bietigheimer Handballern um Platz 3.

Die spielfreien Rimpar Wölfe werden ihren Aufstiegsrang am Wochenende an eines der beiden Teams abgeben müssen. Ein Spiel der Chancen also für beide Mannschaften. SG BBM-Trainer Hartmut Mayerhoffer scheint ein klein wenig nach der Antwort suchen zu müssen, als er auf diese Konstellation angesprochen wird. „Für uns macht es keinen Sinn, auf die Tabelle zu schauen“, sagt er dann. „An der Spitze geht es unglaublich eng zu. Wir müssen einfach versuchen, über 60 Minuten unser bestmögliches Spiel abzuliefern und damit zu gewinnen.“

Das zurückliegende Doppelspiel-Wochenende hat viel Freude ausgelöst beim VfL Bad Schwartau. Während die vier Teams an der Spitze allesamt mit einem Sieg und einer Niederlage aus dem Wochenende gingen, haben Bad Schwartau und auch die TSG Friesenheim zur Spitze aufgeschlossen. Es wird enger im Kampf um die Plätze an der Sonne. „Bad Schwartau befindet sich in dieser Saison absolut im Aufwind und hat jetzt die Möglichkeit, richtig oben anzugreifen“, befindet auch Mayerhoffer.

Nicht wenige erkennen in Bad Schwartau bereits in dieser Saison eindeutige Ambitionen auf einen Aufstieg in die Beletage des deutschen Handballs. Nicht nur räumlich würden die Marmeladenstädter in die Lücke passen, die die Insolvenz des HSV Hamburg im Norden geschlagen hat. Zudem sind die Schleswig-Holsteiner mit einem Schnitt von über 1850 der Zuschauerkrösus der 2. Liga. Ein klein wenig beneidet Mayerhoffer seinen Kollegen Torge Greve um die augenblickliche Situation in der Hansestadt: „Die ganz große Stärke des VfL ist der große Kader. Sie haben die Belastung am Doppelspieltag sehr gut verteilen können.“ Nach der Rückkehr von Tim Claasen nach fast zweijähriger Verletzungspause und des von einer Krebserkrankung genesenen Toni Podpolinski muss Greve am Spieltag entscheiden, wen er aus seinem Kader auf die Bank setzt und wer auf der Tribüne Platz nehmen darf. „Dabei sind auch die Positionen 12, 13 oder 14 immer gut besetzt mit Leuten, die ihre Spielanteile haben“, weiß Mayerhoffer.

Die Konstanz und das Stehvermögen des VfL Bad Schwartau kommen also nicht von ungefähr. Über Oliver Milde und Jan Schuldt, den beiden erfolgreichsten Werfern der Gastgeber, darf sich die SG BBM-Defensive auf 60 Minuten Dauerdruck von der linken Rückraumposition einstellen. Auch die rechte Seite hinterlässt mit Podpolinski und Antonio Metzner einen immer stärkeren Eindruck. „Gutes Tempo, sehr klar strukturiertes Spiel“, attestiert Mayerhoffer dem kommenden Gegner. Zudem ist die Abwehr vor Dennis Klockmann mit im Schnitt nur 23,5 Gegentreffern die beste der Liga. Beste Abwehr gegen erfolgreichsten Angriff, das ist nur ein Aspekt des Spiels morgen. „Das wird eine extrem schwere Aufgabe“, stellt Mayerhoffer klar.

Der personelle Engpass im ohnehin kleinen Kader der SG BBM-Handballer könnte sich vor dem Spiel im Norden wieder etwas entspannen. Es besteht Hoffnung, dass Jan Döll, der in dieser Woche seinen Vertrag bei der SG BBM verlängert hat, nach überstandener Bänderverletzung im Fuß dabei sein wird, wenn der SG-Tross sich am Freitag auf den Weg in den Norden machen wird. Anders schaut es bei Rückraum-Shooter Tim Dahlhaus aus, auf dessen Comeback Mayerhoffer kaum bauen wird können.

„Wir verspüren vor diesem Spiel mit Sicherheit den geringeren Druck“, ist sich der SG BBM-Trainer sicher. Zudem weiß sein Team die knappen Heimniederlagen gegen Nordhorn-Lingen und Konstanz richtig einzuordnen „Wir sind als Mannschaft gefestigt“, sagt zum Beispiel der beste Feldtorschütze der SG BBM, Gerdas Babarskas “Wir wissen, dass wir in dieser Saison ein gutes Ergebnis erreichen werden“. Grund zur Freude hatten in der Hinrundenbegegnung übrigens nur die Schwaben. Der 28:22-Erfolg der SG BBM in der MHPArena war gleichzeitig die höchste Saisonniederlage für die Marmeladenstädter.